Wechsel an der Spitze des Fördervereins Festung Zitadelle

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Jülich. Auf der Mitgliederversammlung des Fördervereins Festung Zitadelle Jülich im Kaiserhof endete kürzlich eine Ära. Nach 22 Jahren an der Spitze erklärte Conrad Doose seinen Rücktritt als Vorsitzender, um die Vereinsführung in jüngere Hände zu legen.

Er schaute zurück auf die vielfältige Tätigkeit des Vereins und dankte allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern, die ihren Beitrag zum gemeinsamen Erfolg geleistet hätten. Seine Sorge galt der Sicherstellung des Erreichten, denn das Bewusstsein für das Erbe der Idealstadtanlage der Renaissance und dessen - auch wirtschaftliches – Potential sei in der Jülicher Politik und Verwaltung noch längst nicht Allgemeingut geworden. So sah er manche der zahlreichen Bauvorhaben kritisch, die nahe am oder mitten im Bereich der Denkmalbereichssatzung geplant würden, bedeutende historische Substanz zerstörten und so nutzbares Stadtmarketing-Potential vernichteten.

Kontinuität im Übergang

Zum Nachfolger wurde Dr. Rüdiger Urban, einer der beiden Stellvertreter im Vorstand, gewählt. Die Kontinuität im Übergang sichert Conrad Dooses Wechsel auf den vakanten Stellvertreterposten. Rüdiger Urban dankte ihm für seine engagierte Arbeit. Er habe Jülich geprägt und es verstanden, das Bewusstsein für die herausragenden Baudenkmäler, für den genialen Renaissance-Baumeister Alessandro Pasqualini und das im Wiederaufbau nach 1945 bewusst historisch geprägte Erscheinungsbild Jülichs zu wecken.

Mit der Denkmalbereichssatzung, der Bestandssicherung auf Schloss Hambach und Burg Engelsdorf sowie mit seinen zahlreichen wissenschaftlichen Arbeiten, die weit über Jülich hinaus Beachtung fanden, wurden nur einige Beispiele seines verdienstvollen Wirkens genannt, für das sich der Vorstand mit einem Kunstwerk aus den Händen der Engelsdorfer Künstlerin Maria Fernandez und die zahlreich erschienenen Mitglieder mit langem, stehendem Beifall herzlich bedankten.

Zusammenarbeit eingefordert

In seinen Dank für die Wahl zum neuen Vorsitzenden mischte Rüdiger Urban programmatische Aspekte. Denkmalschutz und -pflege hat sich der Förderverein zur Aufgabe gemacht. Und so plädierte auch er vor dem Hintergrund der schon von Conrad Doose genannten Entwicklung für mehr partnerschaftliche Zusammenarbeit von historisch orientierter Stadtentwicklung und denkmalgerechter Stadtbildpflege. Das habe sich in vielen Städten als sehr erfolgreich erwiesen. Und gerade die Jülicher hätten ihre Stadt nach dem Krieg eben nicht nur auf dem renaissancezeitlichen Grundriss wieder aufgebaut, sondern im Wiederaufbaukonzept Prof. von Schöfers mit den baulichen Merkmalen der Renaissancestadt auch das Erbe der Idealstadt der Renaissance angetreten.

Dieses einzigartige, bis heute an der pasqualinischen Altstadt ablesbare Alleinstellungsmerkmal aus der Jülicher Stadtgeschichte gelte es zusammenzuführen mit Jülich als Stadt der Wissenschaft, dem zweiten herausragenden Alleinstellungsmerkmal der Gegenwart.

Im Anschluss stellte Prof. Eber-hardt in einem interessanten Vortrag anschaulich seine neuesten Erkenntnisse zu dem im Krieg zerstörten Ur-Entwurf der Zitadelle vor. Er leitete her, wie perfekt es der Baumeister verstanden hatte, die mathematisch-geometrischen Grundsätze der Antike und der Renaissance – und hier besonders der menschlichen Proportionen – zur Grundlage dieses Bauwerks zu machen. Zudem entwickelte er aus dem Modell ein gemeinsames Grundmaß von Zitadelle und Jülicher Stadtanlage, womit es eindeutig als Alessandro Pasqualinis Ur-Entwurf für die ab 1548 erbaute Zitadelle Jülich identifiziert werden konnte.

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