Viele Ideen für die Zukunft Schophovens

Von: ptj
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Erstes Treffen im Rahmen des Schophovener Dorfentwicklungskonzepts: In Arbeitsgruppen tragen die Teilnehmer im Dorfgemeinschaftshaus die beim Dorfrundgang geäußerten Anregungen zusammen. Foto: Jagodzinska

Schophoven. Stadtplaner Professor Peter Jahnen vom HJP-Planungsbüro zeigte sich erfreut über die Beteiligung von etwa 40 Schophovenern, die „einen sonnigen Samstag opfern, weil sie sich mit dem Ort ungeheuer verbunden fühlen – trotz oder gerade wegen des Tagebaus“.

Denn die Dorfbewohner müssen sich stetig ändernden Rahmenbedingungen stellten und haben „ein gewisses Vorwissen“ erworben, auch im Hinblick auf die Fachbegriffe, wie Jahnen herausstellte. Anlass war ein erstes Treffen zu einem Dorfentwicklungskonzept, kurz „DIEK“, das Bestandteil der Förderrichtlinien ist.

Hier erarbeiten die Bewohner mit der Gemeinde und unter Anleitung eines Planungsbüros Lösungsansätze und Ideen für die weitere Dorfentwicklung, wobei die demografische Herausforderung im Fokus steht. Schophoven wird zeitlich gesehen das erste Dorf an der Tagebaukante und somit am künftigen Indesee sein, wo sich ab 2030 das Nordostufer des künftigen Sees mit der vorlaufenden Zwischennutzung entwickeln wird.

Der Ort am See

Gestartet wurde der Workshop mit einem kompletten Dorfrundgang durch Altort und Neubaugebiet, vorbei an Sportplatz und Sportlerheim, zur Müllenarker Mühle und zum Gut Müllenark bis zum Aussichtspunkt. „Hoffentlich bleibt das alles erhalten“, äußerten Teilnehmer in Bezug auf den Denkmalschutz. „Wir brauchen eine durchgängige Gastronomie und einen Nahkauf“, wurde die dörfliche Versorgung angesprochen.

Auf der anderen Seite wurden bereits Visionen zur künftigen Präsentation des Ortes am See laut. In Anbetracht der Seeverfüllung ließen sich sicher neue Wege finden bezüglich der ehemaligen Feuchtbiotope um Gut Müllenark, wo heute leere Wassergräben zu finden sind, und der Mühle, die ebenfalls kein Wasser mehr führt.

Im Anschluss trugen die in Arbeitsgruppen aufgeteilten Mitstreiter im Dorfgemeinschaftshaus ihre Anregungen zusammen. Themenfelder waren Bauen und Wohnen, „Infrastruktur – Versorgung und Energie“ (dort klebten die meisten Zettel), Naherholung, Sonstiges zum Indesee, Müllenark und „Demografischer Wandel – Ein Dorf für Jung und Alt“.

Bevor das Planungsbüro nun nach seiner Evaluation und in Abstimmung mit der Verwaltung Fördertöpfe akquiriert, gilt es zu klären, was mit bürgerlichem Engagement zu gestalten ist. Kurzfristig, also noch im laufenden Jahr umsetzbar ist etwa die Problemlösung um den fehlenden Fahnenmast, was mehrfach bei der Begehung geäußert wurde. Oder die Entlastung des Dorfplatzes vor der Kirche, wo „zu viele Bänke stehen“.

Beispiele für mittelfristige Umsetzungen sind die Versorgung durch einen Dorfladen, eventuell mit Café als Treffpunkt für alle, oder der seit langem geplante Dorfrundweg. Im Baubereich ist seniorengerechter Wohnraum vonnöten, in der Naherholung unter anderem die Zugänglichkeit zur Rur.

Langfristige Projekte meinen etwa sinnvolle Schritte zur zukünftigen Tourismuslandschaft, in die landesplanerische Aspekte einfließen. Hier stehen unter anderem eine wirkliche Kneipe oder Café, zum Beispiel mit Bäckerei in der Ortsmitte, oder ein Dorfladen mit Grundnahrungsmitteln, Schreibwaren und Post auf der Wunschliste, eventuell in Kooperation mit ortsnahen Bauernhöfen.

„Super, sehr informativ“, kommentierte Pia Ristof, Verwaltungsangestellte im Bauhof Inden, abschließend die mehrstündige Veranstaltung. Das nächste Treffen ist am Montag, 26. September geplant.

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