Linnich - Verschleiß oft Auslöser von Gelenkschmerz

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Verschleiß oft Auslöser von Gelenkschmerz

Von: ng
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Jann Habbinga, kaufmännischer Direktor im St. Josef-Krankenhaus Linnich, begrüßt zum Infoabend im Rathaussaal die Chirurgen Dr. Alexander Herzog und Dr. Horst Stephan. Foto: Gottfroh

Linnich. Gelenkschmerz ist eines der gängigsten Krankheitsbilder, mehr als drei Millionen Menschen in Deutschland haben sich mit diesem Leiden im vergangenen Jahr in ärztliche Behandlung begeben. In Kooperation mit der AOK Düren-Jülich veranstaltete das St. Josef-Krankenhaus in Linnich einen Informationsabend im Rathaus der Rurstadt.

Unter dem Motto „Was tun, wenn die Gelenke schmerzen?” stellten Dr. Horst Stephan, Chefarzt der Chirurgie im Krankenhaus Linnich, und Dr. Alexander Herzog, Oberarzt der Chirurgie, die gängigen Krankheitsbilder und deren Ursachen vor. Die Chirurgen informierten über Techniken und Therapiemöglichkeiten und gaben ihre persönlichen Erfahrungen an ein breites und sehr interessiertes Linnicher Publikum weiter.

Die Chirurgen erklärten den Besuchern den Aufbau verschiedener Gelenke anhand von Schaubildern und verdeutlichten die Ursachen des Schmerzes. Diese sind häufig dieselben: Hauptgrund ist in der Regel Gelenkverschleiß, den jedes Gelenk im Laufe eines Lebens erlebt. Auch Kalkablagerungen sind oftmals für die Schmerzen verantwortlich. „Der Mensch besteht aus biologischem Gewebe, welches im Laufe der Jahre einem natürlichen Verschleiß unterworfen ist. Das Leiden beginnt schleichend, in der Regel nach dem 50. Lebensjahr. Später verläuft es auch in Schüben. Zu Beginn ist der Verschleiß meist symtomlos, später klagen Betroffene jedoch über starke Schmerzzustände”, erklärte Dr. Herzog den interessierten Zuhörern.

Nicht nur Gelenkverschleiß, auch Engpasserkrankungen oder ein Gelenk, das durch wiederkehrende Ausrenkungen oder Unfälle instabil wurde, können die das Leiden hervorrufen. Die Folgen sind dann Schmerzen und Instabilität des Gelenks, aber auch Brennen und Taubheitsgefühl oder Gelenkschwellungen. „Am häufigsten sind Veränderungen an den großen tragenden Gelenken, wie Hüfte und Knie. Korpelabnutzung an diesen Gelenken besitzt auch die größte klinische Relevanz in der Orthopädie”, betonte Dr. Stephan.

„Es gibt verschiedene Wege, diesen Gelenkschmerz zu behandeln. Eine Operation ist nicht der einzige Weg”, so Dr. Stephan. Als ersten Schritt empfiehlt der Linnicher Chirurg Krankengymnastik, Spritzen ins Gelenk und die Behandlung des Schmerzes mit Schmerzmitteln. In vielen Fällen lässt sich das Leiden durch diese Behandlung jedoch nicht dauerhaft beheben. Dann bietet sich eine Gelenkspiegelung an.

Dr. Herzog zeigte den Interessierten zur genaueren Verdeutlichung einen kurzen Film einer solchen Gelenkspiegelung: Bei einer sogenannten Arthroskopie wird ein optisches Gerät (Arthroskop) in das Gelenk eingeführt. Dadurch bietet sich Ärzten die Möglichkeit, Einblick in das Innere des Gelenkes zu nehmen, ohne das Gelenk großflächig zu öffnen. Kalkablagerungen können auf diesem Weg entfernt und den Schmerz gezielt behandelt werden. Ist ein Gelenk völlig abgenutzt, dann ist der Schmerz häufig nur noch zu beheben, indem ein Gelenk durch eine künstliche Prothese ersetzt wird. Die entknorpelten Flächen werden dann durch Metall- oder Plastikimplantate ausgetauscht.

Dr. Stephan fügte hinzu: „Konservative Therapien (z.B. Krankengymnastik) müssen immer an erster Stelle stehen. Endoskopische Verfahren können viele Beschwerden zuverlässig lindern.”

Implantate letzter Ausweg

Gelenkersatz ist der letzte Ausweg, ist aber oft nötig, um den Leidensweg zu beenden. Diesen Weg sollte man dann auch nicht scheuen, denn diese Maßnahme gebe ein Stück Lebensqualität zurück.

Begeistert waren die Besucher von den künstlichen Gelenken, die die Ärzte als Anschauungsmaterial mitgebracht hatten und durch die Reihen interessierter Zuhörer gingen ließen.

Am Ende der Vorträge hatte das Publikum die Chance, den Ärzten Fragen zur Therapie im Allgemeinen oder zum persönlichen Krankheitsbild zu stellen, so dass die Besucher die Veranstaltung rundum informiert verließen.
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