Vortrag über jüdische Schulen

Letzte Aktualisierung:
14161260.jpg
Einst gehörten jüdische Schulen zum Linnicher Stadtbild. Ein Vortrag erinnert jetzt daran. Foto: Stadtarchiv Linnich.

Linnich. Ein Vortrag mit dem Titel „Jüdische Privatschule zu Linnich während des 19. Jahrhunderts und die israelitische Volksschule in Linnich von 1926-1938“ findet am 24. März ab 19 Uhr im Sitzungssaal des Linnicher Rathauses statt. Referent ist der Heimatforscher Dr. Hermann-Josef Paulißen aus Linnich.

Kann die Geschichte von Bildungs- und Erziehungseinrichtungen auch unter dem Aspekt der regionalen Geschichte besonderes Interesse beanspruchen, so gilt dies in besonderem Maße für die Geschichte jüdischer Schuleinrichtungen im deutschen Kulturraum.

Die Beschäftigung mit solchen Spezialfragen, die für die Stadt Linnich geleistet werden soll, wird zu einem winzigen Mosaikstein zum Verständnisversuch der Tragödie des deutsch-jüdischen Zusammenlebens. Zur besseren Deutung des Hintergrundes sei ein kurzer Blick auf die Genese des jüdischen Schulwesens in Linnich geworfen.

Platz für die Hitlerjugend

Bereits 1809, die Zeit, in der Linnich Kantonshauptstadt unter napoleonischer Herrschaft war, sind Lehrer jüdischer Schulen namentlich bekannt. An verschiedenen Standorten in Linnich, zuletzt in der 1938 geschändeten Synagoge, waren jüdische Schuleinrichtungen zu finden.

Eine besondere Tragik betrifft die jüdische Knabenschule in der Ostpromenade in Linnich, die 1937 unter verschiedenen Vorwänden das Gebäude räumen musste, damit dort ein Heim für die Hitler-Jugend geschaffen werden konnte.

Durch mündliche Überlieferung ist auch bekannt, dass der damalige Gendarm Stiel an dem Tag, an dem die Synagoge von SA-Leuten zerstört werden sollte, morgens Lehrer und Schüler warnte, so dass diese noch rechtzeitig die Synagoge verlassen konnten.

Dr. Hermann-Josef Paulißen, der sich bereits seit vielen Jahrzehnten mit der Geschichte jüdischer Mitbürger beschäftigt und ein Experte auf diesem Gebiet ist, wird die Geschichte des jüdischen Schulwesens für die Zuhörer des Vortrages einordnen und näher erläutern.

Der Eintritt zum Vortrag ist kostenfrei.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert