Verbeugung vor Meistern der Barockmusik

Von: ptj
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Die „Overbacher Camerata“ verwöhnt zum dritten Mal die vielen Zuhörer im Rahmen der „Matinee zur Marktzeit“:V.l. Annette Grooß, Marion Esser, Charlotte Pape, Philomena Pallaske, Kerry Jago und Jochen Grooß. Foto: Jagodzinska

Jülich. Zum dritten Mal in zwei Jahren verwöhnte die „Overbacher Camerata“ die Zuhörer in der gut gefüllten Jülicher Propsteikirche im Rahmen der Kirchenmusik-Reihe „Matinee zur Marktzeit“ – der ersten im neuen Jahr.

Kantor Christof Rück begrüßte die Gäste zum „rein barocken Programm“ des Instrumentalensembles, das sich auf Werke barocker Großmeister und zu Unrecht vergessener Komponisten aus dieser Zeit spezialisiert hat. Zudem stellte Rück die dritte Blockflötistin Marion Esser vor. Letztere verstärkte im vierten Werk die Blockflötistinnen Philomena Pallaske und Charlotte Pape, Violinistin Annette Grooß und den erst 14-jährigen Cellisten Jochen Grooß mit Kerry Jago am Orgelpositiv.

Das Ensemble eröffnete sein anspruchsvolles Programm unter der Überschrift „Der Weg nach Brandenburg“ mit der Suite in F-Dur in fünf Sätzen aus der Feder des deutschen Komponisten und Hofkapellmeisters Christian Friedrich Witt. Der jüngste Komponist aus dem ausgewählten Repertoire war zu Lebzeiten bekannt und beliebt, geriet aber nach und nach in Vergessenheit.

Virtuoser erster Satz

Es folgte ein Werk des großen Barockkomponisten Antonio Vivaldi, das „Concerto in g-moll“. Dann kamen die ersten beiden Sätze aus dem Themen gebenden „4. Brandenburgischen Konzert“ zur Aufführung, eines aus sechs Bach-Konzerten mit unterschiedlicher Instrumentierung. Charakteristisch für den virtuosen, größtenteils im Dreiachteltakt gespielten ersten Satz sind immer wieder Verschiebungen der Betonung gegen den Grundtakt zu erkennen, mit daraus entstehenden kurzen Sequenzen im Dreivierteltakt. Der langsame zweite Satz ist eine Sarabande, eine elegante höfische Tanzform des Barock, bei der beide Flöten wie ein Nachklang die Motive der Streicher wiederholten.

In der für damalige Verhältnisse revolutionären Komposition mit reduzierter Orchesterbesetzung sind dennoch eine reizvolle musikalische Motorik und Bachs unverwechselbarer Stil erkennbar.

Als letztes Stück wurde das harmonische „Concert Nr. 2 in d-moll“ des Kammermusikkomponisten Johann Christian Schickardt zu Gehör gebracht, einer der vielen Kleinmeister des Spätbarock, dessen Name heute vor allem Blockflötisten kennen. Kräftiger Applaus zwischen den Werken und nach der Matinee belohnte den wunderschön fließenden und einfühlsamen Musikvortrag der „Overbacher Camerata“.

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