Viele helfende Hände fangen alte Menschen auf

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Andreas Pieper, Dr. med. Rudolf Harlacher, Dr. med. Michael Behnke und Dirk Offermann ziehen eine positive Bilanz nach einem Jahr Praxis des geriatrischen Behandlungskonzepts. Foto: Erdem

Jülich. Das St. Elisabeth-Krankenhaus Jülich hat vor einem Jahr begonnen, ein geriatrisches Behandlungskonzept einzuführen, das sehr erfolgreich umgesetzt wird. „Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem altersmedizinischen Schwerpunkt unsere Patienten in der Einheit hervorragend mobilisieren können“, so Dr. med. Michael Behnke, Ärztlicher Direktor des St. Elisabeth-Krankenhauses Jülich und Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin.

In der eigenen geriatrischen Versorgungseinheit wurde eine Station mit 25 Betten sowie Therapie- und Gruppenräumen geschaffen. Das interdisziplinär tätige Team besteht aus Fachärzten mit der Zusatzqualifikation „Klinische Geriatrie“, speziell ausgebildetem Pflegepersonal und besonders qualifizierten Therapeuten, um die Patienten altersmedizinisch gerecht zu versorgen. Dr. med. Rudolf Harlacher, Facharzt für Innere Medizin und klinische Geriatrie und als ehemaliger Chefarzt der Abteilung für Geriatrie im Medizinischen Zentrum Würselen erfahrener Geriater, unterstützt seit vergangenem Monat das Team zusätzlich.

Das geriatrische Behandlungskonzept ist ein ganzheitlicher, medizinisch-therapeutischer Ansatz für die Behandlung des kranken, alten Menschen. „Unser Ziel ist es, die Fähigkeit, sich selbst zu versorgen, möglichst weitgehend zu erhalten oder wiederherzustellen sowie Pflegebedürftigkeit zu vermeiden oder zu mindern und unsere Patienten schnellstmöglich zu mobilisieren, um die Lebensqualität zu erhalten“, erläutert Andreas Pieper, Oberarzt in der Abteilung für Innere Medizin des Jülicher Krankenhauses.

Das geriatrische Behandlungskonzept beinhaltet die enge, multiprofessionelle Zusammenarbeit im Team. Das geriatrische Team berät individuell über jeden Patienten in der Behandlungseinheit und legt die erreichbaren Ziele und das therapeutische Programm fest.

Dazu gehört neben der Behandlung der Akuterkrankung, die zum Krankenhausaufenthalt führte, die aktivierende Pflege, die den Patienten höchstmöglich beteiligt, sowie Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie, um die Ausdauer, Belastbarkeit und allgemeine Muskelkraft zu verbessern und damit die Mobilität zu erhalten, um alltägliche Tätigkeiten zu üben, wie etwa das An- und Ausziehen der Kleidung, Essen und Trinken und andere alltägliche Bewegungsabläufe, und um Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen zu behandeln.

„Wichtig ist darüber hinaus aber auch eine gute Zusammenarbeit mit den ambulanten Pflegediensten und den Altenpflegeeinrichtungen, denn das Entlassmanagement beginnt hier bereits am Aufnahmetag“, sagt Andreas Pieper weiter.

Abgerundet wird das Gesamtkonzept durch das Angebot der familialen Pflege. Dabei handelt es sich um Pflegetraining und Pflegeberatung für pflegende Angehörige, das kostenfrei direkt am Patientenbett erfolgt.

„Nach einem Jahr kann man sagen, dass durch unser Gesamtkonzept die Patientenversorgung deutlich verbessert werden konnte – und das war von Anfang an unser Ziel“, so Dirk Offermann, kaufmännischer Direktor im St. Elisabeth-Krankenhauses Jülich.

Am Donnerstag, 30. Oktober, widmet sich das Forum Medizin der Jülicher Zeitung/Jülicher Nachrichten dem Thema „Mobilität und Selbstständigkeit im Alter“. Die öffentliche Veranstaltung um 19 Uhr in der Schlosskapelle der Zitadelle Jülich erfolgt in Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten, dem Jülicher Krankenhaus und der AOK.

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