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Vortrag in der Landsynagoge zum Schreiben heiliger Schriftrollen

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Eine Schreiberin aus Jerusalem: Über deren große Bedeutung im Judentum berichtet ein Vortrag in Rödingen. Foto: Annett Martini

Rödingen. „Das Schreiben der heiligen Schriftrollen im Judentum“ lautet der Titel eines Vortrags mit Bildpräsentation von Dr. Annett Martini, Berlin, am Sonntag, 21. Februar, ab 15 Uhr im LVR-Kulturhaus Landsynagoge Rödingen (Eintritt 3 Euro inklusive Besichtigung der Gebäude und der Dauerausstellung).

In diesem Vortrag führt die Judaistin Dr. Annett Martini in die faszinierende Welt der jüdischen Schreiber ein und vermittelt eine Idee davon, welch große Bedeutung das rituelle Kopieren der heiligen Schriften und das geschriebene Gotteswort im jüdischen Denken haben.

Für das Judentum ist die Bibel in jeder Hinsicht bestimmend und seit der Antike bis in die Neuzeit die zentrale Konstante. Erhalt und Weitergabe der Heiligen Schrift von einer Generation auf die nächste in ihrer unveränderlichen Form wird gerade für das Diasporajudentum zur wichtigsten Aufgabe, da allein dieser Text die geistige Grenze des jüdischen Volkes markiert.

Dementsprechend hoch ist die Verantwortung des Sofer (des Schreibers), dessen Tätigkeit durch feste Regeln bestimmt wird. Bereits in der frühen rabbinischen Literatur finden sich Vorschriften, die das Schreiben einer Tora-Rolle, die Herstellung der kleinen Schriftrollen in den Tefillin (Gebetsriemen) und Mesusot (Kapseln mit Bibelversen an den Türrahmen) sowie das Kopieren der Bibel als eine besondere, heilige Handlung regeln.

Diese Halachot (Gesetze) betreffen zum einen äußere Aspekte des Schreibens, wie die Qualität des Pergaments, das bestimmte Reinheitsgebote erfüllen muss, oder die Wahl des Schreibgeräts und selbst die Herstellung der Tinte, die nach einer genau vorgegebenen Rezeptur zu erfolgen hat.

Aber es werden auch Konzepte zur Sichtbarmachung sprachlicher Strukturen, soziologische Aspekte, wie die gesellschaftliche Stellung des Schreibers oder der innere Vorgang des Schreibens selbst als heilige Handlung besprochen.

Dr. Annett Martini hat in Berlin und Jerusalem Judaistik, Religionswissenschaften und Germanistik studiert. Sie ist seit 2005 als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin beschäftigt, wo sie 2009 mit einer Studie über die kabbalistische Bibliothek des Renaissancegelehrten Giovanni Pico della Mirandola promovierte.

In ihrem derzeitigen Forschungsprojekt beschäftigt sie sich mit der jüdischen Schreibkultur, wobei Konzepte des Schreibens als heilige Handlung im Vordergrund stehen.

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