Vom Rathaus gleich ins Jülicher Brauhaus

Von: ja/bugi/inla/vpu
Letzte Aktualisierung:
14592943.jpg
Gratulation der Siegerin: Fred Schüller aus Titz (SPD) wünschte Patricia Peill (CDU) alles Gute für ihre Arbeit in Düsseldorf, die schon heute mit der konstituierenden Sitzung der Fraktion beginnt. Foto: Abels/Uerlings
14506910.jpg
Walter Peters‘ Einzelmission fand nur 505 Unterstützer im Kreis.

Kreis Düren. Kaum stand das Wahlergebnis am Sonntagabend fest, da wurden bereits erste Erwartungen an die neue Landesregierung deutlich. „Wir brauchen mehr Stellen für die Polizei, bei uns im Kreis Düren fehlen 50 Stellen“, erklärte Landrat Wolfgang Spelthahn (CDU).

„Und ich wünsche mir, dass der Einwohner im ländlichen Raum künftig genauso viel wert ist wie der im Ruhrgebiet.“ Damit spricht Spelthahn auf eine Reform der Gemeindefinanzierung an. Sie war wichtiges Wahlkampfthema.

Für Wahlgewinnerin Patricia Peill (CDU) war die Nacht kurz. Vom Kreishaus fuhr die Nörvenicherin direkt zur Wahlparty nach Jülich, um mit den dortigen Parteifreunden auf den unerwartet deutlichen Sieg im Nordkreis anzustoßen. „Natürlich bin ich nach Jülich gefahren!“, sagte Peill am Montag. „Wir sind dort noch ins Rathaus gegangen, um die letzten Zahlen zu sehen, und danach haben wir im Brauhaus ein bisschen gefeiert.“

Ihr Ziel sei zwar das Direktmandat gewesen, aber „mit einem so tollen Ergebnis habe ich nicht gerechnet“. Am heutigen Dienstag geht‘s für sie und ihren CDU-Kollegen Ralf Nolten aus dem Wahlkreis Düren II erstmals nach Düsseldorf zur konstituierenden Sitzung der neuen CDU-Fraktion, wo es wohl auch schon Entscheidungen geben wird, in welchen Ausschüssen die Abgeordneten mitwirken. Welche Themen sie in Zukunft im Landtag am liebsten bearbeiten würde? „Meine Prioritäten sind Bildung, Bergbau/Energie und Innere Sicherheit“, bekannte Patricia Peill. Sie weiß: Alle Themenfelder werden nicht machbar sein.

SPD-Kandidat Fred Schüller hatte im Nordkreis lediglich in Niederzier die Nase vorne. Selbst in Aldenhoven und Inden, wo die Genossen bei der Zweitstimme ebenfalls vorne liegen, musste er sich Patricia Peill ebenso geschlagen geben wie in seiner Heimatgemeinde Titz. Einziger Lichtblick: Wenigstens in seinem Wohnort Rödingen konnte sich Schüller mit 46,6 zu 33,9 Prozent behaupten. Seine Hoffnung, mit seiner guten Vernetzung im Karneval zu punkten, zerplatzte mit dem Landestrend.

Bei den Erststimmenbewerbern war Walter Peters aus Linnich-Hottorf ein Exot, der bewusst als Einzelkämpfer und „parteifrei“ antrat. Wer ihn auf dem Wahlzettel finden wollte, musste lange suchen: Er stand ganz unten auf dem rund einen Meter langen Papier. „Meine Positionierung war etwas unglücklich“, befand er und gestand seine Enttäuschung ein. „Das war deutlich weniger, als ich erwartet hatte“, urteilte er über die kreisweit 505 Stimmen (rund 0,4 Prozent). Nennenswert sind zwei Orte, zu denen Peters persönliche Beziehungen hat: Hottorf und Jackerath, wo er 5,7 und 2,3 Prozent erreichte – mit zehn beziehungsweise sieben Stimmen.

Einen heftigen Absturz erlebten im Nordkreis die Grünen, die nur in Jülich auf mehr als 5 Prozent der Zweitstimmen kamen (5,34). In Aldenhoven (3,26), Linnich (3,99), Titz (4,58), Inden (3,72) und Niederzier (3,71) blieb die Partei unter der Parlaments-Hürde. Parallel erstarkte die FDP, die mit Ausnahme von Aldenhoven (9,8) im Jülicher Land überall satt zweistellig wurde. In der Herzogstadt gab es mit 13 Prozent den höchsten Wert.

Die AfD hat im Nordkreis hohe Zweitstimmen-Ergebnisse in Aldenhoven (8,56 Prozent), Niederzier (8,52) und Inden (7,74) erreicht. In gleich mehreren Niederzierer Wahlbezirken liegt die AfD bei Werten zwischen 11 und 13 Prozent, vor allem im Bereich Huchem-Stammeln.

Bürgermeister Hermann Heuser: „Wir wissen, dass es in Huchem-Stammeln strukturell sozial-schwächere Bereiche gibt. Gerade in diesen Stimmbezirken ist man der Wahl aber eher fern geblieben.“ Er sieht eine Auffälligkeit: „In all diesen Stimmbezirken haben wir Neubaugebiete, in denen Bürger aus den ehemaligen GUS-Staaten leben. Ich weiß nicht, inwieweit die AfD gezielt bei den Russland-Deutschen um Stimmen geworben hat.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert