Vortrag von Dr. Bernhard Ost in Jülich weckt neue Hoffnungen

Von: ptj
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Gesundheit im Gespräch: Dr. Bernhard Ost bot Einblicke in die „Mastzellenmodulation mit PEA“. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Die Chemotherapie ist der Auslöser, die Mastzelle der Vollstrecker“. Derart nachvollziehbar referierte Dr. med. Bernhard Ost, der eine komplementärmedizinisch-gynäkologisch-onkologische Spezialpraxis in Düsseldorf führt, im Jufa zur „Behandlung von Haut- und Schleimhautproblemen und Hand-Fußsyndrom in der Onkologie“, das vor allem Zuhörerinnen mit derartigen Problemen interessiert verfolgten.

Haut- und Schleimhautveränderungen sind eine der häufigsten Nebenwirkungen der schulmedizinischen Primärtherapien Chemotherapie, Bestrahlung, (Anti)Hormon- oder Immuntherapie und beeinträchtigen die Lebensqualität erheblich. Ost veranschaulichte seinen Vortrag etwa mit Abbildungen einer Schleimhautentzündung in drei Schweregraden.

Das „Hand-Fuß-Syndrom“ ist eine mit schmerzhafter Schwellung und Rötung einhergehende Hautveränderung an Handflächen und Fußsohlen als Nebenwirkung einer Chemotherapie. Folge von zellwachstumshemmenden Therapien sei die verminderte Zellteilung. Weil die Haut sich nicht mehr regenerieren könne, nähmen Hautschäden zu. Körper und Abwehr seien im Ungleichgewicht. Die Mastzellen im körpereigenen Abwehrsystem würden „massiv stimuliert“.

So komme es zu einer Überreaktion, da sie die Behandlung als Angriff auf den Körper werteten. Sie schütten etwa den Botenstoff Histamin aus, der eine Entzündungsreaktion auslöse. Die Blutgefäße erweiterten sich, es komme zu Schwellungen, Hautrötungen, Juckreiz, Entzündungen.

„Endocannabinoide hemmen die Freisetzung von Entzündungsmediatoren aus Mastzellen“, sagte Ost. Während Cannabinoide bei Pflanzen lediglich im Hanf vorkommen (THC), stelle der Körper selbst Cannabinoide her. Sie sitzen im zentralen Nervensystem, in der Schleimhaut des Verdauungssystems, Fortpflanzungssystem, in Knochen, Haut, Lunge, hormonalen Drüsen und den Augen.

Vitamin D3-Versorgung

Im gesunden Organismus entstehe PEA (Palmitoylethanolamid) aus Palmitinsäure und Ethanolamin am Ort der Entzündung, im Falle einer Gewebeschädigung könne keine PEA mehr gebildet werden. Aber: „Führt man nun PEA hinzu, werden entsprechende Rezeptoren an der Mastzelle blockiert und damit eine ausgeglichene Reaktion der Mastzellen erreicht“. Zusätzlich reduziere es durch Desensibilisierung der Nervenendplatten das Schmerzempfinden.

Weiterhin wirke sich eine gute Vitamin D3-Versorgung positiv auf die Verringerung der Mastzellenaktivität aus. So empfahl Ost, in hartnäckigen Fällen neben einer Behandlung mit PEA auch eine orale Behandlung mit Vitamin D3, allerdings nur nach einer Bestimmung des D3-Spiegels im Labor.

„Wo gibt es das?“, lautete die Frage der Zuhörerinnen im anschließenden Gespräch. Da es nur „eine Firma gibt“, die verschiedenste cannabinoide Produkte vertreibt, nannte Ost die italienische Firma „Againlife“ und die Internetadresse www.againlife.de. Die Produkte seien in der Apotheke rezeptfrei erhältlich und ohne ärztliche Hilfe anwendbar. Ost betonte die Wichtigkeit der regelmäßigen Anwendung. „Ein Versuch ist es allemal wert, als Prophylaxe und bei Schädigung“, empfahl der Referent.

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