Verein zeigt fast unsichtbares Jülicher Denkmal unter den Füßen

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Luftbild der Stadt mit dem Areal des Denkmalbereichs und dem Verlauf der Befestigung von Stadt und Zitadelle. Foto: Förderverein Festung Zitadelle

Jülich. Der Förderverein Festung Zitadelle Jülich wird am Sonntag, 11. September, einen fast unbekannten Denkmalbereich, der immer zugänglich ist, der Öffentlichkeit vorstellen.

Der Denkmalbereich ist der historisch geprägte Stadtkern Jülichs, der unter dem Schutz einer Denkmalbereichssatzung steht – die sogenannte „Pasqualinische Altstadt“. Folglich befindet sich der Infostand des Fördervereins auf dem Jülicher Marktplatz in der Zeit von 11 bis 16 Uhr.

„Mit dem Erbe der Idealstadtanlage der Renaissance besitzt Jülich ein deutschlandweit kulturhistorisches Alleinstellungsmerkmal allerersten Ranges. Doch das Bewusstsein dafür ist in Jülich leider nicht weit verbreitet“, schreibt der Förderverein. Er will deshalb die historischen Zusammenhänge erläutern und um Verständnis für den verantwortungsvollen Umgang mit diesem Erbe werben.

Wie kann eine Stadt, die im 2. Weltkrieg fast vollständig zerstört wurde, unter dem Schutz einer Denkmalbereichssatzung stehen? Was ist der Unterschied zwischen einem Denkmal und einem Denkmalbereich? Und wie sollte man mit dem Denkmalbereich im Zuge der weiteren Stadtentwicklung umgehen?

Nach dem großen Stadtbrand von 1547 ließ Herzog Wilhelm V. von Jülich-Kleve-Berg Jülich von seinem Zivil- und Militärarchitekten Alessandro Pasqualini als Idealstadtanlage „auf dem Reißbrett“ entwerfen und als eine der frühesten Idealstadtanlagen der Renaissance auch erbauen. Da die Stadt bis zu ihrer Entfestung im Jahre 1860 in dem Korsett der Wallanlagen eingesperrt war, überdauerte der renaissancezeitliche Grundriss fast unverändert. Danach wuchs die Stadt ins Umfeld der Altstadt, wodurch der zentrale Grundriss weiterhin weitgehend unverändert blieb.

Die große Zäsur für Jülich war die fast vollständige Zerstörung gegen Ende des 2. Weltkriegs. Doch die Bevölkerung kehrte nach dem Krieg zurück, und schon 1946 beschloss der Stadtrat, die Stadt auf dem originalen, fast vollständig überkommenen Grundriss der renaissancezeitlichen Idealstadtanlage wiederaufzubauen. Prägend für die „neue“ Stadt Jülich wurde ein charakteristischer Wiederaufbaustil auf Basis von Architekturformen der Renaissance und von Vorgaben der herzoglichen Bauordnung. In den 60er Jahren sind dann laut Verein konzeptlose Um- und Neubauten entstanden.

1993 stellte der Stadtrat die nach ihrem Renaissancebaumeister benannte „Pasqualinische Altstadt“ zusammen mit dem Areal der Zitadelle mit dem Schloss als Zeitdokument der Nachkriegszeit unter den Schutz einer Denkmalbereichssatzung.

Neben Erläuterungen anhand neuer Schautafeln, einem neuen Faltblatt sowie weiterer Literatur zu diesem Thema bietet der Förderverein auch Führungen durch den historisch geprägten Jülicher Stadtkern an.

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