Via Belgica wird in Jülich sichtbar

Von: Volker Uerlings
Letzte Aktualisierung:
römerstraße2_84
Der römische Meilenstein an der alten B55 westlich der Sophienhöhe bei Stetternich verweist auf die „Via Belgica”, die nun auch im Jülicher Stadtbild sichtbar gemacht werden soll. Foto: Abels

Jülich. Die Stadt Jülich hat römische Wurzeln, und das wird in naher Zukunft deutlich zu sehen sein. Nach strittiger Debatte entschied sich eine Mehrheit des Stadtrates am Mittwoch dafür, die durch die Grenzen der Kommune laufende antike Via Belgica wie alle anderen deutschen Anliegergemeinden erkennbar zu machen.

Diese alte Fernstraße der Römer führte von Köln über Jülich nach Rimburg und weiter zur französischen Atlantikküste.

Die uralte Verbindung ist zum Beispiel heute noch am Straßenverlauf vor dem Hexenturm sowie - natürlich - an der Römerstraße abzulesen. Der Beschluss des Rates sorgt dafür, dass nicht mehr nur Eingeweihte das erkennen. Über zu pflanzende Kiefern mit Banderolen, über Stelen und weitere Hinweis-„Werkzeuge” soll das optisch umgesetzt werden und auch Touristen locken. Obwohl die Stadt schon vor diesem Hintergrund dem Römerstraßenkonsortium NRW beigetreten ist, wurde im Haupt- und Finanzausschuss Kritik laut. Das war am Mittwoch nicht anders.

FDP-Fraktionschef Winfried Cremerius erklärte, dass er zwar nie dem Projekt einen „negativen Touch” habe anhängen wollen. „Aber es bleiben enorme Kosten. Und wir haben dafür momentan nicht das Geld.” In Rede stehen laut Verwaltung je 16.700 Euro in den Jahren 2011 bis 2013. Dabei handelt es sich um den städtischen Eigenanteil. Der größte Teil der Kosten (80 Prozent) wird über EU-Mittel finanziert.

Darüber hinaus soll Jülich ohne Mehrbelastung des Haushaltes auch das zentrale Dokumentationszentrum der Via Belgica im Museum Zitadelle erhalten - quasi einen Besuchermagneten, der hauptsächlich durch Fremdmittel im Wert von 191.000 Euro hier eingerichtet wird. Das hätte auch zur Folge, dass im Keller der Festung endlich Platz geschaffen werden könnte für die Ausstellungsstücke der römischen Sammlung, wie Museumsleiter Marcell Perse im Rat erklärte. Er redete mit Engelszungen auf die Kritiker ein, die er am Ende zwar nicht überzeugen konnte, die aber nicht die Mehrheit ausmachten.

Neben der FDP und dem Großteil der SPD lehnten auch einige Christdemokraten das Projekt ab. Wolfgang Gunia (CDU): „Römer haben wir reichlich woanders. Wir sollten uns auf das konzentrieren, was für Jülich einen hohen Stellenwert hat.”

Die Mehrheit im Rat aber sah die größere Chance in einer „sichtbaren Via Belgica” für das Jülicher Stadtmarketing - wenn auch unter der Auflage, dass die vielen Einzel-Maßnahmen (Kiefern, Stelen etc.) noch vom Kulturausschuss abgesegnet werden müssen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert