Versuchter Totschlag: Mehr als drei Jahre Haft für geständigen Täter

Von: wos
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Weil er einen Türsteher mit einem Messer angegriffen hatte, wurde ein Linnicher am Dienstag wegen versuchten Totschlags zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Aachen/Linnich. Mit drei Jahren und drei Monaten Haft, die das Aachener Schwurgericht am Dienstag gegen Thomas S. wegen versuchten Totschlags verhängte, kam der 40-jährige Kaufmann, der selbst aus Linnich stammt, einigermaßen glimpflich davon.

Die Kammer unter Vorsitz von Richter Arno Bormann gab in ihrer Urteilsbegründung etliche Milderungsgründe für Thomas S. an, der während der Verhandlung immer wieder betont hatte, die Gründe für die Tat selbst nicht zu verstehen und in dieser Nacht zum zweiten Weihnachtstag einen völligen Blackout gehabt zu haben.

An dem Abend war er nach eigenen Angaben losgezogen und in einer Kneipe gelandet. Dort fand er einen Zechkumpanen, mit dem er weit nach Mitternacht in eine noch geöffnete Eros-Bar umzog. Dort kam es am frühen Morgen zu der Tat. S. war zuvor rausgeworfen worden, weil er bereits im Etablissment seinen Mitzecher bedroht hatte. Der Barbesitzer erteilte ihm Hausverbot, er musste gehen. Nach einiger Zeit aber tauchte S. wieder auf und wollte hinein, der Türsteher verhinderte das.

Daraufhin zückte S. ein Messer und stach in den Hals des Sicherheitsmannes, dem es irgendwie dann doch gelang, den Angreifer zu Boden zu werfen und von weiteren Stichen abzuhalten.

Der Angeklagte selbst zeigte sich bestürzt über die Tat. Er könne sich nicht erinnern, wie es zu der Tat gekommen sei, sagte er dem Gericht. Ansonsten hatte er ein vorbehaltloses Geständnis abgelegt.

Seine aktuelle Erkrankung, man hatte bei ihm einen Tumor diagnostiziert, war jedoch laut dem Gutachten der sachverständigen Psychiaterin nicht mitverantwortlich für das Ausrasten. Das waren eher der Alkoholgenuss und der Gebrauch von Cannabis, das der Angeklagte seit Jahren „zur Beruhigung“ rauchte, wie er in dem Verfahren angegeben hatte.

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