Jülich - Viel Sport und Akrobatik bei NRW-Meisterschaft der Männerballette

Viel Sport und Akrobatik bei NRW-Meisterschaft der Männerballette

Von: ptj
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Blitzschnell kreisende Jahrmarktfahrgeschäfte im PZ der Zitadelle: Hoch verdient wurde die junge Truppe der Rietberger „Prinzengarde“ zum NRW-Meister gekürt. Foto: Jagodzinska

Jülich. Schwebend leicht tanzten die frisch gekürzten NRW-Meister, perfekt wie ein Uhrwerk. Die Bewegungen der „Prinzengarde Rietberg“ zum Motto „Jahrmarkt des Lebens“ waren blitzschnell und lautlos, die Männer verkörperten selbst die bunten und kreisenden Fahrgeschäfte des Jahrmarktes.

„Der Hammer!“, entfuhr es einer Jurorin, das Publikum spendete tosenden Applaus. Sogleich war jedermann klar, dass die Prinzengarde an ihren Vorjahreserfolg als NRW-Meister anknüpfen würde, obwohl sie erst viel später den von Landrat und Schirmherrn Wolfgang Spelthahn gestifteten Meisterpokal in Händen hielt.

Zur sechsten offenen NRW-Meisterschaft hatte die KG „Bretzelbäckere“ Mersch-Pattern ins PZ der Zitadelle geladen. Anlass war das jecke elfjährige Jubiläum der erfolgreichen Wild Boys, die in der abgelaufenen Session als Sieger der beiden Männerballettwettbewerbe im Jülicher Land gefeiert wurden.

Die Ausrichter landeten nun mit ihrer kraftvollen Nummer „Made in England“ auf dem dritten Platz. Als britische Bobbys stellten sie tänzerisch typisch englische Situationen nach, bauten Pyramiden und wechselten Kostüme. Vize-Meister wurde das Männerballett Kückhoven mit ihrem klasse umgesetzten Motto „Wenn im Dschungel dat Trömmelche jeht“, mit lebendigen Palmen und synchronen Tänzen zu schnellen afrikanischen Trommelrhythmen. Interessant ist der Wertungsvergleich mit dem Güstener Männerballettwettbewerb, dort unterlagen die Kückhovener den Wilden Jungs.

Unter Verbandsaufsicht von Arno Schatz, Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Männerballette, bewertete die objektive, siebenköpfige Fachjury aus aktiven Tänzern, erfolgreichen Tanztrainern und DGV-Wertungsrichtern die Auftritte der 13 teilnehmenden Ballette. Ihre Kriterien waren Präsentation, karnevalistischer Aspekt, Umsetzung, Choreographie, Kreativität, Tanztechnik und Ausführung, wobei mit 20 zu vergebenden Punkten das Hauptaugenmerk auf den karnevalistischen Aspekt gelegt wurde. In den übrigen Kategorien durften 10 bis 15 Punkte verteilt werden.

Groß war die Bandbreite der gezeigten Leistungen. Alle Teilnehmer setzten sich zu ansprechender Musik in ideenreichen Kostümierungen in Szene und hielten die eine oder andere Überraschung für das Publikum bereit. Viele hatten Kostümwechsel im Programm, ebenso viele zeigten Hebefiguren oder Pyramiden. Groß waren aber die Unterschiede im sportlichen Bereich, vor allem in Synchronität und Akrobatik. Mit besonderem Sex-Appeal und einfallsreichen Showeffekten gelang es dem Männerballett Randerath, inmitten der Veranstaltung mit seinem Motto „I am what I am“ als erster Gruppe, Stimmung in das ausverkaufte PZ zu bringen. Dafür ernteten die Tänzer begeisterten Applaus.

Besonders locker und komisch präsentierten sich als letzte Startnummer „Los Papas“ aus dem niederländischen Heerlen, vernachlässigten aber die sportliche Leistung so wie kein anderes Ballett. NRW-Meister hätten sie außerhalb von NRW natürlich nicht werden können, theoretisch aber Sieger des Wettbewerbs. In dem Fall wäre der Zweitplatzierte zum Meister gekürt worden, wie der moderierende KG-Präsident Thomas Kuckartz darlegte.

In den Pausen tanzten die „Sunshine Ladies“ aus Mersch/Pattern, die „Hillije Mädche“ aus Kirchberg und als Highlight die Siegerinnen der „Ladies Night“, die „Firestars“ aus Mersch/Pattern. Zwischen den Turnierblöcken unterhielt DJ Andy. Nach der Siegerehrung schloss sich die traditionelle After-Show-Party an, Zuschauer formierten sich zum Tanz. Um zwei Uhr morgens wurden die Zitadellentore geschlossen.

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