Verein „Sonnenweg“ feiert sein 20-jähriges Bestehen

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Helga Maschke, hier beim Sonnenwegkongress im Palmengarten des Technologiezentrums Jülich. Foto: Jagodzinska

Jülich. Für Helga Maschke stehen im laufenden Jahr gleich drei Jubiläen im Kalender. Vor dem Hintergrund ihrer eigenen Krebserkrankung gründete sie 1997 den Förderverein für Krebsbetroffene „Sonnenweg“. Gleichzeitig dient der „Sonnenweg“-Kongress“ am 21. und 22. Oktober zum zehnten Mal als Informationsplattform für ganzheitliche Therapien bei Krebs.

Gefeiert wird – unter der Schirmherrschaft von Landrat Wolfgang Spelthahn – zu ihrem ganz persönlichen Jubiläum, ihrem 75. Geburtstag am 17. August. Mit Vereinsgründerin Helga Maschke sprach unsere Mitarbeiterin Silvia Jagodzinska.

 

Frau Maschke, Sie erhielten im Herbst 1994 die niederschmetternde Diagnose Brustkrebs. Was passierte zwischen der Diagnose und der Gründung des „Sonnenweg“ drei Jahre später?

Mascke: Unter der Konzeption „Krebskranke helfen Krebskranken“ führte meine eigene Krebserkrankung zunächst zur Gründung der ersten Selbsthilfegruppe „Frauenselbsthilfe nach Krebs“ in Jülich. Sie wurde im Januar 1996 eröffnet. Ein Jahr später wurde der als gemeinnützig und besonders förderungswürdige Förderverein für Krebsbetroffene „Sonnenweg“ aus der Taufe gehoben – mit Blick auf Wege zu ganzheitlichen Therapien bei Krebs.

Führen Sie den Sieg über Ihre eigene Krankheit darauf zurück, dass Sie gleichzeitig anderen helfen konnten?

Machke: Ja. Hilfe zur Selbsthilfe führt zu meinem Genesungsprozess, zu einer neuen Lebensweise und Bewusstseinsebene. Ganzheitliche, biologische, integrative medizinische Therapien und psychoonkologische Unterstützung waren entscheidende Maßnahmen zu meiner eigenen Krankheitsbewältigung.

Was ist Ihre persönliche Maxime als Gesundheits- und Lebensberaterin?

Maschke: Menschen mit der Diagnose Krebs Hoffnung und Mut zuzusprechen.

Wer stand Ihnen zur Seite?

Mascke: Ich bin unseren Partnern und Experten sehr dankbar, das sind Ärzte aus verschiedenen Praxen und Kliniken, die neben der klassischen Schulmedizin komplementäre integrative und ganzheitliche Therapien in der Onkologie anbieten. In den letzten 20 Jahren durfte ich als Bindeglied zu einer solchen professionellen und gleichzeitig ehrenamtlich erbrachten Unterstützung der Experten viele Krebsbetroffene betreuen und begleiten.

Wie resümieren Sie 20 Jahre? Wo steht der Sonnenweg heute?

Maschke: In den 20 Jahren hat sich die große Bedeutung des Sonnenweg als einzigartige Institution nicht nur in unserer Region, sondern weit über das Städtedreieck Köln – Düsseldorf – Aachen hinaus gezeigt. Als gemeinnütziger Verein haben wir ausschließlich Fördermitglieder, die mit ihren Jahresbeiträgen die finanzielle Basis unsere Aufgaben und Ziele gewährleisten. Sie unterstützen mit ihren Beiträgen nicht nur die ehrenamtliche Arbeit des Vorstands, sondern vor allem die kostenfreie Beratung und Begleitung Krebsbetroffener. Viele Fördermitglieder sind gleichzeitig Netzwerkpartner des Fördervereins. Erwähnenswert ist der Ärztliche Beirat, der das medizinische Fachgremium stellt und als eigenständiges Gremium die Vorstandsarbeit fördert.

Es hat im „Sonnenweg“ immer viele Informationsveranstaltungen, Seminare und Fachvorträge gegeben. Warum gründeten Sie den „Sonnenweg“-Kongress“?

Maschke: Unser Vorbild war der große Internationale Kongress „Patient und Arzt im Dialog“ der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr (GfBK) in Heidelberg. Dank der Unterstützung einiger Partner konnten wir 2008 unseren ersten „Sonnenweg“-Kongress ausrichten.

Was fehlt Ihrer Meinung nach in der schulmedizinischen Krebsbehandlung?

Maschke: Unser medizinisches System betrachtet Krebs als lokale Erkrankung und bietet kaum ganzheitliche Therapieansätze an. Darum geben wir Betroffenen, Angehörigen, Selbsthilfegruppen, Therapeuten und Institutionen Anregungen und Hilfen, sich über ganzheitliche, biologische und psychologische Behandlungsmethoden zu informieren.

Werden Sie sich mit bald 75 Jahren in den Ruhestand verabschieden?

Maschke: Nein. Nach den werteorientierten Grundsätzen des Sonnenweg, Glaubwürdigkeit, Kompetenz, Einsatzwille, Zuverlässigkeit, Partnerschaft und Lebensfreude, wollen wir die professionelle Hilfe weiter entwickeln. Wir bieten auch zukünftig Veranstaltungen an, mit Präsentation und Diskussion fachspezifischer und gesundheitsbezogener Themen. Wobei der intensive Austausch zwischen Experten und an Aufklärung interessierter Menschen im Vordergrund steht.

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