Vom jüngsten zum ältesten Ortsvorsteher

Von: hfs.
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Seit 25 Jahren ist Rolf Berns nun Ortsvorsteher von Stetternich. Wohl und Wehe der kleinen Mitbürger hat er immer im Auge - besonders dann, wenn es um die Spielplätze geht. Foto: hfs.

Stetternich. Als der jetzt 67-jährige Rolf Berns am 1. Juli 1984 als Ortsvorsteher von Stetternich gewählt wurde, war er der jüngste seiner Zunft im Stadtgebiet. Heute ist der gebürtige Jülicher der dienstälteste Ortsvorsteher. Seit 25 Jahren kümmert sich der pensionierte Lehrer um Wohl und Wehe der Bürger in Stetternich - eine Art von Silberhochzeit also.

„Rolf, du musst das machen.” Noch heute erinnert sich Berns an die Worte des ehemaligen Jülicher Bürgermeisters Karl Knipprath. In seinen Augen war Berns der geeignete Nachfolger von Loni Murrenhoff. „Ich habe mir damals eine Woche Bedenkzeit erbeten”, blickt er zurück.

Er wohnte damals schon zehn Jahre in Stetternich und fühlte sich wohl in seiner neuen Heimat. Schon allein deshalb, weil seine Ehefrau Sighield Leiterin des dortigen Kindergartens war. Berns gab dem Werben Knippraths nach. „Ich wollte etwas für meinen Ort tun.”

Dass er in den 25 Jahren vier Bürgermeister - Knipprath, Heinz Schmidt, Peter Nieveler, Heinrich Stommel - erlebte, war für ihn nie entscheidend. „Mein Amt als Ortsvorsteher habe ich immer parteipolitisch neutral geführt.”

Anfängliche Skepsis

Auf die Frage, ob er zu Beginn seiner Tätigkeit direkt etwas in Stetternich bewegen konnte, kommt ein entschiedenes Nein. „In Stetternich Fuß zu fassen, das war damals nicht so einfach.” Grund: Die Alteingesessenen standen den Neu-Bürgern sehr skeptisch gegenüber. Das sei aber heute anders. „Man hat schnell gemerkt, dass in einem aufstrebenden Ort ohne die Neu-Stetternicher nichts laufen würde.”

Beispiel St. Martinszug. Der liegt seit 25 Jahren in Berns Hand. „Ich mache mit Freude die Organisation.” Das heißt im Klartext, 13 Helferinnen zu gewinnen für die Haussammlung, „denn alle Bürger über 80 Jahre bekommen einen Weckmann”.

Hinzu kommt das seit jeher in Stetternich gepflegte Martinsspiel. Früher bei jedem Wetter vor der Kirche, findet es heute im Festzelt der KG Schanzeremmele statt. „Die stellen uns ihr Zelt zur Verfügung”, legt Berns in diesem Zusammenhang Wert auf die Feststellung, „dass die Zusammenarbeit innerhalb der Ortsvereine sehr gut ist”.

Der direkte Kontakt zu seinen Mitbürgern liegt „OV Berns” besonders am Herzen. Das fängt schon damit an, dass er jeden, der 80 Jahre oder älter wird, an seinem Geburtstag besucht. „Und wenn ich in Urlaub bin, rufe ich an.”

Dass er auch persönlich bei Goldhochzeitern erscheint, ist ebenso selbstverständlich für ihn wie Briefe schreiben. Briefschreiben? „Es kommen immer wieder ältere Menschen, die in irgend einer Sache mit einer Behörde oder Verwaltung schriftlich in Kontakt treten müssen. Das erledige ich dann.”

Dank erwartet Rolf Berns für seine Tätigkeit nicht. „Mit dieser Vorstellung braucht man erst gar nicht antreten. Ich lege darauf keinen Wert, schließlich ist es meine Aufgabe.”

Auch wenn es seine Ehefrau gerne gesehen hätte, wenn er bei der jüngsten Kommunalwahl nicht mehr als Ortsvorsteher angetreten wäre, wird er dieses Amt die kommenden fünf Jahre nach eigenem Bekunden mit der gleichen Freude und Begeisterung wie bisher ausüben.

Und danach? Die Antwort bleibt Rolf Berns schuldig.
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