Wallfahrtskreuz soll Pilgern wieder den Weg weisen

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Mitarbeiter der Firma Grabmale Wolf beim Abbau des steinernen Wallfahrtskreuzes zwischen Manheim und Morschenich, das sicher eingelagert worden ist, bevor es an anderer Stelle neu errichtet wird. Foto: RWE Power

Aldenhoven/Manheim. Die RWE Power AG hat mit Unterstützung der Firma Grabmale Wolf aus Jüchen kurz vor Weihnachten das steinerne Marien-Wallfahrtskreuz im Hambacher Forst fachmännisch abgebaut und sicher eingelagert. Um das 55-jährige Wallfahrtskreuz aus dem Bürgewald sicher zu erhalten, war Barthel Portz, Leiter der Manheimer Aldenhoven-Pilger, mit Lonie Lambertz, der Ortsvorsteherin von Kerpen-Manheim, auf den Bergbautreibenden zugegangen.

„Das Wallfahrtskreuz wird seit vielen Jahrzehnten ehrenamtlich von Manheimern gehegt und gepflegt. Es wäre schade, wenn es nicht wohlbehalten an einer neuen Stelle entlang des Pilgerweges für die Zukunft erhalten würde“, so Lonie Lambertz. Das Kreuz stand in den vergangenen drei Jahrzehnten zwischen Manheim und Morschenich im Bürgewald. Durch die unmittelbare Nähe zum Wiesencamp der Aktivisten in Morschenich war der Zugang zum Pilgerkreuz seit längerem mit Barrikaden verstellt. Wegen des heranrückenden Tagebaues muss das Kreuz einen neuen Platz finden.

„Wir danken RWE Power für die Unterstützung, das traditionelle Wallfahrtskreuz aus dem Wald einzulagern und demnächst an einen zukunftsträchtigen Platz neu aufzustellen“, betont Barthel Portz die Bedeutung des Kreuzes für die Pilger. Im Rahmen der anstehenden Umsiedlung wird derzeit von den Pilgern ein neuer Verlauf für die Pilgerstrecke erarbeitet. Erst wenn diese ausgearbeitet ist, wird über einen neuen Standort für das Wallfahrtskreuz entschieden. „Auch in Zukunft wäre es schön, wenn das Kreuz eine Landmarke am Rande unseres Pilgerwegs markiert“, so Barthel Portz.

Die Manheimer Marienwallfahrt führt nach Aldenhoven, wo das Gnadenbild im Frühjahr 1654 vom Bürger Dietrich Müllfahrt in einem Lindenbaum gefunden wurde. Das Bildnis kam zunächst in die Pfarrkirche. Erst nach genauer Prüfung durch den Weihbischof Paulus Stravius von Köln und den Herzog Philipp Wilhelm von Jülich erlaubte man die Errichtung einer Auffindungskapelle.

Über 300-jährige Tradition

Für das Bildnis (kleine geschnitzte Gestalt) baute der Herzog von Jülich 1659 die Gnadenkapelle, wo das Bildnis bis heute steht. Dieses Gnadenbild ist Ziel der Manheimer, die alljährlich am Samstag nach Mariä Geburt (8.September) eine „Buß”-Prozession nach Aldenhoven unternehmen.

Diese quellenmäßig nicht zu belegende Tradition soll einem Gelöbnis zur Folge im Jahre 1695 entstanden sein als Dank, dass die Region von den Pestwellen, die bis 1670 durchs Rheinland zogen, weitgehend verschont geblieben war.

Das alte hölzerne Wallfahrtskreuz im Bürgewald wurde 1959 gegen ein steinernes ausgetauscht. Durch den Aufschluss vom Tagebau Hambach konnte der alte Weg durch den Bürgewald nicht mehr genommen werden, so dass die Prozession einige Jahre nicht mehr am Wallfahrtskreuz vorbeiging.

Kreuz erstmals 1984 versetzt

Das Kreuz wurde 1984 an den neuen Prozessionsweg gesetzt, so dass heute die Prozession an diesem Denkmal wieder vorbeiführt.

1995 wurde der dreihundertjährigen Tradition mit einem Festgottesdienst am Abends in Aldenhovener Wallfahrtskirche St. Martinus gedacht, der vom damaligen Kölner Weihbischof Jansen mitgestaltet wurde.

Der neue Aufstellungsort kann allerdings erst festgelegt werden, wenn die neue Prozessionsroute mit allen beteiligten Stellen abgestimmt worden ist.

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