Jülich - Wachmann prellt Miete: Verfahren eingestellt

Wachmann prellt Miete: Verfahren eingestellt

Von: gep
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Jülich. Wegen Betrugs war C. (56) vor dem Amtsgericht Jülich angeklagt. Vorgeworfen wurde ihm, seine Miete in Jülch nicht gezahlt zu haben. Auf 4410 Euro beliefen sich die Mietrückstande, bis die Räumungsklage Ende Februar 2012 vollstreckt wurde.

Doch im Verfahren war es nicht zweifelsfrei zu klären, ob sich der Angeklagte einen rechtswidrigen Vermögensvorteil habe verschaffen wollen. Daher wurde das Betrugsverfahren eingestellt.

Sie hätten „vom ersten Tag an kein Geld gesehen”, sagten die Vermieter, das Ehepaar W. (50 und 52), vor Gericht aus. Für sie sei es der „erste Reinfall” seit 15 Jahren gewesen. Dabei sei C. zunächst durch sein „gepflegtes Äußeres” positiv aufgefallen, er sei „sehr nett” gewesen.

Als er bei der Vertragsunterzeichnung Ende März 2011 erklärt habe, er könne die erste Miete - 480 Euro - nicht zum 1. zahlen, sondern erst zum 15., hätten sie keinen Verdacht geschöpft, da der neue Mieter darauf verwiesen habe, dass er von seinem Arbeitgeber „sehr viel Geld” erwarte. Entgegenkommend war das Ehepaar auch bei der Kaution. Diese sollte erst in drei Monaten überwiesen werden. „So nett wie man eben ist”, erklärte Frau W. dazu. Doch es sei kein Geld geflossen. Sie seien vielmehr „vertröstet, vertröstet und vertröstet” worden.

Der Angeklagte habe etwa angeführt, nach einem schweren Unfall wären ihm im Krankenhaus die Papiere gestohlen worden, so dass er nicht über sein Girokonto habe verfügen können. Dann habe er erklärt, er sei wegen der Unterhaltspflicht gegenüber seiner Ex-Frau, mit der er zwei Kinder hat, knapp bei Kasse.

C. hielt dem entgegen, die Vermieter seien über „die ganze Situation” informiert gewesen. Sein Streit mit seinem damaligen Arbeitgeber, einem Wach- und Sicherheitsdienst, wegen noch ausstehender Lohnzahlungen, habe sich länger hingezogen.

Nach Angaben seines Verteidigers war C. seit März 2011 von seiner Arbeit freigestellt. Zu dieser Zeit liefen Vergleichsgespräche zwischen C. und dem Wachdienst mit dem „Ziel”, das Arbeitsverhältnis zum 15. April gegen eine Zahlung von 11.150 Euro zu beenden. Damit sei er zum Zeitpunkt, als der Mietvertrag abgeschlossen wurde, „nicht gekündigt” gewesen, so dass von einer „stockenden Lohnzahlung” gesprochen werden müsse.

Und der Beschuldigte selbst ergänzte, er habe damals, da er nicht gekündigt gewesen sei, von der Agentur für Arbeit keine finanzielle Unterstützung erhalten. Derzeit ist er arbeitslos und besucht nach eigenen Angaben eine Weiterbildung.
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