Venenzentrum des Luisenhospitals klärt im Brückenkopf-Park auf

Von: Kr.
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Zu einer Patienten-Informationsveranstaltung hatte die Gefäßchirurgische Klinik des Aachener Luisen Hospitals ins Glashaus des Brückenkopf-Parks eingeladen. Dort nahm Dr. Ulrich Radtke gerne unter anderem bei einem Besucher die Untersuchung der Halsschlagader vor. Foto: Kròl

Jülich. Etwa 70 Prozent der Bevölkerung leidet an venösen Problemen und rund zwölf Millionen Menschen in Deutschland haben Krampfadern. 5,5 Millionen davon benötigen sogar eine Behandlung. Diese Zahlen machen deutlich, dass Information und Aufklärung zu dieser Volkskrankheit angebracht sind.

Seit Jahren lädt daher die Gefäßchirurgische Klinik am Luisenhospital in Aachen, die als zertifiziertes Venenzentrum arbeitet, Patienten zu solchen Infoveranstaltungen ein. Am Samstag Vormittag verließen Chefarzt Dr. Ulrich Radtke und sein Team wieder die eigenen vier Wände und wandten sich außerhalb des Krankenhauses an betroffene und gesundheitsbewusste Menschen. Im Glashaus des Jülicher Brückenkopf-Parks hatten sie den geeigneten Ort gefunden, der schon lange vor Beginn der Veranstaltung bestens gefüllt war.

Zunächst hieß Dr. Radtke seine Gäste willkommen und stellte kurz das Programm vor. Durch schwere müde Beine, Stauungsgefühl, Brennen und manchmal auch Jucken sowie Restless Legs machen sich Venenerkrankungen in den Beinen bemerkbar, berichtete David Puschmann, Oberarzt der Klinik für Gefäßchirurgie. Wie kommt es zu Krampfadern? Wie werden sie diagnostiziert und wie sieht die Therapie aus? Diese Fragen beantwortete der Mediziner allesamt und ging auch auf die verschiedenen Operationsmethoden ein, die teilweise schon ambulant durchgeführt werden.

So hatte schon Hippokrates geraten, Krampfadern von Zeit zu Zeit einzustechen und das Strippingverfahren, das heute am häufigsten angewandt wird, ist auch schon 100 Jahre alt. Durch kleine Schnitte gelangt der Chirurg an die Krampfadern und zieht diese heraus. Ein weiteres Verfahren ist die Okklusion, bei der die Adern durch gezielt eingesetzte Hitze behandelt werden, sowie Sklerosierung. Sie wird vor allem bei Besenreisern eingesetzt und beruht auf Behandlung mit Medikamenten.

Zahlreiche Fragen hatte David Puschmann zu beantworten, ehe Physiotherapeut René Gebauer über die Behandlung von Lymph-oder Lipoödemen berichtete. Er setzt dabei auf eine komplexe Entstauungstherapie, die neben der Lymphdrainage auch die Hautpflege, Kompression und Bewegung umfasst.

„Lymphödeme“, so erklärte er, „sind häufig eine chronische Erkrankung und erfordern eine dauerhafte Behandlung“. Er betonte auch, dass die Mitarbeit des Patienten dabei ganz besonders wichtig sei. „Kompressionsstrümpfe nutzen nichts, wenn sie im Schrank liegen“, gab er zu bedenken.

Über die verschiedenen Kompressionsmittel berichteten Michaele Schultes und Anja Kreutz. So sind Kompressionsstrümpfe nicht nur farbig geworden, sie unterscheiden sich auch im verwendeten Material. Egal, welche Kompression angebracht ist, sie müssen passen, sagten die beiden Damen und informierten außerdem über Anziehhilfen. Sie waren auch mit Ständen in der Blumenhalle vertreten, wo sich die Anwesenden umfassend informieren konnten.

Auch das Luisenhospital stellte sich mit einem Infostand vor. Viele der Interessierten nutzten auch die Gelegenheit, ihre Halsschlagadern und Beinvenen mit Ultraschall untersuchen zu lassen.

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