Körrenzig - Verein beschenkt sich mit Beikircher-Auftritt

Verein beschenkt sich mit Beikircher-Auftritt

Von: Gerda Kròl
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Mit seinem aktuellen Programm „Bin völlig meiner Meinung!“ begeisterte Konrad Beikircher in der Alten Kirche Körrenzig, die restlos ausverkauft war. Foto: Król

Körrenzig. „Die Kirche ist ein guter Ort für denkende Menschen. Da darf auch mal gelacht werden“, findet Konrad Beikircher, Kabarettist, gebürtiger Südtiroler, Rheinländer aus Überzeugung und nun schon seit mehr als 50 Jahren für das Rheinische Missionswerk unterwegs.

Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Rheinländer an sich und insbesondere seine Wesensart und Sprache nach außen zu vertreten und anderen Menschen näher zu bringen. Zwischen Gastspielen im Düsseldorfer „Senftöpfchen“ und dem Kom(m)ödchen in Köln hatte er noch einen freien Termin und schob gerne einen Auftritt auf Einladung des Vereins „Rettet die Alte Kirche Körrenzig“ dazwischen.

Der Verein machte sich damit selbst ein Geschenk zum zehnjährigen Bestehen der Reihe „Kultur in der Alten Kirche“, die damit für dieses Jahr auch abgeschlossen ist. Sichtlich angetan zeigte sich Beikircher vom kleinen, gotischen Gotteshaus, das ihn vor allem in seiner Schlichtheit ansprach.

Der direkte Kontakt zum Publikum in dem eher kleinen Veranstaltungsort, der natürlich ausverkauft war, kam ihm sehr entgegen. Er sprühte nur so vor Spielfreude und Witz und nahm sein Publikum mit auf seine manchmal verstrickten Gedankengänge.

Seinen roten Faden aber gab er nicht aus der Hand, dem auch die Zuhörer leicht folgen konnten. Und so ging er noch einmal zurück zu den Anfängen seiner Karriere, als er noch im Siegburger Knast saß, wo er bekanntlich als Psychologe tätig war. Ein Anruf von WDR- Moderatorin Elke Heidenreich veränderte sein Leben. „Sarense Frau Walterscheid“ wurde geboren und immer noch zählt Frau Rohleder, ein echtes „Bönnsch Mädchen“ zu den Publikumslieblingen.

Sie ließ er auch in Körrenzig noch einmal auferstehen und als gute Katholikin legte sie ihrer Freundin die Vorzüge der Beichte nahe. So drehte sich dann auch bei ihm als katholisch erzogener Mensch alles um den „normalen“ Glauben, denn der ist beim Rheinländer Pflicht.

„Ein rheinischer Protestant ist einfach nicht Luther-kompatibel“, findet er und ist sich sicher, dass Luther, hätte er seine Thesen im Rheinland angeschlagen, Köln und den 11.11. gewählt hätte. So ging es über einen Abstecher beim Zahnarzt wieder zur Beichte, die wieder Aussprüche wie „lass mich net lügen“ rechtfertigt und zur Frau Rohleder. „Also ohne Beichte könnt ich net leben. Wenn ich so seh, wat ich immer sündige, dat könnt ich mir nie verzeihen.“

Und weiter spann er den Faden zur Kirmes und zu all den Heiligen, die mit einer Kirmes gefeiert werden. „Das gibt es eben nur im Rheinland“. Und Heilige und Reliquien gehören ebenfalls zusammen. „Wir haben im Rheinland Reliquien, da fällst Du vom Glauben ab“, sagte Beikircher und kam gleich mit den entsprechenden Beispielen.

Die Sandale Jesu, mit der er in die Wüste wanderte, wird in Prüm verehrt, das Tuch von Johannes dem Täufer in Aachen und nicht zuletzt die Heiligen Drei Könige in Köln. Aber warum liegen da sechs Skelett drin, fragt er sich und hat die Antwort auf echte rheinische Art parat. Der Dombaumeister, der die Skelette, als sie aus Mailand kamen, umbettete wollte es den Dreien schön machen und legte drei Jungfrauen der Heiligen Ursula dazu.

Zum Thema Reliquien hatte auch Pfarrer Stefan Bäuerle etwas beizutragen. Er hatte Beikircher im Eschweiler Talbahnhof erlebt und ihn daraufhin nach Körrenzig eingeladen. Als gebürtiger Trierer kennt er bestens den heiligen Rock, der in seiner Geburtsstadt verehrt wird. Seit hunderten von Jahren beschäftigt die Frage nach seiner Echtheit die Wissenschaft. „Nun“, so sagte Bäuerle, „ist es eindeutig belegt. Man hat in einer Rocktasche die Einladung zur Hochzeit von Kanaa gefunden“.

Damit setzte er den Schlusspunkt unter einen äußerst unterhaltsamen Abend. Das Publikum verabschiedete den Kabarettisten mit anhaltendem Applaus. Zum Abschied bekam es noch ein Geschenk vom Verein „Rettet die Alte Kirche Körrenzig“: Der Inhalt des Sparschweins, das nach jeder Veranstaltung zu Gunsten der Alten Kirche aufgestellt wird, in Hohe von 700 Euro, ging diesmal an ein Schul-Projekt des gebürtigen Südtirolers.

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