Jülich - Weiberfastnacht in Jülich: Kein Klirren beim Anstoßen

Weiberfastnacht in Jülich: Kein Klirren beim Anstoßen

Von: Simone Dolfus
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Hans Pinell, Elisabeth Fasel-Rüdelbusch, Robert Fabig und Günther Nießen (v.l.) weisen auf das auch in diesem Jahr an Altweiber ausgesprochene Glasverbot in der Innenstadt hin. Foto: Dolfus

Jülich. Scherben bringen Glück. Aber nicht, wenn sie gehäuft auftreten und im kompletten Innenstadtbereich verteilt werden, so dass mehrmals am Tag die Kehrmaschine des Jülicher Bauhofs ausrücken muss.

So geschehen in den Jahren vor 2010 rund um die Jugendschutzveranstaltung zu Weiberfastnacht auf dem Schlossplatz.

Das im vergangenen Jahr ausgesprochene Glasverbot am großen Tag des Straßenkarnevals im Kernstadtbereich hat sich mehr als bewährt, wie jetzt Vertreter von Stadtverwaltung, Kreisjugendamt und Polizei erläuterten.

Auch 2011 wird daher rund um das Festzelt auf dem Schlossplatz ein Glasverbot ausgesprochen. Die meisten Jugendlichen beachteten das Verbot bereits im Vorfeld und brachten erst gar keine Glasgefäße mit ins Zentrum. Abnehmen mussten die Kontrolleure an den Einlassschleusen nur wenig. Robert Fabig, Kreisjugendamt Düren: „Wir hatten große Container an den Schleusen aufgestellt, da war am Ende des Tages kaum der Boden bedeckt.”

Wie ein Schlachtfeld

Im Vordergrund steht beim Glasverbot die Gefahrenabwehr, da sich in den Vorjahren immer wieder Besucher, Passanten und auch Tiere an herumliegenden Scherben verletzt hatten. Mal ganz davon abgesehen, dass der Bereich rund um die Kölnstraße und den Schlossplatz nach der Altweiberdisco wie ein Schlachtfeld aussah.

Rund eine Woche vor der schon traditionellen Jugendschutzveranstaltung trafen sich Hans Pinell, Leiter des Jülicher Ordnungsamts, Günther Nießen, Bezirksdienst der Polizei Jülich, Robert Fabig und Elisabeth Fasel-Rüdelbusch, Amt für Familie, Generationen und Integration der Stadt Jülich zum obligatorischen Rundgang durch mehr als 50 Geschäfte und Gaststätten, um noch einmal auf die geltenden Jugendschutzbedingungen aufmerksam zu machen.

„Die Geschäfte haben sich immer sehr kooperativ gezeigt”, betont Hans Pinell. Müssen sie natürlich auch, denn Verstöße gegen das Jugendschutzgesetz können empfindlich geahndet werden.

Zur Erinnerung: Der Konsum und auch die Weitergabe von alkoholischen Getränken an unter 16-Jährige ist verboten. Wer schon 16 Jahre alt ist, darf zum Beispiel Wein und Bier konsumieren, nicht aber branntweinhaltige Getränke oder Mischungen. „Die Weitergabe an Jüngere ist eine Ordnungswidrigkeit”, mahnt Robert Fabig.

Vielen ist zudem nicht bekannt, dass auch das Rauchen in der Öffentlichkeit erst ab 18 Jahren erlaubt ist. Früher lag die Altersgrenze hierfür bei 16 Jahren. Auch hierauf werden die Ordnungshüter ein Auge haben.

An vier Standorten werden Kontrollposten aus Polizei und Stadtverwaltung über die Einhaltung des Glasverbots wachen, im Festzelt sind rund 40 ehrenamtliche Helfer (Mitarbeiter der Stadt, DLRG, THW, Jugendheime und Lehrer) in Einsatz. „Die Jugendlichen bekommen ein rotes oder grünes Bändchen je nach Alter”, erklärt Elisabeth Fasel-Rüdelbusch, wie die Getränkeausgabe im Zelt funktioniert. Auch gegen das „wilde Urinieren” gehen die Ordnungskräfte vor. Zur Vermeidung solcher Unbill wird wieder ein kostenloser Toilettenwagen direkt am Festzelt aufgestellt.

Die ganze Veranstaltung kostet natürlich einiges, was von Stadt und Kreis, einigen wenigen Sponsoren und über das Eintrittsgeld finanziert wird. „Wer spenden will, kann sich gerne an Frau Fasel-Rüdelbusch wenden”, meint Hans Pinell wenig hoffnungsvoll.

Um Welten besser

Trotzdem sind die Veranstalter nach wie vor von ihrem Konzept überzeugt. „Wenn man sich an die Anfänge mit wilden Trinkgelagen auf dem Marktplatz erinnert, ist das heute um Welten besser”, erinnert sich Robert Fabig. Das freut neben Eltern, Anwohnern und Passanten auch die Mitarbeiter des Bauhofs, deren Kehrmaschine wie erstmals im vergangenen Jahr hoffentlich in der Garage bleiben kann und keine Sonderschicht Innenstadt fahren muss.

Bis zu 1000 Euro Bußgeld

Die Glasverbot-Verordnung besagt unter anderem, dass es am 3. März (Weiberfastnacht) verboten ist, auf öffentlichen Flächen in Jülich Getränke aus Glasbehältern zu konsumieren oder solche Gefäße zum Verzehr an Ort und Stelle mitzuführen.

Der räumliche Geltungsbereich umfasst den Bereich, der durch die nachfolgenden Straßen begrenzt wird: Römerstraße, Große Rurstraße, Schützenstraße, Schirmerstraße, Düsseldorfer Straße, südlicher Zitadellengrabe, Kurfürstenstraße, Römerstraße. Dazu kommen: Aachener Straße (ab Ellbachstraße), Düsseldorfer Straße und Propst-Bechte-Platz sowie der südliche Zitadellengraben.

Verstöße gegen die Verordnung können mit Geldstrafen von bis zu 1000 Euro geahndet werden.
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