Wegen des Tagebaus: Sonderlösung für Jackeraths Abwasser

Von: hfs.
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Titz. Wenn, dann wird es eine absolute Einzelfall-Entscheidung sein, welche die Bezirksregierung Köln hinsichtlich des nicht klärpflichtigen Mischwasser aus der Ortschaft Jackerath treffen wird.

Denn in Folge des fortschreitenden Tagebaus Garzweiler II muss eine Lösungsmöglichkeit gefunden werden, das Abwasser aus Jackerath künftig zu entsorgen.

Bereits Anfang Januar beschäftigte sich der Ausschuss für Bauen, Planen und Umwelt mit Lösungsmöglichkeiten, um die Abwässer aus Jackerath künftig pflichtgemäß und rechtlich auf der sicheren Seite zu entsorgen. Mehre Varianten wurden mit den zuständigen Wasserverbänden, der Gemeindeverwaltung Titz, dem Planungsbüro und RWE Power diskutiert. Entscheiden muss die Bezirksregierung als Genehmigungsbehörde.

Die deutet an, dass für die Entsorgung des nicht klärpflichtigen Mischwassers das bestehende Regenüberlaufbecken Jackerath mit einer noch zu bauenden Retentionsbodenfilteranlage genutzt werden kann. „Um dann das ablaufende Wasser anschließend einer neuen Versickerungsanlage zuzuführen“, erläuterte das Fachbüro den Ausschussmitgliedern.

Diese Sonderlösung – eine direkte Einleitung vor Ort wird normalerweise nicht vom RP genehmigt – sei, so der Experte, der sehr speziellen, ortsbezogenen Rahmenbedingungen geschuldet. Zum einen würde die Versickerungsanlage direkt neben dem Tagebaugebiet liegen, zum anderen sei der Grundwasserstand mehr als 190 Meter tief. So kommt das Fachbüro zu der Erkenntnis, dass eine solche Übergangslösung 40 bis 50 Jahre lang betrieben werden könne.

Insgesamt, so wurde dem Ausschuss berichtet, sei diese Lösung auch die kostengünstigere, da dadurch keine Neuerstellung einer „unwirtschaftlich betriebenen Kläranlage“ für Jackerath notwendig sei. Noch nicht vom Tisch ist indes die ebenfalls angedachte Variante, das klärpflichtige Mischwasser mittels Überleitung zur Kläranlage Jülich zu transportieren. Diese Lösung war zunächst aus Kapazitätsgründen im Jülicher Werk verworfen worden. Der Vollständigkeit halber laufen diesbezüglich aber noch ergänzende Untersuchungen.

Doch deutet alles darauf hin, dass das Schmutzwasser demnächst zum Gruppenklärwerk Kaster, und nicht, wie bisher, nach Wanlo geleitet wird. Einstimmig entschied sich der Ausschuss für die Sonderlösung, beauftragte die Verwaltung – so denn der Rat am kommenden Donnerstag zur gleichen Meinung gelangt – weiterhin die kostengünstigste Lösung zur künftigen Abwasserentsorgung für die Ortslage Jackerath weiterhin zu verfolgen.

„Die Gebührenzahler in der Gemeinde dürfen nicht aufgrund der durch den Tagebau verursachten veränderten Abwasserbeseitigung belastet werden“, machte Bürgermeister Jürgen Frantzen nochmals deutlich. Worauf ihm vom ebenfalls anwesenden Vertreter der RWE Power AG wohlwollendes und zustimmendes Kopfnicken entgegengebracht wurde.

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