Waltraud Weyland aus Kirchberg legt ihr erstes Kinderbuch vor

Von: ptj
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Neben dem Osterhasen im Garten in Kirchberg: Kinderbuchautorin Waltraud Weyand geht in ihren Kurzgeschichten auch der Frage nach, „wie der Osterhase zu den Eiern kommt“. Foto: Jagodzinska

Kirchberg. „Wie kommt der Osterhase zu den Eiern?“ Eine Frage, die sich fast jedes Kind in Anbetracht des österlichen Brauchtums einmal stellt. So auch das Kind in der gleichnamigen Kurzgeschichte der Kinderbuchautorin Waltraud Weyand aus Kirchberg.

In der „Ich“-Person fragt sich der kindliche Protagonist, ob „das wieder so eine erfundene Geschichte der Erwachsenen ist“. Er will ganz sicher sein und Oma fragen, die „nicht schwindelt und alles weiß“. Und Oma überlegt sich eine nette Geschichte um einen eitlen bunten Hahn, dem Hasen und Hühner gemeinsam einen Denkzettel verpassen.

51 Geschichten

Die von den Hühnern gelegten und von den Hasen bunt gemalten Eier im Garten der Bäuerin erregen in ihrer Pracht mehr Aufmerksamkeit und Freude als der stolze Hahn. Der „liebe Gott“, der dem einst weißen und freundlichen Hahn den Wunsch erfüllt hatte, bunt zu sein, „mit leuchtenden Schwanzfedern in der Sonne“, straft ihn für seine Überheblichkeit und ruft den beliebten Osterbrauch ins Leben. Mit dieser Geschichte scheint das Kind in der Handlung zufrieden.

Die Kindergeschichte ist eine von 51 im ersten Buch der Autorin mit dem Titel „Erzähl mir was“. Erzählen, zuhören und vorlesen, das kann Waltraud Weyand, die vor zehn Jahren von Stolberg nach Kirchberg zog. Schon immer hat sie (bislang unveröffentlichte) Geschichten und Gedichte geschrieben, lustig oder ernst und tiefgründig, darunter im Laufe ihres Lebens selbst erlebte Tiergeschichten mit eigenen Pferden und Hunden und eben Kindergeschichten. Letztere entstanden überwiegend während mehrerer Krankenhausaufenthalte wegen Komplikationen um ein Hirnaneurysma.

Weyand erzählte den kleinen Patienten voller Angst und Einsamkeit gewaltfreie und nachvollziehbare Geschichten, grundsätzlich mit Happy End. Sie wählte Kurzgeschichten, „die man Kindern an einem Abend vorlesen kann“ – anstelle von Fernsehen. „Mensch, schreib‘ das doch mal auf, das ist so schön“, motivierten Ärzte und Eltern zu der Buchveröffentlichung, bei der im Übrigen absichtlich auf Bilder verzichtet wird, um die Fantasie von Jung und Alt zu beflügeln. Denn nicht nur Kinder, auch Menschen mit Handicap und Senioren schwärmen von ihren Erzählungen, in denen sie sich als Oma und Opa wiederzufinden glauben.

Ehrenamtliche Lesung

So etwa in „Als Oma in die Erde wuchs“ oder „Eisenhart, die Lokomotive“, die „erschöpft auf dem Abstellgleis stehen blieb“. Gerne liest Weyand ihre Werke ehrenamtlich in Kindergärten, Senioren- oder Behindertenheimen vor. In Stolberg ist ihr Engagement „sehr gefragt“, besonders häufig liest sie zurzeit im „Haus Maria im Venn“. Durch ihre Lesungen kompensiert die Kirchbergerin ihre eigene Krankheitsgeschichte. Ihr Idealismus geht so weit, dass ihre Erstauflage für Blinde auch in „Braille“ erschienen ist.

Besonders stolz ist sie auf eine Widmung der Journalistin und Buchautorin Monica Lierhaus. Die Leidensgenossin, zu der sie Kontakt über das Internet geknüpft hatte, schrieb: „Du bist eine starke Frau“.

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