Düren/Jülich - Von Jülichern entdeckter Mord aufgeklärt

Von Jülichern entdeckter Mord aufgeklärt

Von: Ottmar Hansen
Letzte Aktualisierung:
Die verzweifelte Suche nach de
Die verzweifelte Suche nach dem Sohn hat ein Ende: Die Mutter von Raven Vollrath hat nun Gewissheit, dass ihr Sohn eines gewaltsamen Todes gestorben ist. Mit juristischer Hilfe aus Düren kam es dazu, dass der Kriminalfall in Österreich noch einmal aufgerollt wurde.

Düren/Jülich. Es sollte ein schöner Spaziergang durch das Tannheimer Tal in Österreich werden, als Karl-Heinz Reuter und seine Frau aus Jülich im Sommer 2006 an einem Bachlauf eine grausige Entdeckung machten: Im Wasser liegt die Leiche eines jungen Mannes.

Die von Raven Vollrath aus Ilmenau, der seit Weihnachten vermisst worden war. Unfall oder Mord? Die Staatsanwaltschaft in Österreich entschied sich für die Unfall-Version. Ein Justizirrtum, wie sich später herausstellte, der durch die akribische Recherche des Dürener Anwalts Christoph Rühlmann aufgedeckt werden konnte. Der Täter wurde inzwischen verurteilt. Der Fall ist demnächst Teil der neuen TV-Serie auf RTL 2: „Tatort Ausland”.

Wie kommt ein Dürener Anwalt ausgerechnet an diesen Fall im Ausland? Durch Zufall. Christoph Rühlmann: „Ich war bei einem Prozess in Nürnberg tätig. Auf dem Flur im Gerichtsgebäude standen die Eltern von Raven Vollrath und hielten Fotos von ihrem Sohn in die Höhe. Sie waren sich sicher: Er ist ermordet worden. Die waren total hilflos. Als sie mich angesprochen haben, habe ich meine Unterstützung zugesagt.” Dass der Dürener Jurist sich da auf eine schwierige Mission eingelassen hatte, wurde ihm rasch klar. Rühlmann: „Die Leiche war nur oberflächlich obduziert worden. Die Staatsanwaltschaft war davon ausgegangen, dass Raven Vollrath im Vollrausch bei minus 15 Grad im Winter erfroren ist.” Das Verfahren war denn auch rasch eingestellt worden.

Doch der ganze Fall wies eine Reihe von Ungereimtheiten auf. Raven Vollrath erledigte vor seinem Tod einen Ferienjob an einem Skilift in Österreich. Er wohnte derweil vor Ort bei einem Freund und dessen Mutter. Nach Angaben des Freundes sollte sich der Deutsche nach einem Streit ausgerechnet Heiligabend nachts sämtliche Sachen und seine Bettmatratze genommen haben und nach draußen gegangen sein. Warum die Leiche nur einen Socken und einen Schuh trug, hatte offenbar niemanden so richtig interessiert. Die andere Socke fand sich in einem Wagen, der woanders abgestellt war. Ebenso wenig fiel auf, dass sich der österreichische Freund bei Vernehmungen sehr sonderbar verhielt.

Journalist hilft mit

Als nicht nur der Dürener Anwalt ständig insistierte, sondern sich auch noch ein österreichischer Journalist des Falles im TV annahm, sah sich die Staatsanwaltschaft genötigt, die Akten noch einmal zu öffnen. Eine neue Obduktion ergab, dass der Tote eine Vielzahl innerer Verletzungen hatte. Rühlmann: „Bei der anschließenden Vernehmung brach die Mutter des Freundes dann irgendwann zusammen. Sie gestand, dass ihr Sohn den Feriengast erstochen hatte.” Die Leiche habe man gemeinsam mit dem Wagen an die spätere Fundstelle transportiert.

Christoph Rühlmann vertrat die Eltern des Opfers in Österreich vor Gericht, sie waren als Nebenkläger aufgetreten. Er erinnert sich: „Der Täter hat bis zuletzt nichts zu seinem Motiv gesagt. Er hat nur mit eiskalter Mine dagesessen.” Die Eltern des Opfers verlangen nun Schadensersatz und Schmerzensgeld vom österreichischen Staat. Diesen Fall hat allerdings ein anderer Anwalt übernommen. Christoph Rühlmann pflegt jedoch noch engen Kontakt zu den Eltern.

Ein Sendetermin steht noch nicht fest

Die erste Folge der zehnteiligen Serie „Tatort Ausland” wurde am Montag auf RTL 2 ausgestrahlt. Wann der Beitrag mit Dürener Beteiligung folgt, ist noch offen.

Die Geschichte um die Tötung eines jungen Mannes rührte selbst die Produktionsfirma DIWA Film.

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