Viele spannende Attraktionen in Jülich sind zu oft geschlossen

Von: ptj
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Der Arbeitskreis Tourismus hat seine Arbeit aufgenommen: Links im Bild ist Wolfgang Hommel zu sehen, der als Vorsitzender des Stadtmarketingvereins zu einem „Come together“ eingeladen hatten. Foto: Jagodzinska

Jülich. „Das zentrale Problem ist die richtige Information zur richtigen Zeit in der richtigen Form für denjenigen, der eine Frage hat“. Diese Herausforderung brachte Wolfgang Hommel auf den Punkt, der als Vorsitzender des Stadtmarketingvereins zur Bildung eines offenen Arbeitskreises „Tourismus“ ins Roncallihaus eingeladen hatte.

Der Verein, der naturgemäß die Stadt bei der Umsetzung ihrer Ziele fördert, sieht Verbesserungsbedarf in der Vermarktung touristischer Ziele, genauer gesagt beim Thema „Anlaufstellen auf dem Weg“. Was kann man Einzelbesuchern in der Stadt bieten? Was gehört dazu? Was fehlt? So lauteten die Fragestellungen.

Der Einladung des ersten Treffens gefolgt war zunächst Julia Huneke vom städtischen Amt für „Stadtmarketing und Kultur“, die über viele bereits bestehende Angebote, Hintergründe und auf dem Weg befindliche Projekte aufklären konnte. In offizieller Funktion zugegen war auch Lucia Blender, mit Marco Johnen Ansprechpartnerin im Regionalmanagement in der Leader-Förderung. (www.leader-rheinischesrevier-inde-rur.de)

Sie bewirbt das Projekt zurzeit bei Vereinen und Ideengebern, um Fördermöglichkeiten nicht nur für Kommunen bekanntzumachen. Weil bei förderwürdigen Leader-Projekten gerne die Ausrichtung auf mehrere Kommunen gesehen ist, sagte Hommel: „Wir wollen aber was für Jülich machen.“ Als Jülicherin beteiligte sich Blender im Anschluss gerne am angeregten Austausch.

Aus reinem Interesse am Arbeitskreis waren erschienen: der in Eschweiler wohnende Reiseleiter Thorsten Hau aus der HTI Reiseagentur, Renate Brandt, Anke Talarek, Winfried Cremerius und Sonja Aßmann, die zwar in Titz wohnt, sich aber in Jülich rege engagiert. „Im Prinzip ist alles Interessante geschlossen“, war ein Kernthema in der Diskussionsrunde. Bastionen, Hexenturm, Zitadelle, Solarturm oder Forschungszentrum sind alle, wenn überhaupt, nur sehr eingeschränkt zu besichtigen.

„Permanent offen“ sind der eintrittspflichtige Brückenkopfpark und die Propsteikirche. Handlungsbedarf herrsche hier vor allem in der Zitadelle im Kern der Herzogstadt. „In die Jahre gekommen“, zu klein oder zu unscheinbar seien ebenfalls Beschilderungen zu den Sehenswürdigkeiten. Während zum täglichen Einkauf in Jülich viele internationale Waren angeboten werden, fehle am „Ort der Vielfalt“ ein dementsprechendes Gastronomieangebot, oder besser eine Kombination von Einkaufsmöglichkeit und Gastronomie.

Hier sei „die Auswahl klein, die Läden schließen zu früh“. Es mangele ferner an Angeboten für Studenten. Zudem fehle ein zentrales, zeitlich uneingeschränktes Fahrradverleihsystem, Audioguides an den Sehenswürdigkeiten, verbessertes Kartenmaterial und trotz Bürgerbus ein „vernünftiger öffentlicher Personalverkehr“ innerhalb der Stadt.

Angeregt wurden ferner Kinderstadtpläne, Stadtrallyes für Jugendliche, touristisch genutztes Geocaching, kostenlose Ladestationen für Pedelecs, Still- und Wickelmöglichkeiten an stillen Orten. Zum Thema Angebot an alle Zielgruppen regte Hommel an, „für das schwächste Glied etwas zu machen“ – wie in der Barrierefreiheit. Als positiv wurden die vielen neuen, sogar kurzfristig mit Ascher ausgestatteten öffentlichen Papierkörbe benannt.

„Ein großes Plus“ seien auch die zahlreichen Wohnmobilisten in der Stadt. Huneke nahm alle Anregungen gerne auf, um sie an die Verwaltung weiterzureichen, sich der Enge des Budjets wohl bewusst. Hommel betonte die Tatsache, dass der Arbeitskreis nicht nur Forderungen an die Stadt stellen, sondern selbst aktiv werden sollte.

Er verteidigte fairerweise den wirtschaftlichen Kostendruck der Gastronomen bei mangelndem Publikumsverkehr, befand aber die Tatsache negativ, dass kein Gastronom oder Hotelier erschienen war, um „solch eine Initiative aufzunehmen“.

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