Whatsapp Freisteller

Von den Klängen des Vibraphons verzaubert

Von: Hilde Viehöfer-Emde
Letzte Aktualisierung:
vibraphon
Diximus Andrei Voica ist ein Virtuose am Vibraphon. Foto: Hilde Viehöfer-Emde

Jülich. Das Collegium Musicum bot bei seinem Sommerkonzert im PZ der Zitadelle einen Abend mit besonderem Flair. Die Programmwahl ermöglichte ein Konzerterleben, das der Leichtigkeit des Sommerabends entsprach.

Schon beim ersten Werk, der Ouvertüre „Ruy Blas“ von Felix Mendelssohn Bartholdy zeigte sich die große Spielfreude der Musiker, die ihrem Dirigenten Peter Sauerwein unbeschwert folgten und in großer Homogenität und Geschmeidigkeit musizierten. Die Ouvertüre zum gleichnamigen Theaterstück von Victor Hugo entstand 1839 als Auftragswerk innerhalb von drei Tagen. Sie besticht durch klangvoll erzählende Passagen, schwelgende Klänge und beeindruckendes Orchestervolumen.

Der Solist des Abends, Diximus Andrei Voica, führte mit dem Orchester ein eigenes Werk auf, das durch das Vibraphon als Soloinstrument schon eine eigene Atmosphäre aufbaute. „Poem of Ecstasy, A Walk und Homeland“ waren die Sätze überschrieben. Zarte Klänge erfüllten den Raum, Musik von unglaublicher Dichte und Erzählkunst nahm den Zuhörer gefangen.

Das Orchester passte sich dem leichten Klang perfekt an, zeigte großes Einfühlungsvermögen bei dieser besonderen Musik, die mit Melodik und Rhythmen gefangen nahm. Programmmusik, die die Reise von der Jugend zum Erwachsenenalter erzählt, von einem beglückenden Spaziergang durch den Wald und der Liebe zu den Wäldern der Heimat des Komponisten raunt, Transsilvanien.

Mit graziler Leichtigkeit

Diximus Andrei Voica beeindruckte nicht nur als Komponist, sondern auch als Solist. Mit großer Virtuosität verzauberte er mit den Klängen des Vibraphons, dem er mit graziler Leichtigkeit ganze Klangwelten entlockte. Dem begeisterten Applaus der Zuhörer trug er am Ende des Konzertes mit Zugaben Rechnung.

Zu Höchstform lief das Collegium Musicum mit der Sinfonie Nr.7, A-Dur, von Ludwig van Beethoven auf. Es erwies sich in der großen Besetzung in allen Instrumentengattungen als wohlklingender, großer Klangkörper. Rhythmischer Schwung kennzeichnet den leidenschaftlichen Charakter dieses Werkes. Helle, freundliche Themen bestimmen die romantische, schwärmerische Grundhaltung. Fast heitere und übermütige Passagen nehmen den ernsteren Wendungen ihre Schwere.

Das Orchester meisterte die hohen Anforderungen des Werkes bewundernswert. Die Musiker arbeiteten die kühn überspringenden Rhythmen und krassen dynamischen Schwankungen sauber heraus und glänzten durch ihr Klangvolumen. Wunderschön gelang das Trio, dessen Thema einem österreichischen Wallfahrtslied entstammen soll, das sanft schwebend in den Holzbläsern aufklingt, dann im Ausdruck gesteigert wird und schließlich vom Orchester feierlich und festlich hell vorgetragen wird.

Ein strahlender Solist und ein großartiges Orchester machten den Abend zu einem beeindruckenden Erlebnis. Großer Applaus dankte Musiker und Dirigent.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert