Jülich - Verhaltenstipps für den „Ernstfall“: Finger weg von Waffen, lieber schreien

Verhaltenstipps für den „Ernstfall“: Finger weg von Waffen, lieber schreien

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Polizeihauptkommissar Dietmar Schorn (Mitte) erhielt viel Lob für seinen anschaulichen Sicherheitsvortrag; an den Seiten Vorsitzender Wolfgang Gunia (l.) und Stellvertreter Peter Schmitz. Foto: Rolf Berns

Jülich. Der Fachmann für Kriminalprävention, Polizeihauptkommissar Dietmar Schorn, stellte sich ausgezeichnet auf die Bedürfnisse seiner fast 40 aufmerksamen Hörer von der Jülicher Senioren-Union ein, die zu seinem Vortrag „Sicherheit an der Haustür, in der Wohnung, auf der Straße“ natürlich auch ihre Fragen anbringen konnten.

Schorn stellte eingangs beruhigend fest, dass die Gefahr für Senioren Opfer von Kriminalität zu werden viel geringer ist als für den Bundesdurchschnitt aller Menschen, nämlich im Verhältnis 1:4 .

Zum Thema Einbruch zeigte der Polizeihauptkommissar anschaulich, dass ein gewiefter Einbrecher ein normal gesichertes Fenster in 16 Sekunden aufhebeln kann. Ein Spezialverschluss, der im Fachhandel erhältlich ist, bietet ein sehr viel höheres Maß an Sicherheit.

Ganoven haben sich zahlreiche Tricks ausgedacht, um in die Wohnung des Opfers zu gelangen. Daher gilt die Regel : Niemals Fremde in die Wohnung lassen, besser sich telefonisch vergewissern, ob der angebliche Mitarbeiter der Stadtwerke, der Stadt, der Polizei usw. wirklich echt ist.

Alle Tricks laufen auf drei Grundmuster hinaus: Vortäuschen einer Notlage, Vortäuschen einer amtlichen Eigenschaft und Vortäuschen einer persönlichen Beziehung zum Opfer. Wachsamkeit und auch Misstrauen sind angebracht.

Breiten Raum nahm das Thema Taschendiebe ein. Diese nutzen bestimmte Situationen aus, wie das Einsteigen in Bus und Bahn, Gedränge jeder Art. Auch im Zug oder Lokal wird viel gestohlen, wenn man seine Garderobe nicht im Auge hat. Den Senioren wurden verschiedene sichere Behältnisse für Geld gezeigt. Vor allem aber sei die Regel beachten: Nie viel Bargeld mitführen! Vorsicht auch am Geldautomaten, wenn beim Abheben beobachtet wird.

Wirksamere Methoden

Wie kann ich mich wehren, wenn ich mich bedroht fühle? Von einer Bewaffnung mit Pfefferspray, Gaspistolen und ähnlichem hält die Polizei wenig. Beim Einsatz dieser Mittel wird der Angegriffene leicht zum Angreifer und muss, wenn der Angreifer einen Schaden erleidet, auch noch seine Notwehrsituation nachweisen. Viel wirksamer sind Methoden, mit denen man Passanten auf die Situation aufmerksam macht: Schreien, Kreischen, Einsatz einer Trillerpfeife oder anderer akustische Signale erzeugender Mittel erschrecken die Täter, bieten Gelegenheit zur Flucht aus dem Gefahrenbereich und machen andere auf die Kriminellen aufmerksam.

Vorsitzender Wolfgang Gunia zeigte sich beeindruckt von der interessanten und hilfreichen Fülle an Informationen und dankte Dietmar Schorn und auch der gesamten Polizei für ihren gerade in dieser Zeit sehr schweren Dienst zum Schutz der Bevölkerung. Die Senioren erhielten reichlich Informationsmaterial zum Mitnehmen und können in Ruhe zu Hause nachlesen und darüber nachdenken, ob bestimmte Schutzmaßnahmen für sie angebracht sind.

Wolfgang Gunia kündete für Montag, 21. März, den Besuch des Landrates Wolfgang Spelthahn an, zugleich Disziplinarvorgesetzter der Kreispolizei ist, und meinte scherzhaft, er werde gegenüber dem Landrat lobend auf die Arbeit von Dietmar Schorn hinweisen.

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