Vom Referendar zum Leiter: Vogelsangs Bilderbuchkarriere

Von: Volker Uerlings
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Hat im Jahr 2000 als Referendar in Overbach angefangen und wird 2015 Leiter des Ordensgymnasiums: Thorsten Vogelsang. Foto: Uerlings

Barmen/Jülich. Vom Referendar zum Leiter an ein und der selben Schule: Das nennt man wohl Bilderbuchkarriere. Genau die hat Thorsten Vogelsang (41) hingelegt. Im Jahr 2000 kam er als Referendar an das Gymnasium Haus Overbach, wurde dort Lehrer und zehn Jahre später stellvertretender Schulleiter.

Ab 1. August ist er der „Direx“ der zweitgrößten Jülicher Schule, die sich in Trägerschaft der Deutschen Ordensprovinz der Oblaten des heiligen Franz von Sales befindet.

„Eigentlich war eine Ausschreibung beabsichtigt“, sagte Vorgänger Heinz Lingen am Montag bei der Bekanntgabe der wichtigen Personalie. Nach Lingens Wechsel in die Geschäftsführung an die Seite von Pater Josef Költringer habe man „sehr gute Erfahrungen mit Herrn Vogelsang“ als kommissarischem Schulleiter gemacht. Der wurde angesprochen und war bereit, sich zu bewerben. Mit Zustimmung von Provinzial Thomas Vanek in Wien nahm der Orden von der Ausschreibung Abstand und entschloss sich zur internen Lösung.

Die Entscheidung fiel dann im Provinzialrat, ergänzt Pater Költringer. Vogelsangs „sehr gutes Verhältnis zu Schülern und Eltern“ und das Vertrauen, das er „im Lehrkörper“ genieße, habe neben seiner Qualifikation schließlich den Ausschlag gegeben. Inzwischen liegt auch die Genehmigung der Bezirksregierung Köln vor.

Thorsten Vogelsang ist 41 Jahre alt, verheiratet und Vater eines Kindes. Der Lehrer für Mathematik, Physik und Technik wurde im Münsterland groß. Er musste nicht lange überlegen, ob er die Leitung des Overbacher Gymnasiums übernimmt, das er „als gut geführte Schule in nahezu perfektem Zustand“ bezeichnet. Die Fortführung der Schwerpunkte MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) sowie Musik hat er sich zur Aufgabe gemacht. Daneben möchte er das Sportprofil der Schule schärfen. So wird in Kürze eine Kooperationsvereinbarung mit dem Fußballverband Mittelrhein unterzeichnet.

Das 100-Jährige ist in Sicht

Zudem wirft ein großes Ereignis seine Schatten voraus, denn das Gymnasium im Stadtteil Barmen feiert 2018 sein 100-jähriges Bestehen. So viel steht fest: „Dann wird die ganze Schule nach Rom reisen.“

Natürlich muss sich das GHO „am Markt“ behaupten, der aufgrund sinkender Kinderzahlen und einer veränderten Schullandschaft im Jülicher Land nicht einfach ist. So hat Vogelsang bei den Eltern in jüngster Zeit Verunsicherung festgestellt, weil der Wechsel von einem Gymnasium an eine andere Schule in der Erprobungsphase derzeit nicht ohne Weiteres möglich ist, nachdem die Real- und Hauptschulen keine Kinder mehr aufnehmen. Sie laufen aus.

Fehlende Durchlässigkeit im System aber „würde zum Ausbluten führen. Das wäre für eine Bildungsstadt wie Jülich der falsche Schritt“, sagt Vogelsang. Heinz Lingen als Vertreter des Schulträger pflichtet ihm bei: „Man muss alle an einen Tisch bringen im Nordkreis.“ Ein erstes Gespräch hat es im März gegeben, weitere seien notwendig.

Der neue Overbacher Schulleiter macht nun auch das, was er als „Kommissar“ noch nicht durfte: Er geht „mit gestreckter Hand“ auf die Nachbar-Schulen zu.

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