Jülich - Verloren geglaubtes Kunsthandwerk von Frauenhand

Verloren geglaubtes Kunsthandwerk von Frauenhand

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Das Angebot auf dem Kunsthandwerkerinnenmarkt ist vielfältig: Skulpturen, Handtaschen und Schmuck sind nur ein Teil. Die Angebote sind handgemacht. Foto: Stadt Jülich
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Das Angebot auf dem Kunsthandwerkerinnenmarkt ist vielfältig: Skulpturen, Handtaschen und Schmuck sind nur ein Teil. Die Angebote sind handgemacht. Foto: Stadt Jülich

Jülich. Fest in Frauenhand wird die „grüne Stube“ Jülichs am 18. und 19. Juni jeweils von 11 bis 18 Uhr sein zum mittlerweile 23. Kunsthandwerkerinnenmarkt, einem der erfolgreichsten Märkte in Deutschland. Das schreibt die Stadt Jülich.

Doch das Grün der imposanten Kastanienbäume im Schatten der Jülicher Zitadelle ist nur eine Nuance der bunten Vielfalt, die auch in diesem Jahr die über 30.000 erwarteten Besucher anlockt. Knallig rote Hüte, strahlend blaue Klangobjekte oder leuchtend gelbe Seifen sprechen sowohl Auge, Haut, Nase und Ohren an. Hochqualitative und exklusive Kunst, von Frauenhand gefertigt, kann hier mit allen Sinnen genossen werden: Bildhauerinnen, Schreinerinnen, Malerinnen, Hutmacherinnen, Töpferinnen und Goldschmiedinnen haben ihre Werke selbst gefertigt und stellen sich, ihre Arbeit und Produkte vor.

Je individueller das Gewerk und je älter und verloren geglaubter das Handwerk ist, desto mehr Augenmerk erreichen die Künstlerinnen. Wo kann man heute noch Besenbinderinnen, Seifenmacherinnen oder Kerzengießerinnen bei der Arbeit zusehen und ihre zu Kunstwerken gewordenen ursprünglichen Alltagsgegenstände erwerben? Auf dem Jülicher Kunsthandwerkerinnenmarkt sind sie alle zu finden.

Unverwechselbare Unikate

Ob Keramik, Holz, Papier, Emaille, Filz, Glas, Leder oder Metall – die beim jeweiligen Kunsthandwerk verwendeten Materialien sind ebenso vielfältig wie die Verwendungsmöglichkeiten – für Haus und Garten, zum Anziehen und Angucken, zum Anhören und Aufessen, zum Draufsitzen und Darunterliegen, zum Unter-den-Arm-Klemmen und Um-den-Hals-Wickeln... Fast alles sind unverwechselbare Unikate – wie auch die Ausstellerinnen, von denen alljährlich einige hier ihren ersten Versuch in die Öffentlichkeit wagen und andere den Jülicher Markt als Sprungbrett für eine kreative Karriere und Geschäftsidee nutzen konnten.

Was im Jahr 1994 als Idee der Gleichstellungsbeauftragten Katarina Esser und der Galeristin Brigitte Habig ins Leben gerufen wurde, hat sich mittlerweile zu einer Großveranstaltung entwickelt, die Besucher und ausstellende Künstlerinnen nicht nur aus der Region, sondern auch weit darüber hinaus anlockt. „Mein Interesse als Leiterin der Gleichstellungsstelle war es, Frauenförderung in Kunst und Kultur mit Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung zu verbinden“, beschreibt Katarina Esser das Konzept des Marktes.

Von Jahr zu Jahr ist die Anzahl der Bewerberinnen um einen der begehrten rund 250 Standplätze gestiegen. Das Ergebnis ist Programm: Eine immer wieder neue Mischung aus traditionellen und neuen Angeboten macht den Reiz der Veranstaltung aus - für Besucher und die Ausstellerinnen. Neu in diesem Jahr ist beispielsweise eine Puppenmacherin, die den Puppen aus Porzellan nach eigenen Entwürfen Lebendigkeit verleiht.

Kreativer Schmelztiegel

Die Besucher können sich darauf verlassen, hier eine einzigartige Mischung aus traditionellem und modernem Kunsthandwerk zu finden. Das Besondere daran: Die Frauen präsentieren nicht nur ihre Kunstwerke, sondern – soweit möglich – auch ihre Herstellung. Gerne geben sie Auskunft zu allen Fragen rund um die Herstellung und die Begeisterung ist stets auf beiden Seiten spürbar – ehrliches Interesse an ehrlicher Kunst.

Die Ausstellerinnen finden sich hier unter einer Vielzahl Gleichgesinnter wieder und vor allem ein Publikum, das ihre Kunst zu schätzen weiß und manch weiten Weg auf sich genommen hat, um in diese Kreativ-Oase ein-, und mit kunstgewerblichen Exponaten bepackt wieder aufzutauchen. Für sie ist der Kunsthandwerkerinnenmarkt in Jülich schon lange kein Geheimtipp mehr, sondern ein Höhepunkt in ihren Jahresaktivitäten.

Von Anfang an war der Kunsthandwerkerinnenmarkt jedoch nicht nur kreativer Schmelztiegel, sondern auch Begegnungsstätte - mit musikalischer und kulinarischer Verköstigung. Ob afrikanische gebackene Bananen, portugiesische Gambas oder am reichlich gedeckten Kuchenbuffet: Mitten im Getümmel findet sich eine gastronomische Insel, die zum Verweilen und Genuss zahlreicher kulinarischer Köstlichkeiten – natürlich auch aus Frauenhand – einlädt. Wer erst zu Hause seinen Gaumen verwöhnen möchte, findet in der „Grünen Ecke“ zahlreiche lukullische Kunstwerke: Liköre und Öle, Teigwaren, Käse, Dips, Kräuter und Pflanzen – zum Probieren und Mit-nach-Hause-Nehmen.

Bereits im vierten Jahr wird dieses kulturelle Ereignis an zwei Tagen gefeiert. So bleiben mehr Zeit und Gelegenheit zum Suchen, zum Stöbern, zum Staunen - und zum Genießen.

Ansprechpartner: Stadtmarketing Jülich; Julia Huneke, Telefon 02461-63419, E-Mail: JHuneke@juelich.de.

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