Verfall von öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen stoppen

Von: Antonius Wolters
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Im linksseitigen Anbau der Güstener Friedhofskapelle sind rückwärtig Räume für Toiletten, die nie eingebaut worden sind. Foto: Wolters

Jülich. Schreinermeister Robert Wolff aus Welldorf kommt als Bestatter viel herum. Vielleicht ist es der regelmäßige Umgang mit dem Vergänglichen, der ihn gelehrt hat, bei öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen auf den Erhalt der Substanz zu achten.

„Das wichtigste ist, den Bestand zu sichern, denn das Notwendige hat Vorrang“, lautet das Credo des Handwerkers, der im Bereich der Stadt Jülich vieles im Argen sieht. „Die Jülicher Friedhofskapelle spottet jeder Beschreibung“, nennt er ein Beispiel aus seinem beruflichen Alltag. Teilweise seinen dort die Dachziegel weg, so dass Wasser dort über den Beton laufe, der langsam und stetig wegplatze. Bei rechtzeitigem Eingreifen hätte die Stadtverwaltung mit ein paar Tausend Euro hier Wasser und Schäden eindämmen können, doch geschehen sei nichts.

Handwerker klein gehalten

In diesem Zusammenhang kritisiert er explizit die Jülicher Verwaltung, bei denen die Steuer zahlenden Handwerker klein gehalten würden, weil auch kleinere Aufträge angeblich europaweit ausgeschrieben werden müssten.

Als positive Gegenbeispiele listet Wolff die Gemeinden Vettweiß, Aldenhoven und Titz auf, in deren Aufbahrungshallen man „vom Boden essen könne“. Dass die Sauberkeit in Jülicher Leichenhallen lange ein Problem war, dürfte hinreichend bekannt sein. „Häufig haben wir Bestatter vor der Beerdigung die Halle geputzt“, berichtet Wolff. Inzwischen habe sich die Situation leicht gebessert, seit eine Firma für die Reinigung der Räume engagiert worden sei.

Ein weiteres Thema liegt dem Bestatter am Herzen, bei dem er sich mit vielen älteren Mitbürgern einig sein dürfte. Noch längst nicht auf allen Friedhöfen im Stadtgebiet Jülich stehen den Trauergästen Toiletten für die dringenden Bedürfnisse und die Steigerung der Aufenthaltsqualität zur Verfügung. Als Paradebeispiel nennt der Mann aus Welldorf den Güstener Friedhof, wo im Anbau der Friedhofskapelle sogar entsprechende Räume zur Verfügung stünden.

Toiletten für wenig Geld

„Eine Toilette hätte dort schon vor 20 Jahren mit wenig Geld geschaffen werden können“, schüttelt der Mittsechziger den Kopf, der Kostenschätzungen in Höhe von 60000 Euro ins Reich der Fabel verweist. Auch seine Versuche, den Güstener Ortsvorsteher Erich Gussen für das Anliegen zu erwärmen, seien bislang stets ins Leere gelaufen.

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