Wasser marsch: See zehn Jahre schneller voll

Von: Antonius Wolters
Letzte Aktualisierung:

Inden. Exzellente Nachrichten fürs Indeland bejubelte am Dienstag Landrat Wolfgang Spelthahn im Informationszentrum des Kraftwerks Weisweiler, wo RWE Power eine jüngst fertiggestellte Machbarkeitsstudie der Planungsbüros Konzen und Sydro vorstellte, wonach die Befüllung des Restsees Inden, die 2030 beginnen soll, erheblich schneller möglich ist.

Somit sei der „Mehrwert für die Region” schon nach fünf Jahren nutzbar. Nach zehn Jahren, so die Studie, sind bereits Endtiefe (180 Meter) und -fläche (elf Quadratkilometer) zu 80 Prozent erreicht.

„Damit sind die Hauptbedenken der Stadt Düren widerlegt”, mochte sich der Landrat einen Seitenhieb auf die Kreisstadt nicht verkneifen. Michael Eyll-Vetter, Chef-Bergbauplaner bei RWE Power, erläuterte, dass der See nach zehn Jahren bereits seine spätere äußere Form erreicht hat. Der Wasserspiegel selbst liege zwar noch 45 Meter unterhalb der Endhöhe, doch die Zugänge von Schophoven, Merken und Lucherberg würden bereits mit Steg- und Pontonlösungen möglich sein. Eyll-Vetter: „Insgesamt steigert die schnellere Befüllung die Attraktivität des Restsees deutlich.”

Um die Turbo-Befüllung zu ermöglichen soll die Entnahme des mittleren Rurwassers von 2,5 auf bis zu vier Kubikmeter pro Sekunde gesteigert werden. Um die industrielle Nutzung des Rurwassers nicht zu beeinträchtigen, beginnt das Abzweigen allerdings erst bei einer Durchflussmenge von 12,5 Kubikmetern pro Sekunde, erläuterte der Experte. Zudem werde bewusst auf das Abschöpfen von Hochwässern verzichtet, um dem Fluss seine Dynamik zu lassen.

Darüber hinaus würden für die Seebefüllung die Sümpfungswasserströme im Rheinischen Revier angezapft: So ist geplant, über einen Zeitraum von zehn Jahren jährlich 20 Millionen Kubikmeter aus der Tagebauentwässerung Hambach in den Restsee zu leiten. Dazu soll das Sümpfungswasser bei Selhausen in die Rur eingeleitet und in Höhe Altenburg über ein Entnahmebauwerk im Fluss aus dem Rurtal Richtung Restsee gepumpt werden.

Da ein Teil des in den Restsee geleiteten Wassers versickert oder verdunstet, sind die Angaben für die Befülldauer nicht genau zu bestimmen. Auf Basis eigener Modelluntersuchungen geht der Bergbautreibende von 20 bis 25 Jahren aus, bis der künstliche See im Tagebau Inden mit 850 Millionen Kubikmetern Wasser befüllt ist - das wäre 2050 bis 2055. Nach der ursprünglichen Planung sollte dieses Stadium erst 2065 erreicht werden.

Chef-Planer optimistisch

Um die Planung umsetzen zu können, muss indes erst die Änderung des Rahmenbetriebsplans Inden von der Bezirksregierung Arnsberg genehmigt werden. „Sowohl die sachliche Vorprüfung als auch die Vollständigkeitsuntersuchung der eingereichten Unterlagen stehen kurz vor dem Abschluss”, ist Chef-Bergbauplaner Eyll-Vetter optimistisch, dass die Beteiligung der privaten Grundstückseigentümer nach den Osterferien beginnen werde.

Die Zeit der Befüllung soll genutzt werden, den so genannten Masterplan für die Region zu verfeinern. Ob der Restsee gegenüber einer Befüllung mit Erde RWE Power Geld spart, konnte oder wollte Dr. Lars Kulik, Leiter der Braunkohleplanung, nicht beantworten. Dem Wegfall von Bandstraßen stünden zusätzliche Aufwendungen gegenüber. Kulik: „Ob wir Ersparnisse haben werden, ist noch nicht klar.”

Regenerative Energie-Ideen im Indeland

Herrlicher Sonnenschein erhöhte am Dienstag bei Landrat Spelthahn die Vorfreude auf den geplanten Solarpark in Inden. Zudem möchte der Landrat in Kooperation mit der RWTH Aachen mittels Vertikalrädern im Kreisgebiet künftig auch Windstrom ernten.

In Kooperation mit dem Rhein-Erft-Kreis ist darüber hinaus eine Machbarkeitsstudie geplant, ob am Fuß der Sophienhöhe ein Pumpspeicherkraftwerk errichtet werden kann, das es ermöglicht, regenerative Energie zu speichern.

RWE Power prüft, so Chefbergbauplaner Michael Eyll-Vetter, die Kraft des in den Restsee geleiteten Wassers, das die tiefe Böschung herunterfließt, während der 20 bis 25 Jahre währenden Befüllungsphase für die Stromerzeugung zu nutzen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert