Jülich - Viel Leben im Bahnhof, doch ein Sanierungsstau

Viel Leben im Bahnhof, doch ein Sanierungsstau

Von: Daniela Mengel-Driefert
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Jülich. Kultur in Jülich – der Kulturbahnhof gehört hier zu den ersten Adressen. Bunt und vielfältig mit 250 Veranstaltungen präsentierte sich das Programm im vergangenen Jahr. Doch nicht nur die Zahl ist erfreulich. Der KuBa wurde modernisiert und ist nun mit einem digitalisierten Kino ausgestattet.

 Alle Infos sind dem Bericht zu entnehmen, den der Verein „Kultur im Bahnhof“ dem Ausschuss für Jugend und Familie vorgelegt hat.

Die Digitalisierung war notwendig, da die Film-Verleiher seit Mai 2013 keine analogen Filmkopien mehr herstellen. Ein 2D-Kino-Projektionssystem musste angeschafft werden. Die Gesamtkosten beliefen sich auf rund 55.000 Euro, finanziert von der Filmförderanstalt Berlin, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und dem Land NRW. Die verbliebene Summe stellten Sponsoren zur Verfügung. Der KuBa ist jetzt mit moderner Kinotechnik ausgestattet.

Neben den regulären Filmvorführungen gibt es Kooperationen, etwa mit der Evangelischen Erwachsenenbildung des Kirchenkreises Jülich zu aktuellen Schwerpunktthemen. Auch „Filmfrühstücke“ sind sehr beliebt. Sondervorstellungen gibt es für Jülicher Schulen, während das Forschungszentrum regelmäßig einen Themenabend mit Film und anschließender Podiumsdiskussion veranstaltet. Gut besucht waren auch die drei Abende Open-Air-Kino im Brückenkopf-Park. Das Kinoprogramm im Kuba schätzen nicht nur die Bürger, auch die Film- und Medienstiftung NRW lobt das herausragende Programm. Dafür gab es zum achten Mal in Folge eine Förderprämie von 3000 Euro.

Zu den weiteren Highlights zählen der Auftritt der Kölner Band „Black Fööss“, ohne Zweifel ein Zugpferd für hohe Publikumszahlen. Insgesamt veranstaltete der KuBa 26 Konzerte mit insgesamt 3300 Besuchern. Großen Erfolg feierte etwa die Release Party des 8. Jülich-Samplers. An zwei Tagen spielten insgesamt 29 Jülicher Bands auf zwei Bühnen.

Auch die Partyveranstaltungen boomen. 38 Motto-Partys mit über 8000 Besuchern sprechen für sich. Positiv ist im Jahresbericht vermerkt, dass Studenten den Weg in den Kulturbahnhof finden und sich so im Stadtleben integrieren. Mitunter sei das darauf zurückzuführen, dass der Campus Jülich der FH Aachen hier regelmäßig Partys veranstaltet. Kleinkunst mit Kabarett, Comedy und Lesungen laufen ebenfalls gut, nehmen einen großen Stellenwert im Programm ein. 2013 gastierten etwa Bestseller-Autor Jacques Berndorf, Hastenrath‘s Will oder Volker Wenninger mit seinem Stück „Euer Senf in meinem Leben“ im KuBa.

Die Besucher nehmen die Veranstaltungen gut an, resümiert Cornel Cremer, Geschäftsführer des Trägervereins. Kultur kostet Geld, eine gesicherte Finanzierung sei unabdingbar. Auch der KuBa muss rechnen und freut sich über Fremdveranstaltungen, wie Kindertheater- und Theaterveranstaltungen des städtischen Kulturbüros oder das Kindermusical der Musikschule Jülich, Konzerte des Jazz Clubs Jülich und andere, die wichtige Einnahmequellen sind.

„Jülich hat Talente“, lautete eine Casting-Veranstaltung, die schon zum zweiten Mal mit großem Erfolg ausgerichtet wurde. Die Vocalwerkstatt Jülich lädt zu offenen Sing-Angeboten, andere Workshops bieten Didgeridoo-Kurse, Action-Painting oder Salsa- Tanzabende. Nicht zu vergessen das Brauchtum im Kulturbahnhof, wo sich der Jülicher Karneval mit Veranstaltungen zum Sessionsauftakt, Kinderkarnevalssitzung oder dem legendären „Blumenball“ heimisch fühlt.

Die Gastronomie ist eine beliebte Anlaufstelle für Schüler, Studenten und junge Erwachsene, verzeichnete allerdings an den veranstaltungsfreien Tagen Umsatzeinbußen. Ein neuer Look soll die Kneipe auffrischen, nach 17 Jahren sei sie etwas antiquiert, sagt Cremer und kündigt an: „Im November startet die Sanierung“. Möglich sei das durch Sponsorengelder. Zusätzlich versuche der Verein, mit gezielten Aktionen die Umsätze zu steigern.

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt. Der KuBa ist zwar voller Leben, doch der Bahnhof selbst ist alt und bedarf einiger Sanierungsarbeiten. Cremer stellt klar: „Wir haben diverse Probleme mit dem baulichen Zustand des Gebäudes.“ Zwar sei im vergangenen Jahr eine Sanierung und der Abriss der Terrasse erfolgt, doch weiterhin zählten Schäden an vielen Zugangstüren zu den Mängeln. Ebenso befinde sich die WC-Anlage im Keller in einem unzumutbaren Zustand.

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