Verein „Wurzeln“ lebt seit fünf Jahren die Integration vor

Von: Kr.
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Geballte Frauenpower ist angesagt beim russisch-deutschen Verein „Wurzeln“, der unlängst mit einem Tag der offenen Tür sein fünfjähriges Bestehen feierte. Foto: Kròl

Jülich. Und es geht doch. Integration ist auch dann sehr gut möglich, wenn Migranten die Wurzeln, die sie mit der alten Heimat verbinden, nicht kappen wollen. Bestes Beispiel dafür ist der russisch-deutsche Verein „Wurzeln“ in Jülich.

Er zeigt, wie es funktioniert und so steht es auch ganz oben in seiner Satzung: „Wir wollen hier neue Wurzeln wachsen lassen, ohne die alten aber zu verlieren.“

Wie dies machbar ist, zeigte der Verein, der zu seinem fünften Geburtstag zum Tag der offenen Tür eingeladen hatte und mit den Vereinsmitgliedern, Freunden und Unterstützern dieses erste Stück Erfolgsgeschichte feiern wollte.

Noch gut kann sich Elena Wyrwich an die erste Zeit erinnern. Sie war aus Köln nach Jülich gezogen und brachte von dort die Idee mit, einen solchen Verein zu gründen. So machte sie sich auf die Suche nach einigen Gleichgesinnten, die ihr helfen wollten, für ihre Kinder die Sprache, Sitten und Gewohnheiten der alten Heimat lebendig zu halten.

Ende 2010 aus der Taufe gehoben

So wurde im Dezember 2010 der Verein „Wurzeln“ aus der Taufe gehoben und als Vorsitzenden wählten die Gründungsmitglieder Dimitry Prikhodowsky. Das erste Jahr gestaltete sich sehr schwierig und Ende 2011 drohte das Vorhaben zu scheitern. Nur noch zwei Familien waren übrig geblieben und so entschloss sich Elena Wyrwich, als Vorsitzende die Fäden in die Hand zu nehmen.

Heute zählt der Verein 44 Familien aus allen Regionen der ehemaligen Sowjetunion. Ihr ganzer Stolz ist die Samstagsschule, die mittlerweile 45 Kinder besuchen und dort nicht nur die russische Sprache lernen, sondern sich auch mit russischer Literatur und Kultur, Erdkunde und Geschichte beschäftigen. Es gibt zudem einen Malkurs für Kinder, es wird gebastelt und gespielt und für die Jüngsten wurde eine Märchenstunde eingerichtet.

Gemeinsam werden die traditionellen Feste gefeiert wie „Novogodnaja Jolka“ dem Silvesterfest für Kinder und anschließend begehen die Erwachsenen gemeinsam den Jahreswechsel. Ausflüge werden unternommen, es gibt einen Fotoclub für Erwachsene und einen Frauenclub. Es wird gemeinsam gekocht und gefeiert und es gibt, was ganz wichtig ist, auch einen Deutschkurs für Erwachsenen.

„Wir sind mittlerweile eine große Familie geworden“, sagt Elena Wyrwich, die in ihrer Arbeit von ihrer Stellvertreterin Iryna Schumacher, von Kassierer Dr. Helmut Schumacher, Tatyana Peters und Ekaterina Mikirtychyants unterstützt wird. Und so dankte sie allen, die den Verein bisher unterstützt haben. Dies galt vor allem den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der VHS Jülicher Land, die ihnen in den Räumen der ehemaligen Realschule ein Domizil einräumten sowie dem Integrationsrat.

„Patentante“ Anne Gatzen

Ein ganz herzlicher Dank galt Anne Gatzen, die im Auftrag der Stadt Jülich den Verein begleitet, beraten und unterstützt hat. „Sie ist unsere Patentante“, erklärte die Vorsitzende. Danke sagte sie außerdem den Lehrerinnen, die mit den Kindern arbeiten und ihnen Wissen vermitteln.

Eine kleine Ausstellung mit den Arbeiten der Kinder und Erwachsene aus dem Fotokurs oder der Malschule zeigten, wie engagiert und auch professionell hier gearbeitet wird. Ein Kuchenbüffet und andere Spezialitäten rundeten das Angebot ab.

Im Namen der Stadt Jülich war außerdem der stellvertretende Bürgermeister Christian Klems gekommen, um dem Verein seinen Respekt für die geleistete Arbeit zu bekunden.

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