Vorerst keine Gesamtschule in Jülich

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
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Die Sekundarschule wächst und wächst: im sanierten Schulzentrum Linnicher Straße. Eine Umwandlung in eine Gesamtschule hat der Schulausschuss am Donnerstagabend abgelehnt. Foto: Uerlings

Jülich. Die überaus erfolgreiche Sekundarschule Jülich bleibt vorerst ohne Oberstufe. Bei einer Gegenstimme votierte die große Mehrheit des Schulausschusses am Donnerstagabend gegen den Antrag, die Einrichtung in eine Gesamtschule umzuwandeln.

Dieser Wunsch kam aus der Elternschaft und wurde über die Schulpflegschaft letztlich an die Stadt als Schulträger gerichtet. Vor großem Publikum im Sitzungssaal des Neuen Rathauses gab es ein freundliches, aber deutliches Nein, das Eltern- und Lehrervertreter natürlich enttäuschte.

Zuvor hatten Politik, Verwaltung und Gäste die neuesten Zahlen der Schulentwicklungsplanung vernommen. Kernaussagen von Wolf Krämer-Mandeau (Projektgruppe Bildung und Region/Biregio): Die Schülerzahlen in den beiden großen Städten des Kreises, Jülich und Düren, entwickeln sich etwas besser als in früheren Prognosen angenommen. Für Jülich werden stabil zwischen 1100 und 1200 Kinder pro Jahr vorhergesagt. Dieses Potenzial sichere mittelfristig das Fortbestehen der weiterführenden Schulen in Jülich: also Gymnasium Zitadelle, Gymnasium Haus Overbach, Mädchengymnasium und Sekundarschule sowie Berufskolleg.

Eine Gesamtschule Jülich hätte nach Einschätzung von Krämer-Mandeau in erster Linie wohl deutliche Auswirkungen auf die benachbarte Gesamtschule Aldenhoven/Linnich und würde in einem Jülicher Gymnasium vielleicht zur Reduzierung eines Zuges (25 Kinder) führen. Nennenswerte Folgen für die Gesamtschule Niederzier/Merzenich sieht er nicht.

Vertreter aller Ratsfraktionen führten in ihrer Argumentation gegen eine Umwandlung der Sekundar- in einer Gesamtschule vor allem die vom Planer attestierte Qualität des derzeitigen Jülicher Bildungsangebotes an, das niemand gefährden will. Und ein weiteres gewichtiges Argument sei die interkommunale Zusammenarbeit. Die Stadt Jülich wolle nun nicht den Fehler machen und „Foul spielen“, wie man es seinerzeit bei der Gründung der Gesamtschule Aldenhoven/Linnich empfunden habe. Wolf Krämer-Mandeau gestand im Ausschuss, dass er auch nicht vorhergesehen habe, wie stark die Sekundarschule Jülich nachgefragt wird. „Es hat mich überrascht, dass sie sich gegen drei Gymnasien behaupten kann und dass ihr die Gesamtschule Aldenhoven/Linnich nicht das Wasser abgräbt.“

Die noch junge Einrichtung zählt im laufenden Schuljahr 603 Kinder in 21 Klassen plus 40 Jungen und Mädchen in zwei internationalen Klassen. Bei einer Qualitätsanalyse der Bezirksregierung stellten ihr die Prüfer beste, zum Teil exzellente Noten aus. Auch das war Thema im Ausschuss am Donnerstag, in dem der stellvertretende Schulleiter Volker Achenbach und die didaktische Leiterin Nicole Lafos die Analyse vorstellten. Mit „exzellent“ und nachahmenswert bewerten die Qualitätsprüfer demnach vor allem die individuelle Förderung der Kinder im Unterricht, die weit über normale Werte hinausgingen.

Das hat die Prüfer so überzeugt, dass sie in naher Zukunft mit etlichen Vertretern in der Sekundarschule Jülich noch einmal vorbeischauen - zur Weiterbildung.

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