Von Händels „Messias” bis „Gladiator”

Von: ptj
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Höhepunkt des Sinfoniekonzertes: Solistin Johanna Hoppstock interpretiert höchst virtuos den 1. Satz aus dem Violinkonzert g-Moll von Max Bruch, begleitet vom Overbacher Sinfonieorchester. Foto: Jagodzinska

Barmen. Mit der „Pony Polka” von Horst Schelke startete das Junge Orchester Overbach in der Aula des Gymnasiums in ein Sinfoniekonzert mit stetig wachsendem Anspruch. Die etwa 50 Streicher und Bläser in neuer Formation, unter ihnen einige Sextaner, brachten nach nur acht Proben mit Leiterin Marit Mehlan ein durchaus hörenswertes Konzert schwieriger Stücke auf die Bühne.

Die Moderation in bewährter witzig/informativer Manier hatte erneut Thomas Braunsfeld inne, Lehrer am Gymnasium Haus Overbach. Es folgte der „Marche Militaire”, die berühmteste Komposition unter den 650 Stücken von Franz Schubert.

Als drittes Werk ließ das Junge Orchester die „Prélude” aus der „LArlesienne Suite” von Georges Bizet erklingen. Doch zuvor erfreute es mit einer kurzen „Braunsfeld-Version” nicht nur den Moderator und Bizet-Fan.

Wie dieser in den Überbrückungspausen berichtete, konnte die „LArlesienne Suite” erst ihren Siegezug antreten, nachdem Bizet sie für ein Großes Orchester umgeschrieben hatte. Die Originalversion war für Saxophon, Klavier, Bratsche und fünf Celli gedacht, aber „gnadenlos durchgefallen”.

Mit Teilen aus dem Oratorium „Messias” von Georg Friedrich Händel, darunter das feierliche „Hallelujah” starteten die etwa 50 etwas älteren Streicher, Holz- und Blechbläser und Schlagzeuger in ihren anspruchsvollen Konzertteil - dirigiert von Ulrike Erdtmann. Das Oratorium war 1742 im katholischen Dublin vor Kranken und Gefangenen erfolgreich uraufgeführt worden und wenig später im protestantischen London durchgefallen.

Melodien aus dem Musical „My Fair Lady” von Frederick Loewe schlossen sich an, genauso tadellos gespielt wie das übrige Repertoire. Im Anschluss stand die „Prélude” zum Violinkonzert Nr. 1, 1. Satz auf dem Programm, „ein Werk von Weltrang”, das der im 19. Jahrhundert große, später aber halbvergessene Komponist Max Bruch hinterlässt.

Höhepunkt des Abends war zweifelsohne die junge Geigerin und mehrfache Preisträgerin Johanna Hoppstock, die unter Begleitung des Sinfonieorchesters den 1. Satz aus dem romantischen Violinkonzert g-moll von Bruch höchst virtuos interpretierte. Das Violinkonzert beginnt sehr ungewöhnlich mit der Solopauke, die Bläser übernehmen den Hauptteil, bevor der ersehnte Geigenpart beginnt.

Donnernder Applaus, Jubelrufe und bewundernde Pfiffe waren der verdiente Lohn der Solistin, die bescheiden auf das Begleitorchester wies.

Themen aus der Filmmusik zum Sandalenfilm „Gladiator” von Hans Zimmer, in deren tragischen Momenten das klassische Orchester dominiert, bildeten den fulminanten Schlusspart eines hörenswerten Konzerts.
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