Jülich - Wanderausstellung begleitet Gedenkfeier zur Reichspogromnacht

Wanderausstellung begleitet Gedenkfeier zur Reichspogromnacht

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Jülich. Die Jülicher Gesellschaft gegen das Vergessen und für die Toleranz lädt zur Gedenkfeier und Ausstellung für Sonntag, 9. November, um 18 Uhr in die Jülicher Christuskirche, Düsseldorfer Straße, ein.

Kirchen und Jülicher Gesellschaft bitten um rege Beteiligung der Bürger am 9. November „Gedenken“ und „Nie wieder“ zu verbinden. Vor 76 Jahren setzte das Deutsche Reich das Fanal für die physische Vernichtung der Juden zuerst im Inland, drei Jahre später in (fast) ganz Europa.

Die Diskriminierung, Ausgrenzung und Entrechtung der Juden im „Dritten Reich“ bekam mit der folgenlosen Ermordung von hunderten von jüdischen Bürgern, der willkürlichen Freiheitsberaubung von zehntausenden jüdischer Männer und der Vernichtung und Schändung von etwa 1500 Synagogen im November 1938 eine neue unerhörte Dimension.

Ein Aufschrei unterblieb

Kein Aufschrei ging damals durch die Herzogstadt. Der Bürgermeister Johannes Kintzen – auch Chef der Jülicher Polizei und Feuerwehr – schickte seinen Gärtner: als Beobachter. Lediglich der evangelische Pfarrer Hermann Barnikol empörte sich öffentlich. Die Jülicher blieben überwiegend in der „Deckung“.

Die Gedenkveranstaltung zur Reichspogromnacht 1938 setzt in diesem Jahr neue Akzente. Dem Gedenken an die beispiellosen Verbrechen an den europäischen Juden fügt sich die Frage an: „Was konnten sie tun? – Widerstand im Dritten Reich.“

So lehrt die Geschichte des Dritten Reichs, dass Widerstand in sehr unterschiedlichen Formen möglich war. Als er aber vielleicht noch genutzt hätte, 1933, blieben allzu viele passiv. Die Nazis gingen in den en ersten acht Wochen zielstrebig zur Sicherung ihrer Macht vor – ungehindert von den Parteien, Gewerkschaften oder anderen gesellschaftlichen Institutionen wie etwa den Kirchen. Das war auch in Jülich so.

Die Veranstalter haben sich entschlossen, die Wanderausstellung der Stiftung 20. Juli und der Gedenkstätte Deutscher Widerstand „Was konnten sie tun?“ nach Jülich zu holen und die Ausstellungseröffnung mit der Gedenkveranstaltung zu verbinden. Musikalisch wird die Veranstaltung begleitet durch den Cellisten Dr. Igor Byaly (Aachen).

Alle Bürgerinnen und Bürger sind herzlich eingeladen, an der Gedenkfeier teilzunehmen. Sie beginnt um 18 Uhr in der Jülicher Christuskirche an der Düsseldorfer Straße. Die Veranstaltung hat durch die zahlreichen rechtsextremistischen und rassistischen Schmierereien eine beklemmende Aktualität gewonnen. Jülichs Bürger sollten durch ihre Teilnahme bekunden: In Jülich ist kein Platz für Antisemitismus.

Von der Christuskirche ziehen die Teilnehmer zum Mahnmal am Propst-Bechte-Platz, das seit 2001 die Namen der ermordeten Juden des Jülicher Landes wiedergibt, und stellen dort ihre brennenden Kerzen ab.

Wiederum in der Christuskirche erfolgt der Abschluss. Der Chor der jüdischen Gemeinde Aachen „Le Chaim“ singt dort einige Lieder. Es besteht zudem die Möglichkeit, die Ausstellung zu besichtigen. Es werden koschere Häppchen gereicht. Die Veranstaltung endet gegen 21 Uhr.

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