Vandalen zerstören Bienenstöcke

Von: Pia Wilbrandt
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Helmut Riebe richtet die verbl
Helmut Riebe richtet die verbliebenen Bienenvölker wieder ein, nachdem Vandalen am Wochenende Chaos und Zerstörung verbreitet hatten.

Jülich. Schon Albert Einstein soll gesagt haben: „Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.” Helmut Riebe von der Zitadellenimkerei Jülich würde das so sicherlich unterschreiben. Um so unbegreiflicher ist es für ihn, dass am Wochenende vier seiner neun Bienenstöcke in der Nähe von Gut Nierstein zerstört wurden.

„Die meisten Leute wissen gar nicht, wie wichtig die Biene für den Planeten ist.” Die Hauptaufgabe der Biene sei die Bestäubung von Obst-, Raps- oder auch Wildkräuterblüten. 80 Prozent aller Pflanzen leben von der Bestäubung durch Insekten. Ein durchschnittliches Bienenvolk mit 50.000 bis 60.000 Bienen schicke täglich etwa 20.000 Sammler aus. „Da können Hummeln nicht mithalten. Bei denen sind es nur 200 bis 300.”

Völker zusammengelegt

Aus den vier Bienenvölker, deren Stöcke nicht mehr zu retten waren, ist nun ein großes geworden, was allerdings ein Problem darstelle. „Die werden nun sicher kleinere Völker ausrauben. Bei so vielen Bienen fällt die Palastwache schnell.” Auch finanziell war der Übergriff auf die Bienenstöcke ein Desaster. „Allein eine Bienenkönigin kann bis zu 250 Euro kosten.” Rechne man alles zusammen, den Verlust an Honig, die Materialschäden und den Tod tausender Bienen, entstehe ein Geldschaden von etwa 3000 Euro.

Am Sonntag habe Helmut Riebe den Hinweis eines Bauern erhalten, dass auf der Bienenwiese etwas nicht stimme. „Bis Mittwoch Abend haben dort Camper gelebt, die den Bienen aber nichts getan haben. Die Vandalen können also nur zwischen Donnerstagvormittag und Sonntag zugeschlagen haben.” Da in den vielen umherliegenden Waben aber kein Regenwasser stand, glaubt Riebe, dass die Täter erst nach Samstagnachmittag am Werk waren. Die Wiese, auf der die Honigsammler stehen, habe bei Riebes Ankunft wie ein Schlachtfeld ausgesehen. „Die Täter haben sogar die Sicherheitsgurte durchgebrannt, obwohl man die auch ganz leicht aufschnallen könnte.”

Normalerweise arbeite der Imker in T-Shirt und kurzer Hose mit den Bienen. Da viele von ihnen noch zu aufgeregt und deshalb aggressiv sind, zieht er vorsichtshalber einen Schutzanzug an, als er die Schäden auf ein Minimum zu reduzieren versucht. „Meine Bienen sind eigentlich ganz lieb, man muss nur ein paar Regeln beachten.” Imker sollten auf ihre Körperhygiene achten. „Denn wenn da was Großes, Dunkles, Stinkendes kommt, denken die sofort an einen Bären, und dann heißt es: Attacke!” Dass er gelegentlich gestochen wird, bleibe nicht aus. „Aber gerade deshalb werden Imker steinalt.” Bienengift, so schwört Helmut Riebe, helfe gegen Rheuma oder Gürtelrose. Und Honig oder Bienenwachs komme schließlich auch in der Medizin oder der Kosmetik zum Einsatz. „In der Antike waren solche Produkte gängige Heilmittel, aber im Mittelalter ist das Wissen größtenteils verloren gegangen.”

Die heiße Milch mit Honig kenne aber jedes Kind und gegen Verstauchungen werden in Bienenwachs getränkte Leinentücher eingesetzt.

Auch die Vandalen vom Wochenende müssen von den Bienen angegriffen worden sein. „Die laufen bestimmt mit unzähligen Stichen herum, so wie die gewütet haben.” Helmut Riebe hat seine Geschichte und Fotos dazu ins Internet, bei Facebook, gestellt, um herauszufinden, wer die Täter waren. „Ich gehe davon aus, dass das eine Mutprobe von Halbstarken war. Vielleicht hat sich einer von denen verplappert.”

Bundesweit erwarten Imker in diesem Jahr eine sehr gute Honigernte. Ob die für Helmut Riebe so erfolgreich sein wird bleibt wegen dieses Zwischenfalls aber abzuwarten. Gegen die unbekannten Täter hat er bei der Polizei jedenfalls Anzeige erstattet.
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