Jülich - Wegweiser: Berufsinfomarkt lockt viele junge Leute

Wegweiser: Berufsinfomarkt lockt viele junge Leute

Von: ptj
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Die Tischler-Innung Düren-Jülich präsentiert neben besonders kreativen Lernortkooperationsprojekten ein Boot, das im Rahmen der Ausbildungsvorbereitung zum Tischlerberuf entstand und demnächst auf der Rur erprobt werden soll. Foto: Jagodzinska
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Auf die jungen Besucher des Berufsinfomarktes übt der Fahrsimulator mit drei Großmonitoren einen ganz besonderen Reiz aus.

Jülich. Die Leiterin des Berufskollegs Jülich, Heike Schwarzbauer, machte Mut: „Die Chancen auf Ausbildungsplätze, auch noch für das kommende Ausbildungsjahr, stehen so gut wie lange nicht mehr.“

Das sagte sie am Freitag bei der Begrüßung zahlreicher junger Leute. Reges Leben herrschte nämlich beim 7. Berufsinfomarkt der Nordkreiskommunen, der zum fünften Mal in Folge als Ergänzungsangebot schulischer Maßnahmen im Berufskolleg Jülich ausgerichtet wurde. Schülerinnen und Schüler informierten sich bei den 54 Ausstellern über mögliche Berufsbilder, stellten Fragen und knüpften erste Kontakte.

Zu den Teilnehmern zählten Vertreter der Kammern, Kreishandwerkerschaft und Innungen. Mit von der Partie waren die Arbeitsagentur, Fachhochschulen, das Forschungszentrum, Einzelunternehmen aus Handwerk und Industrie, auch Polizei und Bundeswehr informierten. Veranstalter war das Amt für Familie, Generationen und Integration der Stadt Jülich unter Federführung von Elisabeth Fasel-Rüdebusch. Als Kooperationspartner traten erneut verschiedene Institutionen und Nordkreiskommunen in Erscheinung.

Bürgermeister Axel Fuchs stellte die mit über 100 Berufen breite Palette der Bereiche Dienstleistung und Pflege, Handwerk, IT-Berufe, kaufmännische Berufe, Labor-Ausbildungen, Medien & Design, Metall- und Elektroberufe in den Vordergrund, die von den Jugendlichen vor Ort erkundet werden durften. Abschließend betonte er augenzwinkernd, nicht das Einkommen sollte die maßgebliche Rolle bei der Berufswahl spielen. Praxisnahe Erprobungsaktionen etlicher Aussteller, die eine „duale Ausbildung“ anbieten, machten den großen Reiz für die Jugendlichen aus.

Großes Gedränge herrschte etwa am mobilen Lastwagen-Fahrsimulator des Logistik-Unternehmens „Dachser“ mit drei Großmonitoren. Viele junge Männer wollten sich bei einer virtuellen Testfahrt erproben. „Ich würde gerne Berufsfahrer werden. Das ist keine große körperliche Anstrengung“, meint zumindest der 16-jährige Hauptschüler Fabian Schrameck aus Aldenhoven, dessen Onkel eine Spedition leitet. „Zum Bund“ wollen (bislang) hingegen die Indener Goltstein-Schüler Kai Müller, Maurice Strauch (beide 13) und Justin Freitag (14), die ihren Besuch nicht bereuten: „Man kann sich hier gut informieren.“

Lust auf den Beruf des Tischlers machte im Obergeschoss des Kollegs die Innung Düren-Jülich. Zu den Präsentationsgegenständen aus ihren Lernortkooperationen mit Kundenauftrag zählte etwa ein multifunktionaler Spieltisch, der einem gehandicapten Kind, das nur auf dem Rücken liegen kann, eine sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit bietet. Oder die Gestaltung einer Gedenkecke für verstorbene Schüler der Stephanusschule.

„Eye-Catcher“ war ein im Rahmen der Ausbildungsvorbereitung entstandenes Boot, dessen Wassertauglichkeit demnächst in der Rur erprobt werden soll. Auf den „extremen Nachwuchsmangel“ im Beruf des Anlagenmechanikers verwies Jörg Parting aus der Abteilung Sanitär/Heizung/Klimatechnik. Im Wasserlabor betonte er, dass 20 bis 30 ehemalige Schüler des Berufskollegs „im Zeitraum von 15 Jahren auch die Meisterschule in Aachen erfolgreich absolviert haben“. Im angrenzenden Wärmelabor wurden zur Veranschaulichung Abgasverlustmessungen durchgeführt und Betriebssituationen simuliert. Welche Auswirkungen auf den Abgasverlust haben etwa Einstellungen von Pumpe oder Brenner in Heizungsanlagen im Einfamilienhausbereich? Der 24-jährige Berufskolleg-Schüler Patrick Felser erklärte derweil, wie eine Luft-/Wasser-Wärmepumpe“ funktioniert.

In der schuleigenen Werkstatt wurden Messübungen mit Starter und Generator vorgenommen oder am Modell Zahnriemen aufgelegt. Mit Obstkuchen, belegten Brötchen und Getränken bot das Schülercafé die adäquate Stärkung für zwischendurch.

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