Walramplatz Jülich: Ein Favorit ist in Sicht

Von: Volker Uerlings
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Der Walramplatz vor dem Hexenturm: Hier soll ein Handelskomplex mit Parkplatz-Etagen entstehen. Sechs Investoren stehen bereit. Foto: Uerlings

Jülich. Der Walramplatz ist ein Objekt der Begierde. Sechs Planer und Investoren haben der Stadt eindeutige Angebote unterbreitet, um die Fläche zu bebauen. Alle wurden von unserer Zeitung vorgestellt. Was passiert jetzt? Im Ausschuss für Kultur, Wirtschaftsförderung und Stadtmarketing war am Donnerstag eine eindeutige Botschaft zu vernehmen.

Die Kommunalpolitiker wollen sich noch ein wenig Zeit nehmen, dann aber recht zügig einem Projekt den Zuschlag erteilen. Es ist noch keine Entscheidung, aber ein Fingerzeig, dass die vom Jülicher Helmut Jagdfeld im November vorgestellte Konzeption einige Sympathien genießt.

Jagdfeld hatte für die Deutsche Verwaltungsgesellschaft für Immobilien (DVI) aus Düren einen großen Baukörper präsentiert, entworfen vom Jülicher Architekturbüro Hans-Karl Schüssler, der im Erdgeschoss ein großes Ladenlokal oder drei mittelgroße Läden erlaubt. Das ist flexibler als bei den Vorhaben, die auf dem Walramplatz ausschließlich einen Lebensmittel-Vollsortimenter vorsehen. Außerdem ist an der Hexenturmseite ein Budgethotel Bestandteil.

Festgelegt haben sich bislang nur die Grünen, wie Sprecher Dr. Lutz Baumgarten darlegte – und zwar auf den Jagdfeld-/Schüssler-Entwurf. Baumgarten beschrieb die sechs Pläne so: Es gebe drei schöne Entwürfe, die aber alle das große Risiko bergen, weitere Ladenleerstände zu produzieren. Daneben sehen die Grünen drei effiziente Vorhaben – aus denen hätten sich die Grünen nun das flexibelste herausgesucht. Ausschussvorsitzender Peter Capellmann gestand für die CDU: „So weit sind wir noch nicht. Was den Kreis der Eingrenzung betrifft, sind wir aber deckungsgleich mit den Grünen.“ Harald Garding sieht bei der SPD eine „ähnliche Richtung wie bei den Grünen, aber wir haben noch Fragen zum Jagdfeld-Entwurf“.

Matthias Hoven erklärte für die Jül: „Wir haben uns intensiv mit der Thematik beschäftigt und fassen zwei Möglichkeiten ins Auge. Grundsätzlich nachdenken sollten wir darüber, ob wir eine große oder eine kleine Lösung wollen.“ Die reine Fokussierung auf einen Nahversorger am Walramplatz jedenfalls sei keinesfalls zwingend.

Zu den großen Lösungen zählen die beiden Pläne, die neben dem Walramplatz auch das Gelände von Stadtwerken und Feuerwehr einbeziehen. Beigeordneter Martin Schulz warf die Frage auf, ob Jülich eine große Lösung „verträgt“. Weiter: „Man kann auch zu viel machen und die Innenstadt schädigen. Die Verwaltung tendiert dazu, mit einer kleinen Lösung zu operieren.“

Runder Tisch Ende April

Die Sorge um die Verträglichkeit von bestimmten Handelsansiedlungen am Walramplatz kommt nicht von ungefähr. Der Stadtmarketingverein Jülich sieht durch einen Nahversorger am Walramplatz nicht zwingend positive Effekte für die Innenstadt Richtung Markt. Der Verein hat sich in einem Positionspapier festgelegt: Das „Quartier“ hinter und neben dem Alten Rathaus sei alternativlos: „Eine bessere Gelegenheit zur Belebung der Innenstadt bietet sich auf Dauer nicht mehr.“ Es sollte alles unterlassen werden, was diese Möglichkeit verhindern könnte – „das wäre z.B. eine vorzeitige Entscheidung für eine Grundversorgung auf dem Walramplatz“.

Alle Beteiligten kommen Ende April an einem „Runden Tisch“ zusammen, um über die Planungen an den neuralgischen Stellen der Jülicher City zu sprechen. Dieses Treffen will der Ausschuss abwarten, um sich gegebenenfalls für eine der sechs Walramplatz-Varianten zu entscheiden und mit den Investoren weitere Gespräche zu führen.

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