Verein Solar Global plant Photovoltaik-Projekt für 60 Familien

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Warmes Essen dank der Nutzung von kostenloser Sonnenkraft: Familien in Bolivien mit einem Solarkocher, der über eine Kocherpatenschaft finanziert worden ist. Foto: Verein Solar Global

Jülich. Viel zu berichten gab es auf der jüngsten Mitgliederversammlung von Solar Global. Der gemeinnützige Verein ist seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen Entwicklungs- und Schwellenländern in Lateinamerika und Afrika tätig.

Ziel des Vereins ist es, die Lebensbedingungen der Menschen und die Umweltsituation in den ärmeren Ländern durch die Nutzung der Sonnenenergie zu verbessern. Von Anfang an wurde deshalb bei der Umsetzung der Projekte gleichermaßen auf einen sozialen und klimafreundlichen Lösungsansatz geachtet.

Eröffnet wurde die Mitgliederversammlung vom kommissarischen Vorsitzenden Prof. Klemens Schwarzer, da der erst vor einem Jahr gewählte Vorsitzende Prof. Dr.-Ing. Christian Faber plötzlich und für alle unerwartet verstorben ist. Von der Versammlung wurde der Vorschlag des Vorstandes bestätigt, dass Prof. Schwarzer bis zur Neuwahl im nächsten Jahr den Vorsitz kommissarisch übernimmt. Durch eine Gedenkminute zollten die Mitglieder Christian Faber ihren Respekt und würdigten sein unermüdliches Engagement für den Verein.

Im Anschluss berichtete Thomas Stracke mit einigen Fotos vom Stand der beiden Projekte in Bolivien. Dort hat Solar Global zusammen mit der bolivianischen Stiftung „Fundación Vertiente“ eine ganz besondere Werkstatt in La Paz aufgebaut: In dieser Werkstatt werden solare, so genannte Familienkocher und weitere Großkocher für Schulen hergestellt, mit denen warme Mahlzeiten allein mit der Kraft der Sonne zubereitet werden können.

Kocher-Patenschaften angeboten

Um die Solarkocher für die Bevölkerung erschwinglicher zu machen, werden sie durch Kocherpatenschaften finanziell unterstützt. Eine Kocherpatenschaft liegt bei 60 Euro je Kocher. Das ist etwa ein Drittel des Preises für einen Familienkocher. Durch diese Art der Unterstützung kann jeder den Menschen dort direkt helfen, ohne Mitglied bei Solar Global zu sein. Jeder Pate erhält eine Urkunde und eine Spendenquittung.

Neben der Produktion weiterer Kocher ist der Bau von einfachen solaren Warmwasseranlagen geplant, wie sie von Solar Global zusammen mit der argentinischen Stiftung „ECOandina“ für den Einsatz in Andendörfern bereits entwickelt und erprobt wurden. Es handelt sich dabei um kostengünstige, robuste und frostsichere Warmwasseranlagen.

Neben der Fertigstellung der Solar-Werkstatt in Bolivien wurde über die Fertigstellung des Umweltzentrums in Misa Rumi in der argentinischen Puna mit der argentinischen „ECOandina“ berichtet. Die Puna, das Andenhochland im Dreiländereck von Argentinien, Chile und Bolivien wird zu etwa 95 Prozent von der indigenen Bevölkerung bewohnt.

Schwerpunkte im Umweltzentrum sind unter anderem die Verbreitung der gemeinsam entwickelten Solartechniken wie Solarkocher, solare Backöfen, solare Luftheizungen für die Schulen und Gemeindehäuser und die Rekultivierung der alten Inka-Terrassen durch Tröpfchenbewässerung. Zusätzlich werden im Umweltzentrum kommunale Umweltbeauftragte für die Region ausgebildet.

Unter dem Punkt „neue Projekte“ wurde den Mitgliedern das neue Photovoltaikvorhaben in Bolivien vorgestellt. Das Projekt soll wieder in Zusammenarbeit mit der Fundación de Apoyo al Desarollo Integral de los Pueblos y Communidades (FADIPCO) in Bolivien und der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie, Landesverband Thüringen, umgesetzt werden. Mit den beiden Partnern hat Solar Global bereits in der Nähe des Titicacasee-Sees ein Gesundheitszentrum mit solarer Energieversorgung errichtet.

Im Rahmen des Projektes sollen 60 bis 65 Solar Home Systeme in der Gemeinde Guachono inmitten der sogenannten Yungas, etwa 100 Kilometer nördlich von La Paz errichtet werden. Ein System besteht aus einem 90 W-Solarmodul, Laderegler, Wechselrichter und einer Batterie. In dieser abgelegenen Gegend gibt es weder Strom noch fließendes Wasser. Das pro Familie erwirtschaftete Jahreseinkommen liegt bei durchschnittlich 1000 Euro, das entspricht zwei bis drei Euro pro Tag.

Insellösung bei Stromversorgung

Mit einer photovoltaisch betriebenen Stromversorgung (Inselsystem) könnten laufende Kosten für die Familien reduziert oder vermieden werden. Sie hätten eine unabhängige und zuverlässige Versorgung mit Elektrizität. Während der Nacht könnten die Hausbewohner mit der elektrischen Energie aus der Batterie die Beleuchtung versorgen, das heißt die Kinder hätten zusätzliche Zeit zum Lernen und Hausaufgaben machen, die Erwachsenen hätten mehr Zeit für häusliche Arbeiten. Außerdem könnten sie ihr Radio und einen kleinen Fernseher betreiben, um Zugang zu Informationen und Kontakt zur Außenwelt zu erhalten. Diese Vorteile würden dann langfristig zu einer Verbesserung der Lebensqualität führen und die Bildungsmöglichkeiten der Kinder erheblich verbessern.

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