Viel Muskelkraft bei der internationalen Holzhackermeisterschaft

Von: ptj
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Teamarbeit Fassstaffel: Hier wird ein leeres, 240 Liter-Weinfass viermal durch einen kurvigen Parcours gerollt. Foto: Jagodzinska
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Dirk Braun, Europameister im Timber-Sport, demonstriert alte Fällermethoden: Mit der Motorsäge stellte er Ende 2015 in Polen einen neuen Weltrekord mit der „Hot Saw“-Motorsäge auf.

Jülich. Kraftvolle Teams, sympathische Moderatoren, zahlreiche mitfiebernde Zuschauer und bestes Wetter sorgten für eine gelungene internationale Holzhackermeisterschaft auf dem Jülicher Schlossplatz. Für fliegende Späne sorgten bei der zweiten Auflage in der Herzogstadt sieben Vierer- und eine Fünfer-Formation, darunter insgesamt zwei Frauen.

Vier mitstreitende Mannschaften stammen aus dem Jülicher Land, der Titelverteidiger „Team Hackepeter“ und die Teams „Irish Pub“, „Lumberjack CCKG“ und „Fit Gym 24“. Erstmalig richtete Initiator Hauke Bochem von „Four Events“ die von Holz Tirtey gesponserte Meisterschaft inmitten der Kirmes auf dem Schlossplatz aus. Das Los sorgte für die zufällige Reihenfolge in den fünf Disziplinen, die auf der Bühne und im abgetrennten Parcours inmitten des Publikums ausgetragen wurden.

Für den sportlichen Anreiz sorgte Europameister Dirk Braun (46), der mit seiner selbst gebauten „Hot Saw“-Motorsäge Ende 2015 in Polen einen neuen Weltrekord von 9,95 Sekunden aufgestellt hatte. Mit der Disziplin „Doppelaxtwerfen“ ging der Wettstreit auf der Bühne an den Start. Zwei Teammitglieder warfen jeweils dreimal auf die hölzerne Dartscheibe in 6,10 Metern Entfernung, eine Distanz, die exakt das einmalige Überschlagen der Sportaxt ermöglichte.

Landete Letztere mit der Doppelschneide im Holz oder zeigte der Stiel nach oben, zählte der Wurf nicht. Henriette Brown aus dem am weitesten angereisten Team „Chill and Destroy“ aus Augsburg/Würzburg erreichte als Erste die volle Punktzahl. Das erste „Bullseye“ traf „Velti“ aus dem Team „425,8 Kilo Laachweg“. Seine Mannschaft erreichte in dieser Disziplin mit 18 Ringen das beste Ergebnis.

Weinfass-Wettrollen

Teamarbeit war in der „Fassstaffel“ angesagt. Viermal wurde ein leeres 240-Liter-Weinfass durch einen abgesteckten 50-Meter-Parcours inmitten der Zuschauermenge gerollt, der durch Strohballen zur Kurvenstrecke umfunktioniert worden war. Ein doppeltes Rauchsignal diente als Zeichen für das jeweils erreichte Mannschaftsziel.

Richtig Muskelkraft erforderte das anschließende „Fiaker-Pulling“, das Ziehen eines etwa zwei Tonnen schweren VW-Pick-Ups über dieselbe 50-Meter-Distanz, das abwechselnd je zwei Mann übernahmen. Die meisten Wettstreiter nutzten die Möglichkeit, fallend das die Ziellinie markierende Flatterband zu erreichen. Ein Teamer legte sein Pulling komplett krabbelnd zurück.

Mit Augen- und Ohrenschutz ausgestattet stimmte der Europameister auf die nächste Distanz ein. Braun startete seine ohrenbetäubende Geschwindigkeit-Demonstration mit seiner selbst gebauten 70 PS starken „Hot Saw“-Motorsäge in seiner Königsdisziplin. Binnen Sekunden fiel das Holz in fingerbreiten Scheiben zu Boden.

Auch die Wettkämpfer zeigten kraftvolle, beeindruckende Leistungen mit der „Single Buck“, einer aus Neuseeland stammenden, zwei Meter langen Wettkampf-Handzugsäge mit lasergeschnittenen Zähnen. Sie schnitten in der gleichnamigen Disziplin einen etwa 45-Zentimeter dicken Baumstamm in dünne Scheiben. Abschließend wetteiferten die Teams auf Zeit im Speed-Climbing auf einem acht Meter hohen, mit Trittöffnungen ausgestatteten Baumstamm – ordnungsgemäß mit Seilen gesichert.

Das auswärtige „Team XY“ ging als Sieger aus dem Wettkampf hervor. Sein Preis ist eine Reise mit Begleitpersonen ins Almdorf Flachau nach Österreich. Der bisherige Titelverteidiger, das Team „Hackepeter“ aus dem Jülicher Land, schaffte Paltz zwei. Auf dem dritten Rang landete das auswärtige Team „425,8 kg Laachweg“.

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