Verleiht neuer Verein Düppelsmühle Titz Flügel?

Von: Guido Jansen
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 Düppelsmühle
Seit dem Pfingstunwetter 2014 ist die Düppelsmühle eine Ruine, einer von vier Flügeln hat überstanden. Die Zeichen stehen aber auf Wiederaufbau. Foto: Guido Jansen
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Freude über den Förderbescheid: (v.l.) Jürgen Frantzen, Thomas Rachel und Peter Wirtz. Foto: Guido Jansen

Titz. „Das war‘s dann wohl“, hat Peter Wirtz am Pfingstmontag vergangenen Jahres gedacht. Das Geräusch, das der Besitzer der Düppelsmühle gehört hat, als der Orkan Ela damals die denkmalgeschützte Mühle in ihre Einzelteile zerlegt hat, wird er nach eigener Aussage nicht mehr vergessen.

Ein bisschen hat es nach Weltuntergang geklungen, als er vom Fenster seines angrenzenden Hauses aus verfolgte, wie der Wind den Kopf der Mühle gegen die natürliche Richtung drehte, die Flügel zerschellten und die Holzteile über die Wiesen und den Hof flogen. Das Wahrzeichen des Titzer Landes war zerstört.

Mittlerweile spricht aber viel dafür, dass die 305 Jahre alte Mühle nicht am Ende ist. Fördergelder in Höhe von 210.000 Euro stehen bereit für den Wiederaufbau des Denkmals. 275.000 Euro soll die Sanierung der Düppelsmühle laut Gutachten kosten. Auch für das fehlende Geld deuten sich Lösungen an, die der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen am Montag vor Ort erklärte.

130.000 Euro stellt der Bund aus seinem Sonderprogramm Denkmalschutz bereit. „Ohne den Bund hätten wir ein großes Problem“, sagte Frantzen. Einen besonderen Dank richtete er an den CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Rachel, der die Titzer erst auf das Förderprogramm aufmerksam gemacht hatte. 80.000 Euro kommen von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. Jetzt laufen noch Förderanträge beim Land und der NRW-Stiftung.

„Wenn es dann am Ende eine Deckungslücke gibt, müssen Peter Wirtz und ich uns tief in die Augen schauen und besprechen, wie es weiter geht“, sagte Frantzen. Möglicherweise hilft die Gemeinde dann aus, um die einzige verbliebene große Mühle im Jülicher Land wieder aufzubauen – beispielsweise mit Hilfe eines Fördervereins. Der ist allerdings erstens noch lange nicht gegründet und zweitens nicht dazu gedacht, die akuten Renovierungskosten zu decken.

Wenn die Mühle wieder aufgebaut ist – laut Plänen mit möglichst vielen alten Bestandteilen, die derzeit im Sockel lagern – soll sie versichert werden gegen Katastrophen wie den Orkan Ela. „Das kostet 4500 Euro im Jahr“, sagt Eigentümer Peter Wirtz. Zu viel für einen alleine. Deswegen der geplante Förderverein.

Ob der Wiederaufbau in diesem Jahr beginnt ist unklar. Derzeit prüft das Land den Förderantrag aus Titz. Danach falle laut Frantzen die Entscheidung der NRW-Stiftung, die immer erst abwarte, wie das Land sich positioniert.

„Zuerst geht es darum, die Mühle abzusichern“, erklärt Eigentümer Wirtz, was als erstes passieren muss. „Einen Winter hat sie überstanden, einen zweiten sollte sie aber nicht offen stehen.“ Ist die Ruine erstmals wetterfest gemacht, dann sei auch der Zeitdruck weg. Frantzen erklärte auch, dass die Maßnahmen erst beginnen, wenn alle Fördergelder sicher sind.

Die Bedeutung der Düppelsmühle begründete Frantzen mit ihrer Einzigartigkeit. Früher habe es in Titz drei große Mühlen gegeben. Vor 55 Jahren wurde die Spieler Mühle ab- und im Freilichtmuseum Kommern wieder aufgebaut. Die Höller Mühle brannte nach einem Blitzeinschlag vor über 30 Jahren ab. „Was dem Aachener sein Dom, das ist dem Titzer seine Düppelsmühle“, sagte Frantzen.

Und die hat bis zum vergangenen Jahr allen Unwettern getrotzt. Der Orkan Kyrill Anfang 2007 beispielsweise knickte selbst die mächtigen Pappeln in der Nähe. „Der Düppelsmühle hat das nichts gemacht. 200 Jahre sind spurlos an ihr vorbei gegangen. Daran sieht man, mit welcher Wucht Ela die Mühle getroffen haben muss“, sagte Wirtz, der sich freut, dass seine Sorgen über das Ende der Mühle wohl unberechtigt waren.

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