Vorbereitungen beim Lazarus Strohmanus laufen

Von: jan
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Als Lazarus-Mitglied braucht man auch Fertigkeiten im Gewerk des Besenbinders. Foto: Jansen

Jülich. Der 316. Lazarus ist geboren. Am Dienstagabend kam die Strohpuppe zur Welt, mit der die Historische Gesellschaft am Veilchendienstag durch Jülich zieht.

Während des Zuges wird die Puppe von der Tuchpuppe aufgeworfen. Gepreckt ist der Fachbegriff. Mit dem letzten Precken fliegt der Lazarus, der diesmal in Anlehnung an den Taufpaten Peter Schmitz Petrus getauft wird, in die Rur. Die Taufe ist am 10. Januar. So nimmt der Lazarus alle Schuld mit sich in sein nasses Grab.

Geburtshelfer waren die Mitglieder der Gesellschaft, die die Strohpuppe gebunden haben. Die Geburt des Lazarus ist nicht die einzige Vorarbeit, die die Männer der Historischen Gesellschaft Lazarus Strohmanus leisten, bevor sie am 9. Februar durch die Stadt ziehen. Auch die Besen entstehen jedes Jahr neu, mit denen die Besengruppe beim Umzug vor dem Lazarus unterwegs ist.

Seit einigen Jahren stellen die Lazarus-Männer die Besen selbst her, weil es keine Besenbinder mehr in der Region gibt. Wie so vieles bei dieser Gesellschaft steckt auch hinter den Besen eine kleine Geschichte. „Weil es hier keine Besenbinder mehr gibt, haben einige von uns vor ein paar Jahren einen Besenbinder-Kurs absolviert“, sagte Präsident Hein Ningelgen.

Gebunden werden die Besen im Kulturbahnhof, wenn parallel auf dem Nebentisch der Lazarus geboren wird. Auch das Kraut, aus dem die Besen bestehen, ist ein besonderes. Es stammt aus einer Heide in der Nähe des belgischen Maasmechelen. „Wir erhalten in jedem Jahr aufs Neue die amtliche Genehmigung, dort unser Kraut zu schneiden“, erklärte Ningelgen. Einen besonderen Dank richtete Ningelgen an den Heidewart Jos Goeressen, dem die Historische Gesellschaft aus Dank die Ehrenkappe verliehen hat.

Die Kunst des Besenbindens geben die Lazarus-Männer untereinander weiter.

Kurz vor dem Umzug gibt es noch einen letzten Vorbereitungstermin: Dann lernen die Mitglieder die kleinen, spitzen Sprüche auswendig, die während des Umzugs aufgesagt werden.

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