Weihbischof ist von Besuch der Biogasanlage sehr beeindruckt

Von: Antonius Wolters
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An einem Fenster ins Innere der Anlage sind die frisch gepressten Holzpellets zu sehen, die am Ende des Produktionsprozesses für die Auslieferung verpackt werden. Foto: Wolters
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Geschäftsführer Andreas Dering (v.r.) begrüßte Weihbischof Dr. Johannes Bündgens und Pfarrer Dieter Telorac an der Biogas- und Pelletieranlage in Ameln. Foto: Wolters

Ameln. Die Gemeinschaft der Gemeinden Titz (GdG) hat derzeit hohen Besuch, denn Weihbischof Dr. Johannes Bündgens weilt seit 1. Juni zur dreiwöchigen kanonischen Visitation in der Landgemeinde, wo rund 6000 Katholiken leben.

Was wie der Aufenthalt einer Prüfinstanz gelten mag, was es früher vielleicht auch war, ist inzwischen halb so wild. „Hinhören und Kennenlernen“ sei der Besuch überschrieben, sagt Pfarrer Dieter Telorac, der mit dem Weihbischof alle kirchlichen Einrichtungen wie Kindergärten, Pfarrkirchen und die diversen Gremien der GdG besuchen wird oder besucht hat.

Dazu kommen Begegnungen wie am Montag, als sich der kirchliche Würdenträger im Tagebau Garzweiler II umschaute und anschließend die beiden Biogasanlagen mit angeschlossener Produktionsstätte für Holzpellets der ADRW Natural Power GmbH & Co. KG in Ameln besichtigte.

Geschäftsführer Andreas Dering begrüßte Dr. Bündgen und Pfarrer Telorac, die er im Schnelldurchgang über die Geschichte des Betriebes und dessen Wurzeln in der Landwirtschaft informierte. In Gang gekommen sind die zukunftsweisenden Aktivitäten 1996 mit Gründung des Maschinenrings Rheinland-West (MR), einer Art Selbsthilfeverein von Landwirten, die sich zunächst auf die gemeinsamen Transport von Zuckerrüben in die Fabrik konzentrierte.

Fünf Tochterunternehmer

Fast 20 Jahre später gehören rund 700 Landwirte dem MR an, die rund 30 000 Hektar bewirtschaften. Zudem sind zwischenzeitlich fünf Tochterunternehmen gegründet worden, die etwa 60 Beschäftigte zählen und im vergangenen Jahr rund zehn Millionen Euro Umsatz gemacht haben.

Vor zehn Jahren zeichneten 99 MR-Mitglieder Anteile für die ADRW Natural Power, die im Jahr darauf Biogasanlagen in Baesweiler und Ameln errichtete, die mit Mais betrieben werden, den die Anteilseigner anbauen und liefern. Während in Baesweiler die neben dem Strom erzeugte Wärme der Biogasanlage dazu genutzt wird, um das benachbarte Hallenbad zu beheizen, wurde in Ameln ein anderer Abnehmer für die Wärme kreiert – eine Anlage zur Produktion von Holzpellets, wobei die Wärme vor allem zur Trocknung der feuchten Sägespäne verwendet wird, die in einem weiteren Durchgang zu Pellets gepresst werden. 2006 ging die WestPellets GmbH & Co. KG an den Start, die inzwischen gut 2000 Kunden im Radius von gut 50 Kilometern um Ameln hat. „Der Markt wächst“, sagt Dering und verweist darauf, dass die Trocknungseinrichtung inzwischen nonstop läuft.

Beeindruckt zeigte sich der Gast vom Bistum auch von der Arbeit der Bakterien, die in den beiden Biogasanlagen Maissilage oder Grünroggen in hochwertiges Gas verwandeln. So gelinge es den Bakterien, ihr Futter innerhalb von 80 Tagen zu 98 Prozent zu verwerten, rechnete der Geschäftsführer vor. Das ergebe eine Ausbeute von zehn Kubikmetern Gas pro Minute, das über einen Gasmotor die Turbine zur Stromerzeugung antreibt. Die unter Volllast laufenden Motoren erzeugen rund 1,3 Megawatt. „Damit könnten wir die ganze Gemeinde Titz mit Strom versorgen“, sagt Dering stolz.

Das, was die Bakterien von ihrem Futter nicht aufspalten können, ist kein nutzloser Müll, sondern ein hochwertiger Dünger, den die Anteilseigner vor der Vegetationsperiode wieder auf ihre Äcker aufbringen. Die Prinzipien zur Bewahrung der Schöpfung so in der Praxis umgesetzt zu sehen, gefällt dem Weihbischof, der sich in den nächsten Tagen wieder stärker seinem „Kerngeschäft“ zuwenden wird. So beginnt der Firmgottesdienst für die GdG Titz mit Dr. Bündgens am Sonntag, 21. Juni, um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Cosmas und Damian. Die Abschlusskonferenz der Visitation folgt am Montag.

Weniger gute Erinnerungen an die Landgemeinde dürfte der Fahrer von Weihbischof Bündgens haben, denn der neue Dienstwagen wurde auf der Prämienstraße von einem unachtsamen Verkehrsteilnehmer am Kotflügel gestreift.

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