Aldenhoven - Verkehrte Finanzwelt: Der erste Überschuss seit Jahren

Verkehrte Finanzwelt: Der erste Überschuss seit Jahren

Von: ahw
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Erstmals seit Jahren schließt der Etat mit einem Plus ab. Statt eines Defizits von 2,4 Millionen Euro schreibt die Gemeinde Aldenhoven 2015 einen satten Überschuss. Foto: Daniel Reinhardt/dpa

Aldenhoven. Paradoxe Situation im Aldenhovener Gemeinderat: Während Bürgermeister Ralf Claßen bei der Einbringung des Etatentwurfs für 2016 noch Blut, Schweiß und Tränen predigen musste, da unter anderem die Anhebung der Grundsteuer B auf 850 Prozente im Raum steht, um den verlangen Haushaltsausgleich zu schaffen, hatte Kämmerer Michael Ossenkopf für das zu Ende gehende Jahr fabelhafte Zahlen mitgebracht.

„Normalerweise würde ich mich freuen“, verriet der oberste Verwalter der Gemeindefinanzen, der am Jahresende statt eines prognostizierten Defizits in Höhe von rund 2,4 Millionen Euro einen Überschuss in Höhe von rund 550.000 Euro erzielen wird.

Beschert wird der Gemeinde das Plus durch eine Gewerbesteuernachzahlung von knapp zwei Millionen Euro, einer weiteren Million durch die Verzinsung der Gewerbesteuer sowie Reduzierungen bei der Kreisumlage und beim Zinsaufwand, die sich jeweils mit Verbesserungen von über 100.000 Euro im Haushalt niederschlagen. Verschlechterungen haben sich bei der laufenden Instandhaltung (rund 280.000 Euro) und durch die höhere Gewerbesteuerumlage (265.000 Euro) ergeben. Noch sehr viel gravierender sind die Effekte für das kommende Jahr, etwa die reduzierten Schlüsselzuweisungen des Landes.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Haushaltssituation wird der Vorschlag von Bürgermeister Claßen verständlich, außerplanmäßig insgesamt gut 180.000 Euro für Maßnahmen am Dach der ehemaligen Schule Freialdenhoven sowie die Kellerwandisolierungen der Johannesschule in Siersdorf und der Turnhalle in Schleiden bereitzustellen.

Dafür musste er sich die Schelte der Fraktionsvorsitzenden anhören: „Das Geld ist nicht da, das macht mich nicht ruhiger“, sah Dieter Froning (FWG) „eine Grenze erreicht“, während Georg Krapp (CDU) den Zeitpunkt nicht nachvollziehen konnte. Es gehe schließlich um „bekannte Schäden“. Udo Wassenhoven (SPD) findet die Maßnahmen zwar in der Sache richtig, fühlte sich aber „übergangen“, zumal eine Woche vorher noch der Fachausschuss getagt hatte, ohne dass die Maßnahmen dort beraten worden wären.

„Wir machen es uns nicht einfach“, wies der Bürgermeister auf die Dringlichkeit der Arbeiten hin und versprach gleichzeitig, künftig „Schnellschüsse zu vermeiden“. So vertagte der Rat die Mittelbereitstellung bei zwei Gegenstimmen mit Mehrheit.

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