„Villa Kunterbunt“: Inklusion wird schon lange gelebt

Von: ptj
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Die Lebensfreude beim Kinderschminken spiegelt den Alltag wieder: Für die Hortkinder ist die „Villa Kunterbunt ein fester Bezugsort mit stabilen, verlässlichen Beziehungen“. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Das einzig Beständige ist der Wandel“. Dieses Zitat von Heraklit von Ephesus erschien Leiterin Monika Langthaler geeigneter als irgendein anderes, die bewegte Geschichte der „Villa Kunterbunt“ auf den Punkt zu bringen. Anlass war das 20-jährige Bestehen des integrativen Horts, das mit einem „Tag der offenen Tür“ mit ansprechendem Rahmenprogramm gefeiert wurde.

Zwischen dem Beginn mit einer Schulkindergruppe 1994 bis zum integrativen Kinderhaus heute, ausgebaut für Kinder unter drei Jahren, gelang es der „Villa“ stets, „sich durch die Wechselfälle politischer Rahmenbedingungen zu navigieren“. Begleitempfindungen waren dabei sowohl Begeisterung und Freude wie Zweifel und Existenzängste. Die 20 Jahre, „eine ganze Menge Leben“, sind eng verbunden mit den Lebensgeschichten einiger hundert Kinder mit ihren „Ursprungs-, Patchwork- oder Pflegefamilien“ sowie der Betreuungspersonen, die ihre Geschicke lenken.

Für die Kinder sei die „Villa Kunterbunt“ mit ihren Menschen ein zusätzliches Zuhause geworden, „ein fester Bezugsort mit stabilen, verlässlichen Beziehungen. Für einige Kinder waren und sind wir selbst nach vielen Jahren noch die einzige Konstante ihres bisherigen Lebens“, betonte Langthaler. Auch die Eltern fanden dort stets ein offenes Ohr, selbst in persönlichen Lebenskrisen.

Heute werden 45 Kinder von eineinhalb bis fast 14 Jahren in drei Gruppen in der Villa von zwölf Mitarbeitern betreut, davon neun im Bereich Pädagogik/Therapie und drei im Bereich Hauswirtschaft/Reinigung. „Wir sind in Zeiten von Inklusion eine Schwerpunkteinrichtung für die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung“, sagte Professor Markus Büscher, Vorsitzender des Trägervereins.

Kunstausstellung

Im Kindergartenjahr 2015/16 wird die Initiative vorrangig Kinder ab vier Jahren aufnehmen können, insbesondere Kinder mit Behinderung. Bürgermeister Heinrich Stommel resümierte einige Eckpunkte der Geschichte der Elterninitiative, die als eingetragener Verein die „Villa Kunterbunt“ als integrativen Hort betreibt und Träger der OGS an der Jülicher Nordschule ist.

In Abwesenheit von Landrat Wolfgang Spelthahn begrüßte Hubert Brüßeler, stellvertretender Amtsleiter des Kreisjugendamtes Düren, die Festgesellschaft. Wie bereits seine Vorgänger betonte er das Thema Inklusion, das „hier schon seit Jahren gelebt wird“, als es noch nicht in aller Munde war, und bedankte sich für die gute Zusammenarbeit. Neben Speis und Trank stand für die Kinder ein Spielemobil und Schminkangebot bereit. Eltern und Gäste lockte eine Kunstausstellung der „Villa”-Kinder, eine Dokumentation ihres Alltagslebens, auch im Rückblicks. Gleichzeitig stand das komplette „Villa”-Team als Ansprechpartner bereit.

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