Weichen für den Bürgerbus sind bereits gestellt

Von: Kr.
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Ein Bürgerbus kann Lücken im öffentlichen Nahverkehr schließen: In Jülich soll im Herbst ein Verein gegründet werden, der den Bürgerbus betreiben soll. Foto: dpa
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Viel Erfahrung in Sachen Bürgerbus hat bereits Franz Heckens von „Pro Bürgerbus NRW“ gesammelt. Foto: Kròl

Jülich. „Steig ein – Bürgerbus Jülich“ diese Aufforderung scheint nicht ungehört verhallt zu sein. Wie von Dezernatsleiterin Katarina Esser zu erfahren war, haben sich bereits rund 30 interessierte Mitbürger gefunden, die sich bei diesem Angebot von Bürgern für Bürger engagieren möchten. Doch der Weg zur Vereinsgründung und der Einrichtung des Bürgerbusses ist noch weit.

Auf der anderen Seite ist auch schon einiges passiert. Es wurden vom zuständigen Fachausschuss Umfragen getätigt, bei denen zu Tage trat, dass Jülicher Bürger in manchen Bereichen mehr Mobilität wollen. Ein Fachbüro wurde engagiert, das die weitere Planung begleitete und so fiel nach einigen Überlegungen die Entscheidung einen Bürgerbus einzurichten.

In seiner letzten Sitzung vor der Wahl beschloss außerdem der Stadtrat für Defizite, die der Bürgerbus einfahren sollte, einzutreten. Damit sind die Weichen für den Bürgerbus gestellt. Ehe es nun an die Gründung des Vereins ging, lud die Stadt die Interessierten zu einer Informationsveranstaltung ins Neue Rathaus ein. Eine Reihe potenzieller Vereinsgründer hatten sich dort eingefunden, um sich über die weitere Vorgehensweise zu informieren. Interessant war da vor allem die Ausführung von Franz Heckens von „Pro Bürgerbus NRW“. Er hatte vor vielen Jahren in Kevelaer den Bürgerbus ins Leben gerufen und hat seither zahlreiche der insgesamt 116 Bürgerbus-Vereine in NRW mit ins Leben gerufen.

„Bürgerbus ist Bestandteil des öffentlichen Personen-Nahverkehrs“, erklärte er vorab. Dabei wird er mit ehrenamtlichen Fahrern und Fahrerinnen betrieben. Eingesetzt werden kleine Busse mit bis zu acht Sitzplätzen, die mit einem normalen Führerschein gefahren werden können. Auf drei Säulen, so berichtete Heckens, beruht das Prinzip des Bürgerbusses. Da ist der Verein, in dem alle Arbeiten von der Organisation, dem Sauberhalten und Warten des Busses bis hin zu den Fahrern ehrenamtlich geleistet werden.

Für die Finanzen ist die Kommune zuständig und als drittes sitzt ein Verkehrsunternehmen mit im Boot. Gefördert wird das Ganze durch das Land, dass die Anschaffung des Fahrzeugs bezuschusst sowie eine Organisationspauschale gewährt. Weiterhin finanziert sich der Betrieb durch die Fahrgelder und Werbung auf den Fahrzeugen. Die Defizitabdeckung übernimmt die jeweilige Kommune. Wichtig, so betonte Heckens auch, ist dass der Bürgerbus keine Konkurrenz zu den Verkehrsunternehmen darstellt, sondern da einspringt, wo sie nicht tätig sein können. So kann der Bürgerbus die Ortschaften an die Kernkommune anzubinden, die Fahrgäste dort hin zu bringen, wo sie mit dem ÖPNV nicht hinkommen und eventuell auch zwischen zwei Kommunen zu fahren.

Das muss der jeweilige Verein für sich aushandeln und die Möglichkeiten sind vielfältig. „Man kann aber auch mit einem Bürgerbus nicht alles abdecken“, gab er zu bedenken. Er beantwortete sich auch selbst die Frage: „Warum funktioniert Bürgerbus“. „Weil es Spaß macht. Es macht den Fahrgästen Spaß und den Fahrern. Viele schätzen einfach die familiäre Atmosphäre“, erklärte er.

Dass Bürgerbus aber nicht nur Spaß macht, sondern auch Verlässlichkeit und Verantwortlichkeit gefordert sind, darauf wiesen Karlheinz Huppertz vom Regionalverkehr Euregio Maas-Rhein, dessen Institution bereits den Bürgerbus in Heimbach und Linnich sowie zwanzig andere betreut und sein Kollege Bernd Böhnke von der Dürener Kreisbahn hin. Viele Fragen hatten die Anwesenden außerdem an die beiden Vertreter der Verkehrsbetriebe und an Franz Heckens. Es ging sich um die Einsatzzeiten, den Erwerb des Personenbeförderungsscheins und vieles mehr. Doch abschließend konnte Dezernatsleiterin Katarina Esser feststellen: „Es ist ein Abenteuer, in das man sich nur mit viel Herzblut stürzen kann“.

Sieben der Anwesenden hatten nämlich schon bekundete, dass sie an der Gründung des Vereins mitwirken wollten. Und so trifft man sich nach der Sommerpause Anfang Oktober wieder zur Gründungsversammlung, zu der weitere Interessierte herzlich eingeladen sind. Kontakt kann aufgenommen werden über Claudia Tonic Cober, Amt 56, Telefon 02461- 63- 268 oder ctonic-cober@juelich.de.

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