VHS Jülicher Land auf Erfolgskurs

Von: Thomas Mauer
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Sein Arbeitsplatz liegt nur scheinbar im Grünen. VHS-Leiter Günter Vogel muss im Betrieb viel Planungsarbeit leisten. Foto: Mauer
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Kurz die Sonne genossen: Das Team der VHS mit ihrem Leiter Günter Vogel (hinten rechts) hat in der ehemaligen Realschule sein neues Zuhause . Foto: Maurer

Jülich. Per Gesetz hat das Land NRW sich vor vielen Jahren entschlossen, Weiterbildung zu einem gesellschaftlichen Anliegen zu machen, auf das jeder Anspruch hat. So lautet es im Paragrafen 1. Eine Institution, die diesem Auftrag nachkommt, ist die in Jülich zentralisierte VHS Jülicher Land.

Das Angebot der VHS ist vielfältig. Ob Deutsch als Fremdsprache oder ein Opernbesuch, ob Sprachkurse Niederländisch oder Türkisch, ob Aufstiegsfortbildung zum Wirtschaftsfachwirt oder Autogenes Training und Muskelentspannung – die Bandbreite verursacht Planungsaufwand. Dafür arbeitet die Einrichtung mit drei pädagogischen Mitarbeitern. „Wir planen und arbeiten über Soll“, erklärt der Leiter Günter Vogel.

In seinem Jahresbericht, der dem Rat der Stadt vorgelegt wurde, kann er auf über 10000 Unterrichtsstunden im vergangenen Jahr verweisen. Daneben wurden über 2000 Stunden geplant, kamen aber aus vielfältigen Gründen nicht zustande, was für einen VHS-Betrieb nicht ungewöhnlich ist.

Mit dem Zusammenschluss kleinerer VHS im Raum Jülich 2012 veränderte sich das Angebot in den Gemeinden Aldenhoven, Linnich und Titz unwesentlich, für den Verbund jedoch wurde die Organisation leichter. Zudem waren bis dato bereits 20 Prozent der Teilnehmer immer schon nach Jülich gekommen, weil es dort eine größere Auswahl gab.

In den umliegenden Gemeinden nehmen nun Mitarbeiter in den Rathäusern organisatorische Aufgaben „vor Ort“ wahr. „Dort war ein modulares System gerade bei den Sprachen nicht möglich“, betonte Vogel, für den die Neustrukturierung auch von wirtschaftlichem Vorteil war.

Mehr Platz am Aachener Tor

Ende 2014 musste die VHS in drei Monaten innerhalb von Jülich umziehen. Als „Gegenleistung“ verfügt das Bildungsinstitut nun nach vielen Jahren der Wanderschaft über einen festen Standort an der ehemaligen Realschule in Jülich. Am Aachener Tor stehen endlich ausreichend Unterrichtsräume zur Verfügung. Die notwendige Renovierung ist noch nicht abgeschlossen, der Leiter möchte auch den technischen Standard in den Räumen verbessern. Sideboard und schnelles Internet gehören inzwischen zum Standard einer attraktiven Volkshochschule.

Eine VHS steht finanziell auf drei Säulen. Das Land NRW gibt einen an der Einwohnerzahl gemessenen Beitrag, die Kommunen müssen ihren Verpflichtungen nachkommen und jeder Teilnehmer zahlt Kursgebühren. Klar wird damit angesichts klammer Kassen, dass der Spielraum klein ist. Der Rat der Stadt Jülich legt die Gebühren fest, kann diese jedoch nicht willkürlich nach oben setzen.

Also sollte das Angebot so attraktiv sein, dass möglichst viele Teilnahmegebühren in die Kasse fließen. „Ich verfahre nach dem Robin-Hood-Prinzip“, sagt Vogel. „Wir benutzen die sehr gut besuchten Kurse, um damit die schwächeren zu finanzieren und so das gute Angebot aufrechtzuerhalten.“

In Jülich gliedert sich dieses umfassende Angebot in sechs Fachbereiche, für die drei Mitarbeiter verantwortlich sind. Deutsch als Fremdsprache, Integration und die Fremdsprachen hat Stellvertreterin Claudia Schotte unter ihre Fittiche genommen. „Sprachen sind das Herzstück einer VHS“, erklärt sie und verteidigt auch den hohen Verwaltungsaufwand für Integrationskurse. „Bei uns wird die Qualitätsfahne hoch gehalten.“

„Wir sind inzwischen zertifiziert, müssen uns aber alle vier Jahre retestieren lassen.“ Vogel verweist auf den Aufwand, der zusätzlich Kräfte bindet. Neben dem Unterrichtsbetrieb organisiert die VHS in jedem Jahr über 20 Veranstaltungen. Und auch die wollen gut geplant sein.

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