Vandalen zersägen Maibäume in Selgersdorf und Kirchberg

Von: Simone Dolfus
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Thomas Peterhoff und Christoph Kunze (v.l.) sind stinksauer: Im zweiten Jahr in Folge haben Unbekannte ihren Dorfmai zerstört. Foto: Dolfus

Selgersdorf. Böse Überraschung am Morgen nach dem Hambacher Maifest für die Jungs des Maiclubs Selgersdorf: Auf dem Hof von Landwirt Toni Moll hatten sie ihren prachtvollen Dorfmai deponiert, den sie - wie jedes Jahr am Samstag vor dem 30. April - aus dem Hambacher Forst bekommen hatten. Als sie das gute Stück in Augenschein nehmen wollten, trauten sie ihren Augen nicht.

Im zweiten Jahr in Folge hatte jemand mutwillig den Baum zerstört. Die üppige Krone lag abgetrennt auf dem Hof.

Dass den Maiburschen da der Kamm anschwoll, ist gut nachzuvollziehen. „Das hat mit Maibrauchtum nichts zu tun”, schimpfen Bernd und Thomas Peterhoff sowie Christoph Kunze vom Maiclub Selgersdorf. Tatsächlich gibt es nach wie vor die Tradition, in der Mainacht zu versuchen, den Baum einer konkurrierenden Maigesellschaft abzusägen. Doch um das zu schaffen, muss man erst einmal die Muskelkraft der Baum-Bewacher überwinden.

Diese Konfrontation scheuten der oder die Täter offensichtlich. Landwirt Toni Moll, der in der Tatnacht nichts vom Geschehen auf seinem Hof gehört hat, meint: „Das ist eine Unverschämtheit. Und eine verdammt schwache Aktion!”

Der Hof ist von Stacheldrahtzäunen eingegrenzt, die von den Tätern einfach beiseite geräumt wurden. „Die Zerstörung ist ja erst aufgefallen, weil der Zaun über die Straße gespannt war”, schildert Bernd Peterhoff die Situation. Toni Molls Schlafzimmer liegt zur anderen Seite heraus, daher bemerkte er den Vandalismus nicht. „Die werden schon ein bisschen Krach gemacht haben, aber das konnte ich nicht hören.”

Anhand der aufgefundenen Spuren ist sicher, dass keine Motorsäge verwendet wurde. Der Maiclub Selgersdorf ist indes nicht der einzige, der unter den Vandalen leidet. In Kirchberg wurde die Krone des Dorfmais abgetrennt und das Bodenloch zugeschüttet. Der Baum lag auf dem eingezäunten Gelände der Schützen, die ebenso wie die Maiburschen Anzeige erstattet haben.

In Düren-Merken und -Hoven und Inden-Schophoven wurde der Dorfmai ebenfalls beschädigt. Schon 2009 hatten sich Unbekannte einen „Spaß” daraus gemacht, Maibäume im Jülicher und Dürener Umland zu zerstören.

„Wir lassen uns das nicht gefallen”, sagen die Selgersdorfer. Sie haben eine Vermutung, wer ihnen da so übel mitgespielt hat. Aber ohne Beweise wollen sie sich nicht äußern. Sie haben Kontakt mit der Polizei aufgenommen.

Wer weitere Hinweise zum Geschehen geben kann, soll sich an den Maiclub wenden. Andere Maiclubs sind dazu übergegangen, ihren Baum jede Nacht bis zum 1. Mai zu bewachen.
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