Jülich - „Viel Lärm um nichts” wird dem Titel gerecht

„Viel Lärm um nichts” wird dem Titel gerecht

Von: hivi
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„Viel Lärm um nichts” kam auf der Bühne des Brückenkopf-Parks in einer modernen Fassung

Jülich. Das Theaterstück um Shakespeares Theaterklassiker „Viel Lärm um nichts” bewahrheitete sich im tiefsten Wortsinn. „Viel Lärm um Nichts” machte viel Freude, viel Spiel um Shakespeares Intrigenkomödie, brachte Bühnengags und Freude an Dialogen, die sich zwischen Straßenslang und klassischen Übersetzungen bewegten.

Das „Viel Lärm um nichts” betitelte Stück, bei dem man eigentlich viel Shakespeare bieten, eine neue moderne Form finden, aber trotzdem dem guten alten Shakespeare und seinen Fans gerecht werden wollte, war eine absolute Herausforderung. Wenn auch immer noch übersetzt und dennoch den Schülern allgegenwärtig als Ursprache verkauft, birgt der Dichter englischer Sprache den Oberstufen der Gymnasien als Pflichtlektüre aufoktroyiert eine Pflicht und keine Kür. Das Spiel nach Art des guten Shakespeares nahm seinen bekannten Lauf und würde heute keiner inhaltlich aktuellen Seifenoper standhalten.

Fröhlich-mutig inszenierte Form

So hatten es auch die Akteure des Ensembles der Landesbühne Neuss schwer, dem „gewichtigen” Stoff der Vorlage nach Shakespeare gerecht zu werden. So versuchte die Aufführung des Landestheaters Neuss eine neue, fröhlich, freimütig und mutig inszenierte Form des Theaters zu finden. In großen Partien war dies durchaus gelungen.

Die Verbindung der fünfziger Jahre mit der der Zeit des 16. Jahrhundertes schien fast durch Kostüme und Wortspiele gelungen. Die Vergleiche von gesellschaftlichen Schwierigkeiten bis zu kriegerischen und gewalttätigen Auseinandersetzungen entbehrten nicht der bitteren Wahrheit und sogleich der Situationskomik. So wurden Würdenträger, Honoratioren und Sponsoren zu Monstern, die insgeheim montierten, moderierten und modarlierten. Burlesque und unendlich komisch wurde die klassische Geschichte der beiden ungleichen Liebespaare aufgegriffen. In Shakespeare Manier wurde das Liebesspiel begriffen und ergriffen.

Die Inszenierung der Bühne Neuss nahm sich jeden Charme der Geschichte zu Nutze und inszenierte unter Leitung von munter drauflos. So wie es in Shakespeares Skripts steht! Modern die Aufführung, Slapstick in den Szenen, Frau- Mann Probleme aktualisiert, Gegenwart mit Geschichte konfrontiert, gesellschaftliche Probleme gesehen, Liebesprobleme in der jeweiligen Phase so lebt der Zuhörer die Geschichte mit. Bis zur Pause amüsierte das komödiantische Element, das mit dem Inhalt der Shakespearianischen Variante verschmolz. Begeistert wurden Slapstick und kabarettistische Einlagen angenommen.

Nach Ablauf der Pause allerdings wurden im Rahmen des In-trigenspiels die Rollen überzogen und die humoresken Einlagen als unangemessen und unangenehm empfunden. Das Maß zwischen humorvollen Einschüben, Klagen und Übersättigung mit diesen unterliegt einem schmalen Grad. Auf diesem Grad wandelte das Ensemble. Im Ersten Teil des Theaterabends brillierte es mit Spielfreude. Die Verfälschung des Stückes geriert zur Freude des Publikums. Die Frivolität und Aktualität ließ die Handlung und die Sprache des Werkes in den Hintergrund rücken. Selbst wer glaubt, die dichterische Sprache zu vermissen, der sollte überlegen, in welcher Sprache der Dichter heute original zu lesen ist. Er sollte sich vielleicht auch einmal die Möglichkeit eröffnen und überlegen, welcher Sprache sich Shakespeare in der heutigen Zeit bedienen würde.

Das Theater auf der Bühne des Brückenkopf-Parks ist noch sehr gemäßigt und öffentlichkeits- angepasst und angemessen. Die Schauspieler agierten in einer minimalistisch angepassten Bühnenkonstruktion. Herausragend spielten André Felgenhauer als Benedikt als absoluter „cooler” Typ und Lindea Ribeau als temperamentvolle Beatrice. Herausragend wohltuend und von unverschämtem Charme agierte und spielte als Balthasar, Pianist und Pfarrer Michael Großschädl. Die Inszenierung lebte von der Aktualisierung des Themas, von Situationskomik und Wortwitz. Gelungen waren Szenen des Maskenballs, die in Richtung der Travestie zur Situationskomik beitrugen. Aber im zweiten Teil der Aufführung wurden die Elemente, die komisch wirken sollten, zunehmend banal und flach. Schaden denn der Ansatz war und hätte unter strafferer Inszenierung und in deutlich klarer Schauspielerbesetzung zu einem deutlicheren Erfolg führen können.
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