Vom Model zum Shootingstar der Kunstszene

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Julian Khol arbeitete vor Jahren als Model auf internationalen Laufstegen. Seine großformatigen Kunstwerke sind beeindruckend und werden schon heute hoch gehandelt. Foto: Daniela Mengel-Driefert

Jülich. Der Wiener Julian Khol war Model von Jean Paul Gaultier, Valentino und Armani. Er lief auf internationalen Fashion-Shows. Heute malt er expressive, abstrakte Bilder und wird als österreichischer Shootingstar der Kunstszene gehandelt.

„Er hat eine große Karriere vor sich“, sagte dann auch Galerist Georg Loven und eröffnete die Vernissage mit neuen Bildern von Julian Khol in der Kunst-Galerie an der Zitadelle.

Großformatige Werke überraschen den Besucher mit feurigen Farben, extremer Ausdrucksstärke und einem zugleich kontemplativen Charakter. Die Malereien ziehen den Betrachter in den Bann, explodieren in einem Farbfeuerwerk. Khol sagte einst in einem Interview: „Ein Bild spricht mit dir über Tage, Wochen, Monate, Jahre sogar...“ Diese in Jülich ausgestellten Bilder sprechen unverkennbar und ausdauernd. Die Werke sind mit Öl auf Leinwand gearbeitet.

Der Kunsthistoriker Stefan Skowron erklärte einführend: „Hier werden Farben in Schichten aufgetragen, das Material fließt an- und nebeneinander.“ Der Künstler wisse um die Eigenschaft des Materials und nutze sie. Julian Khol spricht von einer „Nass-in-Nass-Technik“. Dabei platziere er die Leinwand auf dem Boden und trage die Malmittel in einer millimeterhohen Schicht auf. Die Farben verfließen. Der Kunsthistoriker hob die Farbauswahl Khols hervor, wie zum Beispiel ein sattes Rot, das nicht brenne, sondern wahrhaft glühe.

Außergewöhnlich ist die Struktur, wie runzelige Häute, die einem gezielt dicken Farbauftrag geschuldet sind. Khols Bilder sind abstrakt, aber nie der Fantasie entsprungen. Skowron verdeutlichte, dass der Ursprung der Bilder immer einem Erlebnis zu Grunde liege, das Motivation und Anlass des Bildes sei. Khol, der mit der RTL-Moderatorin Nazan Eckes verheiratet ist, bemerkt: „Wir reisen sehr gerne, und dabei bin ich immer auf Aufnahme geschaltet, immer auf der Suche nach Eindrücken, Farben oder Ideen.“

So entstanden Bilder aus einer Serie von Wolkenreflexionen und Reflexionen in Wasseroberflächen. Die Motive könnten sich aber während der Malerei soweit verselbständigen, dass sie mit dem Ursprungsmotiv nichts mehr zu tun hätten. Richtungsgebende Titel gebe er seinen Bildern nicht, das habe er aufgegeben. Titel seien wie eine Räuberleiter in einen verbotenen Garten und hemmten den Betrachter.

Der 34-Jährige lebt und arbeitet in Köln und Wien. Prominent ist nicht nur seine Ehefrau, sondern auch sein Vater, der österreichische Politiker Andreas Khol. Julian Khol studierte an der Universität für angewandte Kunst Wien, Meisterklasse Prof. Christian Ludwig Attersee und an der Akademie Düsseldorf, Meisterschüler bei Prof. Herbert Brandl. Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen gab es in Berlin, Düsseldorf, Salzburg, Graz, München, Köln, Wien, Bratislava und Istanbul.

Die Ausstellung in Jülich ist bis zum 3. Mai in der Kunst-Galerie „An der Zitadelle“, Düsseldorfer Str.12 zu sehen.

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